Zoom Erlebniswelt

So hat Eisbärkind Nanook seinen ersten Geburtstag gefeiert

Gelsenkirchen.   Die kleine Eisbärin Nanook hat in der Zoom-Erlebniswelt ihren ersten Geburtstag gefeiert. Dazu gab es eine besondere Geburtstagstorte.

Was schenkt man einem Eisbärkind zum Geburtstag? Natürlich, eine fette Eistorte! Das süße Bärenmädchen Nanook feierte am gestrigen Dienstag in der Zoom Erlebniswelt seinen ersten Geburtstag und machte sich mit großem Appetit über eine dreistöckige Torte her.

Schon am frühen Morgen hatten die Pfleger den Gabentisch mitten in der Erlebniswelt Alaska gedeckt. Punkt halb zehn öffnete sich dann der Schieber zur Außenanlage und Geburtsstagkind Nanook trabte munter hinaus ins Freie.

Kleines Wunder Nanook: „Sie war nicht einmal krank“

Ein überaus glückliches Zoo-Team schaut dem Treiben von Nanook und Mutter Lara zu. „Der Nachwuchs ist putzmunter, gesund, neugierig und verspielt“, strahlt Zoo-Ärztin Dr. Pia Krawinkel. Denn dass Eisbärenbabys das erste Jahr überleben, ist sowohl in der freien Wildbahn als auch im Zoo noch immer eine Seltenheit. „Nur 15 Prozehnt der Jungtiere erreichen das zweite Lebensjahr“, weiß die Ärztin.

Hinter der 54-jährigen Medizinerin liegt ein anstrengendes, aber beglückend erfolgreiches Jahr. Aufatmen ist angesagt: „Nanook ist jetzt aus dem Gröbsten raus!“ Und hat Mutter Lara und dem Zoo bislang nur Freude gemacht: „Sie war nicht einmal krank.“

Geburtstagsessen mit Fisch, Obst und Eis

Schließlich erwies sich die 14 Jahre alte Bärin Lara auch als perfekte Mutter, die sich von der Geburt an äußerst liebevoll um ihren Nachwuchs gekümmert hat. Nanook wird weiterhin gesäugt, auch wenn sie inzwischen gerne von Fleisch und Fisch, Obst und Gemüse nascht.

Pfleger Markus Tekampe (42) weiß, dass Nanook wie ihre Mutter ganz besonders Brot mit Honig liebt. Zum Geburtstag servierte er erstmal Fisch und Obst in Eis und obendrauf noch eine dicke Portion Schlagsahne.

Nanook bringt fast 100 Kilo auf die Waage

Die Tierärztin freut sich über die stabile Gesundheit des Jungtiers: „Nanook ist zum Glück keine magere Hippe.“ Mit rund 500 Gramm erblickte sie am 4. Dezember im Zoo das Licht der Welt: „Heute bringt sie es auf geschätzte 80 bis 100 Kilogramm.“

Mit geschickten Pranken zerfetzt das Tierkind die Geburtstagspakete. Ein kleiner Bär mit großem Tatendrang tobt wie ein junger Welpe über die Anlage, jagt den Bällen hinter, springt kopfüber ins Wasser und sucht längst niocht mehr den permanenten Kontakt zur Mutter. Die Tierärztin nickt: „Nanook kommt jetzt ins Flegelalter. Und Lara ist nicht mehr nur Helikoptermutter, sondern lässt ihr Kind auch laufen.“

Zoo-Leiter Dr. Henrik Berendson schaut zufrieden zu: „Im ersten Halbjahr sind die Besucherzahlen stark gestiegen, durch den heißen Sommer gingen sie aber wieder zurück.“ Einen Hype wie einst um Knut in Berlin gab es in Gelsenkirchen nicht. „Dennoch kommen Besucher aus größerem Umkreis als bisher“, weiß Berendson.

Eine niedliche Attraktion und wichtige Botschafterin

Nanook ist eine niedliche, noch immer tollpatschige Attraktion, vor allem aber eine wichtige Botschafterin für den Umweltschutz. Tierärztin Pia Krawinkel mahnt: „Wenn das mit dem Klimawandel so weiter geht, dann gibt es bald keine Eisbären mehr in freier Wildbahn.“

>>> Vater und Tochter bleiben getrennt

Nanook wurde am 4. Dezember 2017 in der Zoom Erlebniswelt geboren. Vater Bill lebt seitdem im Nachbargehege. Er wird seine Tochter nie kennenlernen. Mit etwa zwei Jahren wird der Eisbärnachwuchs den Zoo vermutlich verlassen und in einen anderen Zoo einziehen.

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