Bildung

Schlechte Noten: 174 Gelsenkirchener Schüler müssen gehen

Zuviele Schüler scheitern an den Leistungsanforderungen und müssen Gymnasien und Realschulen nach der Erprobungsstufe wieder verlassen.

Zuviele Schüler scheitern an den Leistungsanforderungen und müssen Gymnasien und Realschulen nach der Erprobungsstufe wieder verlassen.

Foto: Ulrich von Born / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  174 statt der zunächst geschätzten 239 Schüler müssen Gelsenkirchener Gymnasien und Realschulen diesmal verlassen. Der Grund: Schlechte Noten.

Es sind doch deutlich weniger Schüler als ursprünglich befürchtet, die nach den Sommerferien ihre Schule mangels ausreichender Leistungen verlassen müssen. Statt der im ersten Anlauf von den Schulen geschätzten 239 Mädchen und Jungen, die nach Klasse sechs, sieben oder acht vom Gymnasium oder Realschule wechseln mussten auf Real- oder Hauptschule, sind nach derzeitigem Stand 174 übrig geblieben – 158 waren es im vergangenen Jahr. 2018 hatte man in Gelsenkirchen versucht, einen Hauptschulzweig an Realschulen zu etablieren, um zum einen den Kindern den Schulwechsel zu ersparen und zum anderen die ständige Mehrbelastung der Hauptschulen in den siebten Klassen zu lindern.

Kein neuer Antrag für einen Hauptschulzweig an Realschulen

Doch das NRW-Schulministerium hatte den Antrag abgelehnt, weil es in Gelsenkirchen noch Hauptschulen gibt, die diese Schüler auffangen können. Das Argument: Das Instrument Hauptschulzweig an Realschulen sei allein für Gegenden gedacht, in denen es keine Hauptschulen mehr gibt. . . Entsprechend wird die Stadt in diesem Jahr keinen solchen Antrag stellen. Ganz sicher die Zahl 174 diesmal ohnehin noch nicht; in 20 Fällen ist noch eine Wiederholung der Klasse statt Schulformwechsel denkbar.

Zusatzklassen an zwei Hauptschulen und an der Mulvany-Realschule

Weitestgehend klar ist bereits, dass je eine Siebenerklasse mehr an der Hauptschule am Dahlbusch und an der Grillostraße eingerichtet werden, an der Mulvany-Realschule je eine zusätzliche Siebener- und Achterklasse. Die meisten Schüler müssen nach der Erprobungsstufe gehen, also nach der Klasse sechs, vor allem an Gymnasien.

Glücklich mit den neuen Zahlen ist Bildungsdezernentin Annette Berg nicht, aber immerhin ein wenig zuversichtlicher als nach der ersten Prognose: „Es hat an den Schulen noch viele Gespräche gegeben und wir werden auch weiter nach den Ursachen forschen. Gerade beim Ricarda-Huch-Gymnasium, das im ersten Anlauf ja 36 mögliche Wechsler angegeben hatte, haben wir auf Nachfrage vom Talentzentrum aber die Aussage bekommen, dass dort ausgesprochen gut gefördert werde. Die Zahl der Wechsler hat sich jetzt ja auch halbiert.“

Elternbefragung für Schulentwicklungsplanung

Geforscht wird aber nicht nur an den Schulen selbst nach den Gründen für die hohe Zahl von Heranwachsenden, die schon mit zwölf Jahren das erste Scheitern verkraften müssen. Auch die Eltern werden nun genau nach ihren Schulwünschen für ihren Nachwuchs gefragt. Es wird nachgehalten, für welche Alternativen Eltern sich in Gelsenkirchen entscheiden, wenn ihr Kind nach der Grundschule eigentlich zur Gesamtschule sollte, dort aber keinen Platz bekommen hat. Die Befragungen und Dokumentationen sollen mit als Basis für die Schulentwicklungsplanung dienen.

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