Klimanotstand

Dem Klima zuliebe: Dächer in Gladbeck sollen grün werden

Die Förderrichtlinien sind geändert worden. Im Projektgebiet Stadtmitte erhält man nun auch finanzielle Unterstützung, wenn man eine Garage oder eine Lagerhalle begrünen möchte.

Die Förderrichtlinien sind geändert worden. Im Projektgebiet Stadtmitte erhält man nun auch finanzielle Unterstützung, wenn man eine Garage oder eine Lagerhalle begrünen möchte.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Dachbegrünungen sind gut fürs Klima in der Stadt. Um möglichst viele Hausbesitzer davon zu überzeugen, ergreift die Stadt jetzt die Initiative.

Begrünte Fassaden und Dächer, auf denen es blüht und sprießt, sehen nicht nur gut aus – sie sind auch sehr gut fürs Klima in der Stadt. Nicht erst seit Ausrufen des Klimanotstandes in Gladbeck ist man in der Stadt bemüht, mehr Grün in die Innenstadt zu bekommen. Das Hof- und Fassadenprogramm im Projekt Stadtmitte ist schon seit Jahren ein probates Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Um aber noch mehr Immobilienbesitzer von der grünen, klimafreundlichen Idee zu überzeugen, soll der Zugang zu den Fördermitteln jetzt erleichtert, die Richtlinien des Hof- und Fassadenprogramms entsprechend angepasst werden.

Die Immobilie muss im Projektgebiet „Familienfreundliche Stadtmitte“ liegen

Die Förderung in Anspruch nehmen können Hausbesitzer, deren Immobilie im Projektgebiet „Familienfreundliche Stadtmitte“ liegt. Förderfähig sind nun explizit auch entsprechende Maßnahmen an Neubauten sowie an Ein- und Zweifamilienhäusern.

„Da gab es bislang deutlich mehr Einschränkungen, so waren beispielsweise Häuser bis 15 Jahre nach Bezugsfertigkeit von dem Programm ausgeschlossen“, erläutert der städtische Wirtschaftsförderer Peter Breßer-Barnebeck. Und auch eingeschossige Bauten wie Lagerhallen und Garagen können nun mit finanzieller Unterstützung aus dem Fördertopf eine grüne, klimafreundliche Haut erhalten. Zudem kann künftig bei diesen Investitionen in Gebäude eine Zuschuss von 50 Prozent der förderfähigen Kosten ohne Höchstgrenze gewährt werden.

Gladbeck beteiligt sich aktiv an der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von Morgen“

Den klimapolitischen Ansatz erläuterte im jüngsten Innenstadtausschuss Planungsamtsleiter Karsten Fuchte. Gladbeck beteilige sich aktiv an der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von Morgen“. Deren Ziel sei es, die Folgen des Klimawandels durch eine „wasserintensive und klimagerechte Planung“ abzumildern.

Und ein probates Mittel dafür sei eben auch die Begrünung von Dachflächen. Besonders Flachdächer und Dächer mit einer Dachneigung von nur 15 Grad seien geeignet. Grüne Dächer haben nicht nur den praktischen Vorteil, die Dachabdichtung zu schützen. Darüber hinaus bilden sie auch einen natürlichen Lärmschutz, binden Staub und Schadstoffe und seien ein sehr modernes Gestaltungselement.

Die Bauexperten der Stadt beraten und informieren

Die Fördermittel gibt es nur für Maßnahmen im Projektgebiet Stadtmitte.

Grundsätzlich informieren die Bauexperten der Stadtverwaltung aber alle Bauträger, Investoren und Architekten nicht nur über den Beschluss des Klimanotstandes, sondern sie beraten auch intensiv in Fragen zur Dach- und Fassadenbegrünung. Bei jeder geplanten Maßnahme seien mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Da geht es beispielsweise um Punkte wie den Unterhaltsmehraufwand, den Brandschutz aber auch Hygienevorschriften, die eine Rolle spielen. Zudem will die Stadtverwaltung auch vermehrt öffentliche Informationsveranstaltungen zum Thema anbieten.

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