CO2-freier Lieferdienst

„Sterntor“ fährt nun CO2-frei in den Gelsenkirchener Süden

Martin Feldmann mit seinem E-Scooter auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen. Er betreibt den lokalen Kurier- und Lieferdienst Sterntor mit Lastenfahrrädern und einem E-Mobil.

Martin Feldmann mit seinem E-Scooter auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen. Er betreibt den lokalen Kurier- und Lieferdienst Sterntor mit Lastenfahrrädern und einem E-Mobil.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Privat- und Geschäftsleute aus Gelsenkirchen können den Lieferservice „Sterntor“ nutzen. Das Unternehmen setzt auf Nachhaltigkeit.

Einkäufe besorgen, Postfächer leeren, Blumenkästen an den Balkon anbringen oder Kleidung aus der Reinigung abholen: Vor einem Jahr hat sich Martin Feldmann mit einem innovativen und CO2-freien Mobilitätskonzept in Buer selbstständig gemacht. Unter dem Namen „Sterntor“ bietet er Besorgungen für Privat- und Geschäftsleute auf Rädern an – allerdings ganz umweltbewusst mit einem E-Scooter und zwei E-Lastenrädern. Jetzt ist er auch im Gelsenkirchener Süden unterwegs.

Bezahlt wird die Fahrtzeit

Dem 42-Jährigen kam die Idee, weil er selbst gerne auf dem Rad unterwegs ist und er die Aktion durch die sozialen Netzwerke aus anderen Städten kannte. Gestartet mit der umweltbewussten Transportidee, Waren von A nach B zu liefern, versteht er sich mittlerweile mehr als Dienstleister und bietet neben der reinen Lieferung auch weitere Services an. Dabei bezahlt der Kunde nicht mehr die Streckenlänge, sondern die Fahrtdauer. Zehn Minuten kosten vier Euro, für eine Stunde zahlt der Kunde 24 Euro brutto.

Das Gewicht spielt keine Rolle

Zwei Fahrer unterstützen Feldmann, der hauptberuflich als kaufmännischer Angestellter tätig ist. Es gibt einen festen Kundenstamm, dazu gesellen sich Menschen, die das Mobilitätskonzept testen wollen. Gerade Unternehmen, die im Bereich Fairtrade und Ökologie stark vertreten sind, nutzen das Angebot. Geliefert werden Blumen, Lebensmittel, Dritte-Weltprodukte oder auch Geschäftsausstattung.

Das Gewicht spielt dabei keine wirkliche Rolle so lange es sich die Waren mit den vorhandenen Fahrzeugen transportieren lässt. „Im vergangenen Jahr haben wir 70 Tannenbäume ausgeliefert“, erinnert sich der 42-Jährige. Und fährt fort: „Vor einiger Zeit lieferten wir eine zwei Meter hohe Palme.“ Im Einsatz sind die Fahrer zu den normalen Arbeitsöffnungszeiten. Allerdings sollte man nicht auf den letzten Drücker buchen, sondern mindestens ein bis zwei Tage Vorlauf einplanen.

E-Scooter für weitere Strecken

Zu seinen Kunden zählt unter anderem der Superbiomarkt, die Buchhandlung Kottmann, die Volkshochschule, die Zoom Erlebniswelt und die Diakonie. Einige Privatpersonen nutzten den Service ebenfalls regelmäßig. „Derzeit haben wir zehn Stammkunden, wir wollen aber weiter wachsen“, so Martin Feldmann. Für kurze Strecken, gerade im Innenstadtbereich, verwendet man die Lastenräder. Bei weiteren Strecken kommt der E-Scooter zum Einsatz, der auffällig leise ist und eine Geschwindigkeit von 95 Stundenkilometern erreicht.

Übrigens: Der Name geht auf den Umstand zurück, dass in den 1970er- und 1980er-Jahren im Stadtteil Resse eine Fahrradfabrik gestanden hat, in der Rennräder gebaut wurden. Die Enkelin des damaligen Inhabers, Bernhard Strohmann, half bei der Konzeptentwicklung für Sterntor mit und brachte diesen Namen ins Spiel. Ein Bekannter hatte zudem ein Fahrrad aus der ehemaligen Gelsenkirchener Fabrik. „Ich fand den Namen sehr passend, weil er für lokale Wertschöpfung steht, das, was wir auch mit unseren Unternehmen ausdrücken wollen. Lokales, Nachhaltigkeit und Service ist uns sehr wichtig“, sagt Martin Feldmann.

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