St.-Barbara-Hospital

Anästhesist: Medikamente vor OP frühzeitig absetzen

Mit dem Leitenden Oberarzt der Anästhesie, Dr. Werner Siebert, hier im Schockraum des Barbara-Krankenhauses, sprach die WAZ über Narkosevorbereitungen.

Mit dem Leitenden Oberarzt der Anästhesie, Dr. Werner Siebert, hier im Schockraum des Barbara-Krankenhauses, sprach die WAZ über Narkosevorbereitungen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Dr. Werner Siebert vom Barbara-Hospital plädiert für einen Informationsaustausch zwischen Arzt und Patienten. Narkosen sind sicherer geworden.

Sie sind die Experten, die Routiniers im Hintergrund, wenn im OP des St.-Barbara-Hospitals die tägliche chirurgische Arbeit läuft: die ärztlichen Mitarbeiter des Anästhesie-Teams des Krankenhauses, das für die Narkotisierung der Patienten bei Operationen sorgt. Und die soll so effizient wie schonend zugleich erfolgen, wie Dr. Werner Siebert, Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesie am Barbara-Hospital, versichert. Mit ihm sprach die WAZ darüber, was Patienten bei einer bevorstehenden OP in Sachen Narkose beachten müssen.

Herr Dr. Siebert, wie wirksam und wie sicher ist eine Narkose heute?

Dr. Werner Siebert: Die Anästhesie ist in den letzten Jahren sehr sicher geworden. Dies ist einerseits auf Verbesserungen der Gerätetechnik und der Narkoseverfahren zurückzuführen, andererseits begründet in den heute zur Verfügung stehenden Narkotika. Bei fast 95 Prozent der Patienten wird bei uns der Wirkstoff Propofol eingesetzt, der sich exzellent und gezielt – bis auf fünf Minuten genau – steuern lässt.

Für jeden Patienten gibt es ein differenziertes Herangehen

Wie sieht von Ihrer Seite eine Narkosevorbereitung aus?

Bei einer geplanten OP ist unser Ziel eine maßgeschneiderte Anästhesie für jeden Patienten. Das erfordert ein differenziertes Herangehen und einen umfassenden Informationsaustausch. Nur dann kann das Risiko richtig eingeschätzt und die Narkose zum Wohle des Patienten eingesetzt werden.

Was muss der Patient vor einer geplanten OP beachten?

Das Allerwichtigste: Er muss benennen, welche Medikamente er einnimmt, damit schwerwiegende Nebenwirkungen bei einer Anästhesie ausgeschlossen werden können. Da geht es im wesentlichen um Blutverdünner, Blutzucker- und Blutdruckmedikamente, aber auch um einige Nahrungsergänzungsmittel, die bei einer Narkose kritisch werden können. Am besten wäre es, wenn der Patient bereits bei der Einweisung dem einweisenden Arzt oder seinem Hausarzt seine komplette Medikamentenliste vorlegt und dann mit ihm über ein frühzeitiges Absetzen spricht, wenn es denn geht.

Bei ungeplanten Situationen zählt die Erfahrung des Teams

Manchmal kann aber das Medikament nicht abgesetzt werden, was dann?

Dann müssen wir als Anästhesisten das aber auf alle Fälle wissen, um den Fall beurteilen zu können und dies bei der Narkose, wenn es denn zur OP kommt, berücksichtigen können.

Bei einer ungeplanten Situation, etwa bei einem Unfall oder Herzinfarkt, ist das alles vorher nicht möglich. Wie gehen Sie dann vor?

Dann kommt es auf die Erfahrung des Teams und die Infrastruktur des Hauses an, um alle Eventualitäten im Blick zu behalten. Da sind wir hier am St.-Barbara-Hospital gut aufgestellt. Und auch eine schnelle Zuführung zu anderen Häusern ist bei uns gewährleistet.

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