B224

„Gladbeck soll sich gegen A52-Pläne zur Wehr setzen“

Eine Kurzbaustelle machte es Anfang August erforderlich, den Verkehr auf der B224 zwischen Gelsenkirchen-Buer und Gladbeck einspurig zu führen.

Eine Kurzbaustelle machte es Anfang August erforderlich, den Verkehr auf der B224 zwischen Gelsenkirchen-Buer und Gladbeck einspurig zu führen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Stephan Müller, Vorstandsmitglied des Bürgerforums Gladbeck, hält Ausbau der B224 für unmöglich. Schäden für Mensch und Umwelt seien immens.

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Landschaftsarchitekt Stephan Müller, Vorstandsmitglied des Bürgerforums Gladbeck, reagiert auf die Kurzbaustellen auf der B224 an den vergangenen Wochenenden. Sie beweisen nach seiner Ansicht, „dass der Bau der A52 durch Gladbeck nicht möglich ist“. Der Ingenieur dringt darauf, dass „Gladbeck sich konsequent gegen die A52-Planung des Bundes zur Wehr“ setzt, wie es im Ratsbürgerentscheid mehrheitlich beschlossen worden sei.

Die A52-Großbaustelle würde die städtischen Zufahrten zu überregionalen Straßen sieben Tage pro Woche, rund um die Uhr, für mindestens zehn Jahre blockieren. Als Vergleich zieht Müller die Baustelle an der A43 bei Recklinghausen heran, die seit fünf Jahren den Verkehr auf der A2 und A3 beeinträchtige. „Schwerverkehr innerhalb der Stadt umzuleiten, scheitert beispielsweise an der für Lkw zu niedrigen Durchfahrtshöhe der Bahnbrücke von 3,8 Meter über die Konrad-Adenauer-Allee“, so Müller. Schwere Laster über die Buersche Straße zu leiten, findet Müller „lebensgefährlich für Radfahrer und Fußgänger“.

Insgesamt wäre die „A52-Baustelle Gift für die Lebensqualität einer ganzen Gladbecker Generation und das sichere Aus für viele Mittelständler in Brauck und Geschäfte in der Innenstadt“. Die neue Autobahn würde die Lage kaum verbessern: „Denn Gladbeck hätte dann statt wie bislang fünf Zufahren zur B224 nur noch zwei Zu-/Abfahrten zur bzw. von der A52, unmittelbar am ,Roten Turm’ und am Wittringer Park.“

Müllers Vorschlag: Man müsste „vor dem Kreuz Marl-Nord und an der A2 dauerhaft darauf hinweisen, dass der Fernverkehr auf der A43, der A2 und der A42 zu bleiben hat, damit er auf der Abkürzung durch Gladbeck nicht stecken bleibt“. Mit einer Einbeziehung der Gladbecker B224 in die Umweltzone Ruhr könnten Temporeduzierungen und Nachtfahrverbote angeordnet werden.

„Gladbecker wären für einen Klimaschaden mit vielen tausend Tonnen CO2 verantwortlich“

Aber Bürgermeister Ulrich Roland, SPD, CDU und Gladbecker Grüne würden die A52 gegen den erklärten Willen der Gladbecker herbeireden und sogar mitfinanzieren wollen. Mit dem Bau wären die Gladbecker für einen „Klimaschaden mit vielen tausend Tonnen CO2 im Jahr verantwortlich“. Die Kosten von geschätzten 500 Millionen Euro „fehlen für klimaschonende und dringend notwendige Verkehrsprojekte im regionalen Umfeld“.

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