Heimat

Heimat soll in Rentfort-Nord Heimat bleiben können

Quartiersmanager Norbert Dyhringer bringt Aktionen an den Start, die den Kontakt unter den Menschen im Gladbecker Stadtteil Rentfort-Nord und Aktivitäten vor Ort fördern. Foto:Lutz von Staegmann

Quartiersmanager Norbert Dyhringer bringt Aktionen an den Start, die den Kontakt unter den Menschen im Gladbecker Stadtteil Rentfort-Nord und Aktivitäten vor Ort fördern. Foto:Lutz von Staegmann

Der Quartiersmanager Norbert Dyhringer beschreitet in Rentfort-Nord viele Wege, damit sich Senioren in ihrem gewohnten Umfeld wohlfühlen.

Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Das wussten schon die alten Lateiner. Und auch Norbert Dyhringer ist bewusst: Wer einmal an einem Ort Wurzeln geschlagen und eine Heimat gefunden hat, möchte dort alt werden. „Deswegen hat das Deutsche Hilfswerk das Quartiersmanagement gestartet“, sagt der „Kümmerer“ vom Dienst in Rentfort-Nord.

Wohnungsbau auf der grünen Wiese

Dyhringer betont: „Unser Ziel ist, dass die Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können.“ Besonders im Blick: Senioren. Sie haben hier ihre Heimat gefunden. Viele in der älteren Generation seien in Rentfort-Nord seit den 1960er Jahren verwurzelt: „Dieser Stadtteil hier hat eine andere Struktur als andere: Während woanders Bergmannskolonien gewachsen sind, wurden in Rentfort-Nord Wohnungen auf die grüne Wiese gesetzt.“ Junge Familien siedelten sich an, veränderten sich im Laufe der Jahrzehnte: Kinder wurden erwachsen, zogen weg. Die Eltern-Generation blieb häufig. „Daher liegt das Durchschnittsalter über dem in anderen Stadtteilen“, stellt Dyrhinger fest. Und darauf zielt seine Arbeit ab. Nahversorgung, Mobilität, Einsamkeit – allesamt Themen, die für ältere Menschen in Rentfort-Nord eine Rolle spielen.

Reparatur-Café und Taschengeldbörse

Viele Wege schlägt Dyhringer ein, damit Heimat Heimat bleiben kann. Einer davon: das Netzwerk „nebenan.de“, in dem der Quartiersmanager vor einem Jahr eine lokale Gruppe an den Start brachte, „sehr professionell und gebührenfrei“. 95 Teilnehmer in Rentfort-Nord machen mittlerweile mit – bei einer Einwohnerzahl von 7000 Menschen. Es könnten mehr sein, gibt Dyhringer zu: „In Großstädten erlebt nebenan.de einen Boom.“ Er fragt sich: „Vielleicht gibt’s bei uns schon genügend Angebote und es besteht kein Bedarf mehr?“ Er denkt da beispielsweise an das Reparatur-Café oder die Taschengeldbörse (wieder nach den Sommerferien): Schüler gehen Senioren bei alltäglichen Arbeiten, zum Beispiel beim Einkaufen, zur Hand.

Neue Kontakte knüpfen

Wer bei nebenan.de mit von der Partie ist, nutzt die Chance, mit anderen Bewohnern in Rentfort-Nord Kontakte zu knüpfen. „Sinn ist, in direkter Nachbarschaft Senioren zu helfen und Gleichgesinnte zu finden“, so Dyhringer. Er listet Möglichkeiten auf: „Manche suchen jemanden zum Spazierengehen oder Schwimmen; jemand anders würde sich freuen, wenn ihm vorgelesen wird. Und manche haben einfach eine gute Idee, für die sie Unterstützer suchen.“ Es seien viele Nutzer dabei, die Hilfe geben und nicht nehmen wollen. Das Alter spiele dabei keine Rolle.

ZWAR-Gruppe geplant

Ein weiterer Baustein, Vernetzung und Engagement zu fördern, soll demnächst eine Gruppe „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ (ZWAR) in Rentfort-Nord sein. Dyhringer: „Da treffen sich Menschen ab 55 Jahre, um gemeinsam ihre Freizeit zu gestalten.“

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