Social Day

Social Day in Gelsenkirchen: Azubis sammeln neue Erfahrungen

Luca Kanitz, Auszubildender bei Pilkington, spielte mit dem vierjährigen Philip in der Kita Plus in Gelsenkirchen-Rotthausen. Anlass war der „Social Day", bei dem Auszubildende großer Unternehmen in Sozialeinrichtungen aushelfen.

Luca Kanitz, Auszubildender bei Pilkington, spielte mit dem vierjährigen Philip in der Kita Plus in Gelsenkirchen-Rotthausen. Anlass war der „Social Day", bei dem Auszubildende großer Unternehmen in Sozialeinrichtungen aushelfen.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Auszubildende der Industrie erhielten Einblicke in soziale Bereiche. St. Georg und eine Kita Plus gehörten in Gelsenkirchen zu den Stationen.

Rund 90 Auszubildende aus sieben Industrieunternehmen wagten den Schritt in einem Bereich mit dem sie zumindest beruflich wenig oder gar nichts am Hut haben. Am sogenannten „Social Day“ besuchten die jungen Frauen und Männer eine von insgesamt 15 sozialen Einrichtungen an verschiedenen Standorten im gesamten Stadtgebiet, um Einblicke in einen ungewohnten Arbeitsbereich zu erhalten.

Eröffnung des Social Day durch Unternehmer und den OB

Nach einer offiziellen Eröffnung von Oberbürgermeister Frank Baranowski und dem Geschäftsführer des Unternehmens Voigt & Schweitzer, Lars Baumgürtel, der in Personalunion Vizepräsident der IHK Nord Westfalen ist, verteilen sich die Auszubildenden auf die 15 Projekt-Orte.

Spielen und Malen anstatt vor dem Rechner

Für vier Auszubildende von Pilkington ging es beispielsweise nach Rotthausen in die Kita Plus an der Haydnstraße. Anstatt vor dem Rechner zu sitzen, war für einen Tag Spielen und Malen angesagt. Unter anderem erstellen die Azubis mit den Mädchen und Jungen sogenannte Murmel- und Kreiselbilder. Ein bunter Spaß für alle Anwesenden. Erst wurden Murmeln in Fingerfarbe getunkt und dann über Pappe gekreist, für die anderen Kunstwerke verteilte ein rotierender Kreisel Farbe und Glitter auf einem vorab einfarbigen Untergrund. „Das große Bild erhält Pilkington als Dankeschön“, sagt die Kita-Leitung Hilal Civ und zeigt auf ein abstraktes Werk.

„Es ist eine tolle Erfahrung“, sagt Luca Kanitz, der normalerweise meist am Rechner sitzt. Der 20-Jährige befindet sich derzeit im dritten Lehrjahr zum Fachinformatiker und sieht den Tag als einen gelungene Abwechslung an. Lachend sagt er: „Es ist schon etwas her, dass ich selbst im Kindergarten war. Wie hier alles abläuft, hatte ich nicht mehr ganz so auf dem Schirm.“ Auch Azubi Dennis Klein (20) zeigt sich begeistert. „Es ist aufregend zu sehen, wie die Kinder sich freuen und schön mit ihnen Zeit zu verbringen.“ Besonders der fünfjährige Dragon hat sich auf den Gast fixiert und kann es kaum abwarten, das Gesellschaftsspiel „Flotti Karotti“ fortzuführen.

Einblicke in die Schreinerei von St. Georg

Auch in den Werkstätten des Sozialwerks St. Georg kam der außergewöhnliche Tag gut an. Hier waren insgesamt zwölf Azubis des Energieunternehmens Uniper vor Ort, um einen Teil des Außengelände des Schwerstmehrfachbehinderten-Bereichs schöner zu gestalten und anschließend gemeinsam mit den Werkstatt-Mitarbeitern zu grillen. Eine Gruppe trug Erde mit einer Schaufel ab und glättete den Boden vor dem Haus mit einer Walze. Eine weitere Azubi-Gruppe tobte sich mit Schutzbrillen in der Schreinerei aus. Hier wurden Holzkübel zusammengebaut, geschliffen und lasiert, die im Laufe des Tages noch mit herbstlichen Blumen und Sträuchern bepflanzt und im Außenbereich aufgestellt werden sollten.

„Die Arbeit macht Spaß und mir gefällt, dass man auch mal anderen Menschen helfen kann“, sagt Lukas Koniezka, der erstmals einen Hobel betätigt hatte. Normalerweise arbeitet der 17-jährige als Azubi zum Elektriker eher mit Kupfer anstatt mit Holz. Unter seinen Kollegen sind auch Industrie- und Anlagenmechaniker. Andreas Vobker, der Ausbilder für Elektroberufe und Alina Ortjohann, Vorsitzende der Jugend- und Ausbildungsvertretung bei Uniper, stellten vorab fest, dass sich mehr Azubis für das Projekt begeisterten als schließlich mitmachen konnten. „Die Aktion ist ein schönes Miteinander. Menschen aus verschiedenen Bereichen finden dadurch zusammen.“, freut sich auch Birgit Shanker, Fachbereichsleiterin der Schreinerei und Gärtnerei bei St. Georg.

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