Kommentar

Drosdzol übernimmt eine schwere Aufgabe

Georg Meinert kommentiert die Nominierung von Dietmar Drosdzol zum CDU-Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020.

Georg Meinert kommentiert die Nominierung von Dietmar Drosdzol zum CDU-Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020.

Foto: WAZ

Gladbeck.  Die CDU hat sich entschieden, den Vorsitzenden Dietmar Drosdzol ins Rennen ums Bürgermeisteramt zu schicken. Dazu ein Kommentar.

Ganz so überraschend war es nicht, dass die Christdemokraten am Samstag Dietmar Drosdzol, den Parteivorsitzenden, auf den Schild hoben. Die Buschtrommeln hatten das in den vergangenen Wochen schon signalisiert. Dennoch wählten die Christdemokraten die Show mit großer Bühne, garniert mit einigen Sticheleien auf den politischen Gegner, um die Nominierung offiziell zu machen. Früher als der politische Gegner, ja, aber nicht ganz unberührt von der überraschenderen Abschiedsankündigung Ulrich Rolands.

Irgendwie saß der ewige Bürgermeister Drosdzol und seiner christdemokratischen Wahlkampftruppe bei der Nominierung im Nacken – und wird es zweifellos weiter tun. Schließlich ist er noch 13 Monate im Amt. Dennoch: Nur durch Rolands Verzicht hat die CDU, hat Drosdzol überhaupt ein Chance.

Der CDU-Stadtverbandschef muss noch eine Schüppe drauf legen

Ob Drosdzol die richtige Wahl ist, wird sich zeigen müssen. Er ist Gladbecker, ist seit langem in der Politik – hat aber keine Verwaltungserfahrung und gehört im Rat nicht zu den Geistern, die ausgleichend oder charismatisch wirken. Drosdzol wird eine Schüppe drauflegen müssen, um zu überzeugen. Zweifellos beweist er Mut und Entschlossenheit. Denn er übernimmt mit der Kandidatur eine schwere Aufgabe.

Es wird vor allem drauf ankommen, welchen Kandidaten die Konkurrenz aufbieten wird. Die SPD lässt sich Zeit und widmet sich erstmal ihrem inhaltlichen Programm. Sie sollte nicht zu sehr auf den Roland-Effekt setzen. Und dann sind da noch die Grünen: Es kann gut sein, dass auch sie einen eigenen Kandidaten aufstellen, der den beiden anderen angesichts der politischen Großwetterlage gefährlich werden könnte.

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