Freiwilligendienst

Junge Gladbeckerin reist für soziales Projekt nach Peru

Die Gladbeckerin Vera Keddigkeit (18) hat im Juni ihr Abitur bestanden und absolviert ab August über den CVJM einen Freiwilligendienst in Peru.

Die Gladbeckerin Vera Keddigkeit (18) hat im Juni ihr Abitur bestanden und absolviert ab August über den CVJM einen Freiwilligendienst in Peru.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Vera Keddigkeit verbringt ein Jahr in Lima, der Hauptstadt des Andenstaates. Die Abiturientin will Menschen im Armenviertel Independencia helfen.

Es sind nicht mehr ganz sechs Wochen, dann steht Vera Keddigkeit am Flughafen, um in ihr freiwilliges soziales Jahr nach Peru zu starten. Die 18-Jährige wird mit sechs weiteren jungen Erwachsenen zwölf Monate in der Hauptstadt Lima leben und sich dort in sozialen Projekten engagieren. Vera war bereits vor einiger Zeit für einen Austausch in Brasilien – „und so wusste ich direkt, wenn ich ins Ausland gehe, dann wieder nach Lateinamerika“, sagt sie.

Die Entsendeorganisation war schnell gefunden: Über die AG des Verbandes CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen), der weltweit als YMCA bekannt ist, hat Vera Keddigkeit das Projekt in Peru entdeckt. „In Peru selbst gibt es verschiedene Projekte, an denen wir alle mitarbeiten können“, erzählt sie, „und neben Lima gibt es noch FSJler, die nach Trujillo (die Kulturhauptstadt im Norden Perus) und Arequipa (UNESCO Kulturerbe in den Anden) gehen“.

Die Hauptstadt Lima hat 8,5 Millionen Einwohner

Die Metropole Lima hat rund 8,5 Millionen Einwohner und ist so nicht mit Gladbeck (rund 78.000 Einwohner) zu vergleichen. Vera will gerne im Armenviertel Independencia helfen, das mit 200.000 Einwohnern noch um ein Vielfaches größer ist als unsere Stadt. „Ich möchte vor Ort anpacken und etwas bewegen“, erzählt die Abiturientin begeistert. In Independencia wird sie mit zehn weiteren Volontären Frauengruppen betreuen, die sich einmal pro Woche treffen, häkeln und stricken und das dann verkaufen, um finanziell unabhängig sein zu können. Außerdem werden Kinder und Jugendliche in Deutsch oder Englisch unterrichtet. „Wir dürfen uns aussuchen, was wir machen wollen“, erzählt Vera Keddigkeit, „gemessen an dem, was wir schon können.“ Sie kann sich aber auch vorstellen, handwerklich aktiv zu werden und berichtet: „Volos des vergangenen Jahres haben für eine Familie ein Haus gebaut, sowas finde ich toll.“

Nachdem im Januar das Okay für das Freiwilligenjahr in Peru kam, für das Vera sich im November beworben hatte, gab es so Einiges zu erledigen: diverse Impfungen gegen zum Beispiel Tetanus oder Typhus, das Visum beantragen, Spanisch lernen. In den letzten Wochen hat Vera Keddigkeit deswegen direkt nach dem Abitur am Max-Planck-Gymnasium erst einmal angefangen, spanische Vokabeln zu büffeln. Dennoch: „Wir werden die ersten drei Monate einen Sprachkurs machen“, das weiß Vera schon. Nach einem Monat ziehen die Freiwilligendienstler dann vom Hotel in Gastfamilien um.

Ausgewanderte Familie aus Deutschland als Anlaufstelle

Doch was beruhigt: In Lima gibt es eine aus Deutschland ausgewanderte Familie, an die sich die Freiwilligendienstler des CVJM wenden dürfen. So erzählt Vera: „Ich habe zum Beispiel gelesen, dass einige Freiwilligendienstler vor ein oder zwei

Jahren an Weihnachten mit der ausgewanderten Familie in einen deutschen Gottesdienst gegangen ist und mit ihnen Weihnachten gefeiert hat“.

Privat setzt sich Vera Keddigkeit schon seit einigen Jahren in sozialen Gruppen ein. Sie ist „quasi von Geburt an“ Mitglied im CVJM Gelsenkirchen, hat aber auch schon Ferienfreizeiten über Kirchengemeinde oder AWO mitbetreut. Die letzten Wochen bis zum Abflug sind nun ziemlich vollgepackt. Da ist zunächst der Urlaub mit der Familie in Dänemark, dann noch ein zehntägiges Vorbereitungsseminar des CVJM in Kassel und eine Abschiedsfeier, und ruckzuck geht’s los.

Sie freut sich auf das Auslandsjahr, doch ein bisschen mulmig ist ihr schon, sagt Vera. „Ich habe Sorge vor der Sprachbarriere. Immerhin kann ich so gut wie gar kein Spanisch bisher.“ Dass sie Familie und Freunde lange nicht sehen wird, ist ihr auch bewusst, aber: „Ich glaube, mich persönlich bringt dieses Auslandsjahr eine ganze Menge. Und ich will unbedingt weggehen und etwas ganz anderes von der Welt sehen.“

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