Open-Air-Konzert

Sommersound: Wiedersehen der entspannten Art im Stadtgarten

Stefan Bauer an der Gitarre und Dale Lohse an den Drums eröffneten den Sommersound im Gelsenkirchener Stadtgarten.

Stefan Bauer an der Gitarre und Dale Lohse an den Drums eröffneten den Sommersound im Gelsenkirchener Stadtgarten.

Foto: Andreas Hofmann / FUNKE Foto Services

Altstadt.  Die Konzerte in Gelsenkirchen starten mit Singer-Songwriter Stefan Bauer und dem Dan Walsh-Trio. Die Reihe verspricht angenehme Unterhaltung.

Wer den Macher des Abends sucht, bekommt als Tipp: „Der mit dem Hut, irgendwo an der Bühne“. Stimmt, den trägt Guntmar Feuerstein immer noch. Auch die bestimmt aus den 70er Jahren gekramte Stehlampe funzelt wieder heimelig da oben im Musikpavillon an der Seite der Platanen-Allee im „grünen Wohnzimmer“ Gelsenkirchens, dem Stadtgarten. Ein paar Stehtische, Bierzelt-Garnituren, Getränkewagen und Schlemmer-Ecke, dazu „umsonst und draußen“: Der „Sommer-Sound“ startet mit bewährtem Rezept und neuen Bands.

Die entspannte Stimmung sorgt für gut gefüllte Reihen, sogar auf den angrenzenden Wiesen drehen sich die Besucher auf

den Decken und den Campingstühlen bei den ersten Klängen in Richtung Sonnenuntergang, in Richtung Pavillonbühne. Organisator Guntmar Feuerstein macht’s kurz zur Begrüßung: „Wir sind wieder da,“ wartet kurz den Beifall ab, und beschreibt „es ist wieder ein wunderschöner Tag, schließlich haben wir in den letzten Jahren richtig viel Glück mit dem Wetter gehabt.“

Trio aus England extra eingeflogen

Fünf Abende bringt die Sommer-Sound-Reihe, „also teilt Euch die Zeit ein, ach nein, guckt nach Euren Favoriten.“ Für den Auftakt freut er sich über einen lokalen Künstler und ein Trio aus England, „das extra nur für Euch eingeflogen ist.“ Er vergisst auch nicht die Würdigung des städtischen Kulturreferates für den Sommer-Sound, „nur so ist das überhaupt für umsonst möglich.“

Kleine Geschichten zur E-Gitarre

Der Singer und Songwriter Stefan Bauer aus Schwerte übernimmt mit seinem Schlagzeuge Dale Lohse aus Gelsenkirchen. Kleine Geschichten, mal verträumt und mal zornig, mit leisen Tönen auf der E-Gitarre, ziehen die Aufmerksamkeit vom munteren Plaudern der Besucher weg. Fragen, die vielleicht jeder schon einmal kurz aufblitzen ließ, stellt Bauer in jeder Strophe, etwa „Wie konnte es so weit kommen, warum habe ich nichts gemerkt?“ Er mixt aus seinen Alben „Die Welt in einem Meer aus Licht“ bis hin zu „In der Tiefe der Nacht“ und greift zu Klängen, die bestimmt alle im Publikum kennen, Pink Floyds „Wish you were here“.

Die halbe Stunde Umbaupause nutzen die Besucher für einen Imbiss, aber die Wiedersehens-Qualitäten des Sommer-Sounds kommen dabei auch durch. Während sich an dem einem Stehtisch erst eins entwickelt, wohl bei der ersten Verabredung, heißt es gleich nebenan: „Renate? Wirklich? Meine alte Schulfreundin?“ Als hätte er es gehört, und würde den Ball aufnehmen, begrüßt Feuerstein Dan Walsh auch nicht zum ersten Mal im Stadtgarten.

Mix mit Mandoline, Fiedel und Banjo

Allerdings war es vor schon sechs Jahren, und immer noch, gesteht der Bochumer Veranstalter, „versuche ich mich an Dans ganz spezielem Claw-Hammer-Griff am Banjo, aber bei mir geht das einfach nicht.“

Nic Zuppard an der Mandoline, Claran Algar an der Fiedel und eben Banjo-Dan Walsh bringen nun richtig Schwung in den Sommerabend, der angekündigte Groove-Mix aus „Folk und Funk“ lässt die Füße zu englischer, irischer und amerikanischer Volksmusik wippen. Das hört auch nicht auf, als es beinahe „unplugged“ wird, und Guntmar Feuerstein das Kabel zu der schweigenden Box auf offener Bühne überprüft. Gelsenkirchen honoriert Musik und Einsatz mit Applaus.

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