Wohnheim für Behinderte

Nach Abriss der Kirche beginnt der Bau vom Johannes-Quartier

Die markante Figur des Johannes, die noch vor der katholischen Kirche an der Buersche Straße steht, erhält nach dem Abriss einen neuen Standort auf dem Platz des neuen Johannes-Quartiers.

Die markante Figur des Johannes, die noch vor der katholischen Kirche an der Buersche Straße steht, erhält nach dem Abriss einen neuen Standort auf dem Platz des neuen Johannes-Quartiers.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die Caritas baut in Gladbeck ein fünftes Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung. Ist es fertig, wird das St.-Suitbert-Haus aufgegeben.

Wenn eine Kirche aufgegeben, ja sogar abgerissen werden muss, dann ist das immer ein äußerst schmerzhafter Prozess für alle Beteiligten. Die Menschen der katholischen Gemeinde St. Johannes in Gladbeck-Ost durchleben diesen Prozess gerade. Ihre Kirche an der Buersche Straße ist nicht mehr zu halten. Die Caritas will auf dem Kirchengrundstück ein neues Quartier bauen. Immerhin: Das Quartier soll nicht nur den Namen „Johannes“ bekommen, sondern auch zu einem Ort werden, an dem auch künftig dem vielfältigen Gemeindeleben ganz viel Raum gewährt wird.

Ganz viel Gemeindeleben von St. Johannes soll im Jugendheim stattfinden

„Die Anbindung an den Standort muss bleiben, auch wenn die Kirche nicht mehr da ist“, betonte Rainer Knubben.

Der Vorstand des Gladbecker Caritasverbandes stellte in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses die Pläne für die Neubebauung vor. Die Aufgabe der Kirche falle nicht leicht, betonte Knubben anfangs. „Wir haben gemeinsam mit den Menschen der Gemeinde auch schon viel Trauerarbeit geleistet.“

Man habe alle Chancen zum Erhalt geprüft, aber alles sei an den Finanzen gescheitert: „Die schwierige Bauart der Johannes-Kirche macht es nicht möglich.“

Knubben sicherte aber zu, dass Abriss und Neubebauung erst starten, wenn es der Gemeinde gelungen ist, das Jugendheim so aufzustellen, das dort ganz viel Gemeindeleben stattfindet.

Das Jugendheim von St. Johannes bleibt nämlich erhalten. Ebenso die Grillhütte daneben, die ein beliebter Treffpunkt für die Menschen in Gladbeck-Ost ist. An das Jugendheim, erklärte Knubben, wird eine große Terrasse angebaut, von der aus man auf den neuen, zentralen Platz des Johannes-Quartiers schauen kann. Hier soll auch die Figur des St. Johannes, die noch vor der Kirche steht, aufgestellt werden.

Das Grundstück mit Pfarrhaus und Kirche kauft die Caritas

Neben dem Jugendheim soll in Regie der Propsteipfarrei St. Lamberti ein Haus mit barrierefreien Wohnungen gebaut werden. Das Grundstück, auf dem Pfarrhaus und Kirche stehen, kauft die Caritas und baut dort ein Wohnheim und eine Tagesbetreuung für Menschen mit geistiger Behinderung. Das Wohnhaus soll 24 Menschen auf drei Etagen ein neues Zuhause bieten. Die Tagesbetreuung, so Knubben, wird 55 Plätze bekommen.

Aktuell liege der Bedarf bei 30 Plätzen. Aber mit Blick auf die Alterspyramide habe man mehr Raum eingeplant. Die Tagesbetreuung ist überwiegend für die Menschen gedacht, die nicht mehr in den Caritas-Werkstätten arbeiten können. Außerhalb der von der Caritas benötigten Zeiten könne das Gebäude der Tagesbetreuung von der Gemeinde und gerne auch von anderen Gruppen aus dem Stadtteil genutzt werden.

Ein genauer Baustart für das Johannes-Quartier steht noch nicht fest

Sobald der Caritas-Neubau fertig ist, können die 24 Bewohner umziehen, die derzeit noch im Suitbert-Haus leben. Das Wohnheim an der Buersche Straße ist das letzte von fünf Neubauprojekten in zentraler Lage für die Menschen mit Behinderung. Danach gibt die Caritas das St.-Suitbert-Haus in Brauck auf. Über den genauen zeitlichen Ablauf wollte Rainer Knubben noch keine Aussage machen: Termine für den Abriss der Kirche St. Johannes und den Baubeginn im Johannes-Quartier wolle man erst nennen, wenn wirklich alle Behördenangelegenheiten abgeschlossen seien.

Das Gleiche gelte auch für die Pläne, die der Caritasverband mit dem Suitbert-Haus tief im Süden von Gladbeck hat. Als Wohnheim wird es aufgegeben, weil es einfach zu weit außerhalb liegt, und die Menschen mit Behinderung, die dort im Moment noch wohnen, nur schwer die Möglichkeit haben am Leben in der Stadt teilzunehmen. Für das Suitbert-Haus, so der Caritas-Chef, gebe es zwar schon Pläne. Noch sei aber nichts in trockenen Tüchern. Knubben: „Eines kann ich aber fest versprechen. Leer stehen und zur Schrottimmobilie verkommen wird das Haus auf keinen Fall. Dann reißen wir es lieber ab!“

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