40. Spendenfahrt

Tschernobyl-Helfer bringen 1500 Pakete nach Weißrussland

Die Menschen in den Dörfern der weißrussischen Region nahe Tschernobyl freuen sich über die Spenden aus Gladbeck, die das Team von „Herz und Hände für Tschernobyl“ brachte.

Die Menschen in den Dörfern der weißrussischen Region nahe Tschernobyl freuen sich über die Spenden aus Gladbeck, die das Team von „Herz und Hände für Tschernobyl“ brachte.

Foto: Knut Busse

Gladbeck.  Der Verein „Herz und Hände für Tschernobyl“ versorgte wieder die Menschen in der notleidenden Region um Mosyr mit Hilfsgütern aus Gladbeck.

Vier ehrenamtliche Helfer des Gladbecker Hilfsvereins „Herz und Hände für Tschernobyl“ sind von der jüngsten, der inzwischen 40. Spendenfahrt in die nach wie vor notleidende weißrussische Grenzregion zum ukrainischen Katastrophengebiet Tschernobyl zurückgekehrt. 1500 Kartons mit Hilfsgütern aller Art aus Gladbeck waren zuvor per Lkw in den Osten Europas transportiert worden.

„Die Not ist weiterhin sehr groß“, wissen die Rückkehrer Knut Busse, Ingrid Kühn, Ulla Poziech und Heidi Strebin zu berichten. „Man kann sich kaum vorstellen, wie arm die Dörfer rund um das Katastrophen-Kraftwerk Tschernobyl sind.“ Die Freude der Bewohner der Orte Kirow, Krasnowka, Derzhinsk, Gabrilowitschi und Alexandrowka sei unbeschreiblich groß gewesen, da diese Dörfer, nur sechs Kilometer vor der ukrainischen Grenze, bislang noch nie Hilfsgüter erhalten hätten. Ursprünglich gab es in diesem Gebiet einmal 121 Dörfer, 60 davon mussten aufgrund der hohen Strahlenbelastung aufgegeben werden.

Spendentransporter braucht Monate durch den Zoll

Die Helfer brachten zuvor in Gladbeck verpackte Hilfsgüter wie Bekleidung, Schuhe, Hausrat, Bettwäsche, Pflege- und Inkontinenzmittel mit, aber auch Rollstühle und Rollatoren. Die Hilfsgüter waren schon Mitte Februar per Lkw auf die Reise geschickt worden. Die monatelange Anlaufzeit sei nötig, um die Ladung durch den Zoll zu bekommen, der sich unbeschreiblich viel Zeit lasse bei der Abfertigung. Die vier aktiven Helfer flogen nach dem Eintreffen der Spenden nach Weißrussland, um selbst die Verteilung vorzunehmen. Auch das sei sehr beschwerlich: Zunächst Flug nach Kiew, dann weiter nach Minsk, schließlich eine sechsstündige Busfahrt in die Grenzregion.

Neben der Verteilung in den Dörfern erhielt das Krankenhaus in Jurowitschi, eine Behindertenorganisation in Mosyr sowie sozial schwache Familien Bekleidung, Hilfs- und Inkontinenzmittel. Das Zentrum „Raduga“ konnte sich über Kinderrollstühle und Rollatoren freuen. „Natürlich besuchten wir auch wieder die Sozialstation in Babrowitschi mit 21 alten Menschen“, berichten die vier Helfer nach ihrer Rückkehr. „Dort verteilten wir Bekleidung, Lebensmittel und hinterließen auch eine Geldspende.“ Auch in diesem Altenheim sei die Freude riesengroß gewesen.

Herz&Hände-Team bittet weiter um Spenden

Ziel der kleinen Reisegruppe aus Gladbeck sollte auch das Dorf Tulgowitschi sein, in dem einst 82 Menschen lebten. Nach der Tschernobyl-Katastrophe zählte der Ort zu den Dörfern, die evakuiert wurden. „Trotzdem waren einige Bewohner zurückgekehrt, die wurden von uns immer besucht und betreut“, so Knut Busse. „Jetzt lebt aber nur noch ein Mann dort, der sich um die Forstwirtschaft kümmert.“ Das Dorf konnten die Gladbecker diesmal nicht mehr besuchen. Daher trafen sie sich mit Familienangehörigen außerhalb bei einem Essen, um Erinnerungen auszutauschen.

Bis auf den letzten Karton seien am Ende alle Spenden „bei großer Hitze“ verteilt worden, so die Helfer von „Herz und Hände für Tschernobyl“. Trotz der vielen Anstrengungen sei es „ein wundervolles Gefühl gewesen, so vielen Menschen wieder geholfen zu haben“. Ausdrücklich bedankt sich das „Herz&Hände-Team“ bei den Gladbeckern, die erneut gespendet haben und bitten, dies weiterhin zu tun. „Ihre Hilfe ist auch nach so vielen Jahren nötig.“

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