Nachgefragt

Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen gefällt - trotz böser Studie

llen Brennecke (63) und Heidi Beckert (63) finden das Gelsenkirchener Weihnachtsdorf gemütlich.

llen Brennecke (63) und Heidi Beckert (63) finden das Gelsenkirchener Weihnachtsdorf gemütlich.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Von 75 Weihnachtsmärkten soll der Gelsenkirchener laut dem Onlineportal testberichte.de der unbeliebteste sein. Die Besucher sind da anderer Meinung.

Schon wieder eine Studie, bei der Gelsenkirchen das Schlusslicht bildet: Gelsenkirchen soll laut dem Onlineportal testberichte.de angeblich den unbeliebtesten Weihnachtsmarkt haben. Ist das Ergebnis wirklich gerechtfertigt? Die WAZ hat sich vor Ort umgesehen, mit Besuchern und Händlern gesprochen und die Studie noch einmal unter die Lupe genommen und erstaunliches festgestellt.

Zwischen den beiden Altstadtkirchen auf dem Heinrich-König-Platz erstrahlt in diesem Jahr erstmals das neue Weihnachtsdorf. Holzhütten mit Leckereien und Kunsthandwerk laden zum Verweilen ein. Glühwein, Fisch, Crêpes, Reibeplätzchen, gebrannte Erdnüsse und Mandeln, aber auch den Choco-Kebab gibt es hier zu kaufen. Lichterketten, Tannenbäume mit roten Schleifchen und weihnachtlicher Musik sorgen für Gemütlichkeit. Kleine Weihnachtsmarktbesucher können sich auf einer fünfundzwanzig Meter langen Rodelrutsche austoben.

Für die Räucherforelle angereist

„Gemütlich und weihnachtlich“, findet Ellen Brenneke (63) es hier, die zusammen mit Heidi Beckert (63) in einer Holzhütte einen Glühwein schlürft. Beiden Damen gefällt der Markt deutlich besser als in den Vorjahren, auch wenn die Märkte im Erzgebirge schöner seien. „Wer den Weihnachtsmarkt negativ findet, ist bekloppt“ meint Besucher Helmut Arens (79) und fährt fort: „Ich ärgere mich oft über Kommentare von außen.“ Die Stiegelbauers sind aus Essen-Kettwig angereist. „Wir kommen extra wegen der frisch zubereiteten Räucherforelle“, erklärt Barbara Stiegelbauer.

Ihr Ehemann äußert sich leicht verärgert zum Studienergebnis: „Das ist eine Idiotie. Ich habe schon andere Märkte gesehen, die wesentlich schlimmer sind.“ Die Händler scheint die Studie wenig zu jucken. Bei den Befragten läuft das Geschäft bisher gut. Carl Welte freut sich, zum ersten Mal mit seinem Onkel den Stand in Gelsenkirchen betreiben zu können. Katharina Kummetz ist froh einen kostenfreien Stand erhalten zu haben, an dem sie ihre selbst gefertigten Kerzen verkaufen kann und Johannes Beul stellt hier gerne seine hübsch gestalteten Kästchen mit Ruhrgebietsmotiven vor.

Keiner sieht sich auf dem letzten Platz

Auf dem letzten Platz sieht sich keiner der Befragten. Guckt man sich die Studie, bei der die Nutzerbewertungen von deutschlandweit 75 Weihnachtsmärkten bei Google und Facebook per Durchschnittsnote verglichen wurden, genauer an, stellt man schnell fest, die Datenerhebung ist fragwürdig. Aufgenommen wurden die Daten zwischen dem 13. und 20. November, also noch bevor der Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen am 23. November eröffnete. Zudem wurden in Gelsenkirchen gerade mal 30 Stimmen gezählt, während es in Bremen (Platz 1) 1226 Stimmen waren.

>>>Info: Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes

Geöffnet hat der Weihnachtsmarkt in der City von Montag bis Samstag zwischen 11 und 22 Uhr. Am Sonntag öffnet die Stände um 12 und schließen um 22 Uhr.

Am 6. Dezember besucht der Nikolaus den Weihnachtsmarkt und hat für die kleinen Besucher eine Überraschung dabei.

Der 21. Dezember steht ganz im Zeichen des FC Schalke 04. „Schalke hilft!“ stellt auf dem Heinrich-König-Platz sein soziales Engagement zur Hilfe Bedürftiger vor.


Ein wechselndes Musikprogramm unterhält die Besucher außerdem an allen Wochenenden und an Nikolaus.

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