Kriminalität

Geldautomaten: FDP kritisiert Sicherheitskonzept in Gladbeck

Spurensicherung der Kriminalpolizei an einem aufgesprengten Geldautomaten in Duisburg am 12. Juni.

Spurensicherung der Kriminalpolizei an einem aufgesprengten Geldautomaten in Duisburg am 12. Juni.

Gladbeck  Die Sparkasse Gladbeck hat stadtweit vier Standorte geschlossen. Das Risiko eines Raubüberfalls mit Sprengstoff wurde dort mit hoch bewertet.

Die FDP-Gladbeck kritisiert, dass die Sparkasse im Stadtgebiet aus Sicherheitsgründen vier Geldautomaten-Standorte geschlossen hat. Dies sei eine Belastung, gerade für benachteiligte Bürger, so Michael Tack. Der FDP-Vorsitzende stellte dazu auch eine Anfrage der Ratsfraktion DSL an den Bürgermeister.

Schritt wurde aufgrund dringender Empfehlung des LKA vollzogen

Da zudem auch an weiteren Sparkasse-Standorten die Öffnungszeiten eingeschränkt worden sei, stelle dies "aus unserer Sicht eine erhebliche Belastung der Bevölkerung dar. Diese Entscheidung trifft insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie Seniorinnen und Senioren“, äußert sich Bürgermeister-Kandidat Michael Tack.

Die Sparkasse hatte den Schritt kurzfristig aufgrund eines Sicherheitskonzeptes und dringender Empfehlung des Landeskriminalamtes vollzogen. Hintergrund: Die Anschläge brutaler Räuberbanden aus den Niederlanden mit Festsprengstoff auf Geldautomaten haben deutlich zugenommen. Die Gefährdung von Menschenleben durch die enorme Sprengwirkung wird befürchtet, insbesondere, wenn die Automaten in Wohnhäusern, oder deren direkter Nähe installiert sind.

FDP fordert verbesserte Sicherheitsstandards statt Standortschließung

„Der Alltag wird für viele Menschen in den betroffenen Stadtbezirken beschwerlicher“, vermutet Bürgermeister-Kandidat Tack. Info dazu: Nach den Schließungen stehen den Gladbecker Bürgern stadtweit noch 19 Geldautomaten der Sparkasse zur Verfügung. Tack ist der Meinung, dass veränderte Sicherheitsstandards bei den Bankautomaten die Schließung überflüssig machten: „Zur Frage, wie Sprengungen von Geldautomaten weitestgehend verhindert werden können, lohnt sich ein Blick in unser Nachbarland Niederlande“, konstatiert Tack.

Darauf bezieht sich auch die Anfrage der DSL:
• Wie schaffen es die Niederlande Sprengungen von Bankautomaten weitestgehend zu verhindern?
• Welche technisch verfügbare höhere Sicherheitsstandards gegen Sprengung für Bankautomaten gibt?
• Warum stellt die Stadtsparkasse ihre Bankautomaten nicht auf höhere bzw sicherere Standards um?

Die Antwort aus dem Bürgermeisterbüro widerlegt Tacks Annahme: Sprengstoffanschläge fänden auch in den Niederlanden statt. "Nachdem dort die Automaten gegen Gassprengungen gesichert wurden, haben die Täter auf Festsprengstoffe umgerüstet." Die Stadtsparkasse habe in den vergangenen Jahren sukzessive in den Sicherheitsausbau der Geldautomaten investiert. Aber: "Es gibt keine Automaten, die einem Anschlag mit Festsprengstoff widerstehen können".

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