Motorrad-Gottesdienst

Biker steuern zum Motorrad-Gottesdienst Gladbeck an

Christiane Günthör aus der Gemeinde St. Lamberti kümmert sich darum, dass die Organisation des vierten Motorrad-Gottesdienstes in Gladbeck wie am Schnürchen läuft.

Christiane Günthör aus der Gemeinde St. Lamberti kümmert sich darum, dass die Organisation des vierten Motorrad-Gottesdienstes in Gladbeck wie am Schnürchen läuft.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Biker treffen sich 25. August, um in St. Lamberti einen Motorrad-Gottesdienst zu feiern. Anmeldungen sind bis zum 10. August möglich.

Die Initialzündung kam von Thorsten Günthör. Der leidenschaftliche Motorradfahrer und Katholik fragte sich: „Wie kann man Menschen erreichen, die fernab von der Kirche sind?“ Der heute 48-Jährige fand einen Weg – und die Idee zum Motorrad-Gottesdienst war geboren. An den Start ging dieser vor vier Jahren; am Sonntag, 25. August, steuern wieder Biker die Kirche von St. Lamberti in Gladbeck an. Motto: „Himmel auf’m Asphalt“.

Es kommen Besucher aus dem gesamten Ruhrgebiet nach Gladbeck

Waren es zur Premiere etwa 50 Biker, die an die Horster Straße rollten, so steigerte sich die Teilnehmerzahl im Jahre 2018 auf gut 70. „Die Motorradfahrer kommen von überall her, aus dem gesamten Ruhrgebiet“, stellt Christiane Günthör fest, „die weiteste Entfernung legten Biker aus Schwelm zurück.“ Die Frau des Initiators weiß: Über verschiedene Gruppen, wie bei WhatsApp, und Vereine sowie Mundpropaganda erfahren die Menschen von diesem Gottesdienst, der nicht nur für die 52-Jährige ein „besonderes christliches Ereignis“ ist. Wenn die Maschinen an St. Lamberti knattern, dann sei spürbar: „Kirche kann auch anders!“

Der Motorrad-Gottesdienst soll auch Menschen fernab der Kirche erreichen

Genau das war die Idee von Thorsten Günthör, der seit seinem 16. Lebensjahr auf zweirädrige Maschinen „abfährt“. Andere Zeiten, ein anderer Umgang mit Kirche. Denn: „Steine können fallen.“ Eine Messe müsse ja nicht zwangsläufig in einem Gemäuer gefeiert werden. Allerdings wird Propst André Müller in diesem Jahr den Gottesdienst tatsächlich in der Propsteikirche, und nicht wie im Vorjahr unter freiem Himmel zelebrieren.

Die Biker parken ihre „Öfen“ um 10.30 Uhr vor dem Gotteshaus. „Man muss kein katholisches Kirchenmitglied sein, um mitzufeiern“, betont Christiane Günthör. Wer immer Interesse habe, sei willkommen: einerlei welcher Glaubensrichtung. Die Biker legen vor Beginn der Messe (11 Uhr) ihre Helme am Altar nieder, um sie von Propst Müller segnen zu lassen. Christiane Günthör kündigt an: „Die Motorradfahrer werden in den Ablauf des Gottesdienstes einbezogen.“ So sprechen sie beispielsweise Fürbitten wie diese, die Propst Müller und Mitorganisator Jonas Schulte-Eickholt formuliert haben: „Wir bitten Dich für alle, die heute zusammengekommen sind, bewahre sie auf all ihren Wegen. Wir bitten Dich für alle, die auf zwei oder drei Rädern unterwegs sind: Lass sie nicht zu Opfern des Straßenverkehrs werden.“ Aber auch der verstorbenen Biker soll gedacht werden.

Die 52-jährige Gladbeckerin kümmert sich darum, dass die Organisation wie geschmiert läuft: Versicherungsfragen, Kontakt zum Ordnungsamt, Bratwurst und Getränke nach dem Gottesdienst – es gibt vieles zu bedenken. Und auch den Aufbau einer Leinwand in der St.-Lamberti-Kirche hat Günthör im Kopf: Es sollen bildliche Impressionen aus dem Vorjahr laufen.

Der Projektchor St. Franziskus stimmt moderne geistliche Lieder an

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes ist an diesem Vormittag ein wenig anders, als es sonst sein mag. Statt einer Liederauswahl aus dem Gotteslob interpretiert der Projektchor St. Franziskus, in dem Nicola Kotulla den Ton angibt, moderne geistliche Stücke. Christiane Günthör gibt prompt eine Kostprobe und stimmt an: „Here I am, Lord!“

„Hier bin ich, Herr!“ Das können die Biker später in Billerbeck im St.-Ludgerus-Dom sagen, denn er ist das Ziel der Fahrer. Sie schwingen sich um 13 Uhr auf die Sitze ihrer Maschinen, und auf geht’s im Korso zum Jugendkloster Kirchhellen. Danach teilen sich die Teilnehmer in Gruppen auf und nehmen Kurs auf Billerbeck, wo sie eine Andacht feiern wollen. Thorsten Günthör, Gemeindemitarbeiterin Maria Tönnes und Bernhard Balster, ein ehemaliger Fahrlehrer, haben die Route ausgetüftelt.

Organisatoren und Biker dürfen schon jetzt ein Kerzlein anzünden und ein Stoßgebet gen Himmel schicken: Hoffentlich meint Petrus es gut mit ihnen und schickt Sonne . . . Credo der Biker: „Fahre nie schneller als Dein Schutzengel fliegen kann.“

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