Provital-Studio

Trainierenden-Trio fühlt sich von Gelsensport ausgeschlossen

Die WAZ-Berichterstattung über das Studio samt Gesundheitsangebot am Schürenkamp haben (v.l.) Dieter Pujanek, Rolf Seumenicht und Siegfried Wagner gelesen.  Die genannten Gründe für ihre Vertragskündigung können die Gelsenkirchener nicht nachvollziehen.

Die WAZ-Berichterstattung über das Studio samt Gesundheitsangebot am Schürenkamp haben (v.l.) Dieter Pujanek, Rolf Seumenicht und Siegfried Wagner gelesen. Die genannten Gründe für ihre Vertragskündigung können die Gelsenkirchener nicht nachvollziehen.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Schalke.  Die benannten Gründe für das Ende des Gesundheitsangebots im Provital-Studio können Trainierende nicht nachvollziehen. Ihre Kritik ist deutlich.

Post vom Sportbildungswerk bekam Horst-Dieter Pujanek Ende Juli. „Hiermit kündigen wir den Vertrag über Ihre Teilnahme am erweiterten Betreuungsangebot Provital beim Sport-Bildungswerk, Ast. Gelsensport zum 31.08.2019“ heißt es in dem Brief. Gleichlautende Schreiben erhielten auch Siegfried Wagner und Rolf Seumenicht, verbunden mit dem Dank für „Vertrauen und Treue“ sowie dem Hinweis, dass das Betreuungsangebot noch bis zum 31. Dezember aufrecht erhalten werden solle.

Die Begründung für die Maßnahme (WAZ berichtete) liefert Thomas Kinner, im Sportzentrum am Schürenkamp Außenstellenleiter des Sport-Bildungswerks, schriftlich gleich mit: „Aus wirtschaftlichen Gründen“ müsse man den Betrieb zum Jahresende einstellen. Gegenüber der WAZ wiederholt er noch einmal: „Nach fast zehn Jahren hat sich das etwas überlebt, wir haben trotz aller Anstrengungen nur noch Abmeldungen, keine Neuzugänge mehr. Wir sind auf Zuschüsse angewiesen, aber unsere Kurse müssen sich selbst tragen. Wir können uns nicht erlauben, einen hoch defizitären Bereich weiterzuführen.“

Nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt

Argumente, denen Siegfried Wagner, Kurs-Teilnehmer seit 2010, Pujanek und Seumenicht nicht folgen wollen oder können. Regelmäßig trainieren sie vormittags bei Provital (Pujanek: „Wir sind die Gruppe Knappschaft“), fühlen sich dort gut betreut durch den Trainer. Vor wenigen Jahren, sagt Wagner, „gab es noch Wartelisten. Doch zuletzt sei das Studio höchstens noch über „Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt gewesen. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit und aktives Werben für das Angebot vermissen sie. „Man kann keine Dienstleistung verkaufen, von der niemand etwas weiß“, sagt Wagner. Seit Anfang 2019 würden zudem „keine neuen Mitglieder aufgenommen“, dabei, wollen die drei Männer erfahren haben, hätten nach der Schließung von Kieser-Training etliche Anfragen vorgelegen.

Die eingeschränkten Öffnungszeiten (30 Stunden in der Woche), der Zustand der Sanitäranlagen oder auch der Umkleiden im Sportzentrum lieferte in der Vergangenheit mehrfach Anlass für Kritik. Doch all das, glauben die Kursteilnehmer, habe letztlich nicht zur heutigen Situation mit geringen Teilnehmerzahlen geführt, sondern eben schlechtes Marketing. Dabei sei immer die Studio-Philosophie gewesen, Qualität für eine beschränkte Mitgliederzahl durch ein maßgeschneidertes Programm zu bieten. Das, findet Seumenicht, sei ja auch ganz im Sinne dessen, was Gelsensport als Verein selbst propagiere, auch bei der Kampagne „Gesund älter werden“. Vor diesem Hintergrund fühle man sich nun „schlecht behandelt und ausgeschlossen“.

Dienstsport für Feuerwehrleute von zwei Wachen

Der von Gelsensport benannte Kostenaspekt ist für das Trio nicht nachvollziehbar: Im Zuge der Gesundheitsvorsorge seien in den Anfangsjahren städtische Mitarbeiter im Studio betreut worden, noch laufe vor Ort auch für zwei Wachen der Dienstsport für Feuerwehrleute. Betreut wurden und werden sie vom gleichen Trainer. Kostendeckung, glaubt Wagner, könne man da immer erreichen.

Eben nicht, argumentiert Kinner. „Das sind zwei völlig verschiedene Angebotssegmente. Einige Feuerwehrleute sind auch privat bei uns Kursteilnehmer. Aber der Dienstsport ist völlig losgelöst vom Provital-Angebot.“Zu den vermeintlich abgelehnten Teilnehmern stellt er fest: Potenzielle Kunden sollten „sich an mich wenden. Da ist nicht einer bei mir aufgelaufen.“

Die Studio-Räumlichkeiten im Sportzentrum sollen weiterhin genutzt werden. Man denke an die Nutzung durch Vereine, aber auch neue Kurse seien vorstellbar.

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