Grundschulen

Versprochene Islam-Lehrer: Kein Bewerber für Gladbeck

Ein Grundschüler liest während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch.

Ein Grundschüler liest während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch.

Foto: Oliver Berg / dpa

Gladbeck.  Für drei Gladbecker Grundschulen wurde eine IRU-Stelle ausgeschrieben. Die Absolventen der Uni Münster gehen lieber zu weiterführenden Schulen.

Die Erwartungen und Versprechungen waren groß, dass Gladbeck zu den ersten Städten gehört, in der frisch ausgebildete Lehrer nach den Sommerferien Islamischen Religionsunterricht (IRU) an Grundschulen unterrichten. Der Vorfreude folgt Ernüchterung: Auf die drei in Gladbeck eingerichteten Stellen hat sich kein Studienabsolvent beworben.

Das teilte Bettina Weist, Leiterin des Amtes für Bildung und Erziehung, jetzt dem Schulausschuss auf Antrag der CDU mit. Dabei hatte zunächst alles so gut ausgesehen. Dr. Ahmet Ünalan, Referent im Schulministerium, hatte als Gast in der Sitzung des Gladbecker Integrationsrates im Februar zugesichert, dass von den ersten Uni-Absolventen, die nach den neuen Richtlinien für den Islamischen Religionsunterricht ausgebildet wurden, bevorzugt welche Gladbeck zugeteilt werden. Dies sei erklärter Wunsch des Schulministeriums, das Gladbeck zum Thema im Fokus habe, weil am Heisenberg-Gymnasium IRU als Abiturfach angeboten werde und hierzu jetzt landesweit erstmals Abiturprüfungen erfolgten.

Drei Stellen sind ausgeschrieben worden

Die Südpark-, Mosaik- und Pestalozzischule hatten sich so für die Einrichtung einer IRU-Stelle beworben. Erfolgreich, die Stellen wurden vom Schulamt des Kreises Recklinghausen als unterer Schulaufsichtsbehörde eingerichtet und ausgeschrieben. „Sie konnten mangels qualifizierter Bewerber nicht besetzt werden“, so Weist. Die auch kritisierte, dass man im Vorfeld versucht habe, ein Gespräch zwischen Dr. Ünalan und Schulrätin Friederike Manthey zu vermitteln, „um konkret zu bereden, was in Aussicht gestellt worden war“. Es sei leider aber „zu keinem Kontakt gekommen“.

Die lediglich 20 IRU-Absolventen, die im Sommer erfolgreich ihr Studium in Münster beendeten, bewarben sich ausschließlich für ebenfalls ausgeschriebene Stellen von Schulen der Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. Hier ist die Besoldung auch höher, als für Grundschulen.

Ministerium hat nur beschränkte Möglichkeiten

Dr. Ünalan räumte auf Anfrage der WAZ ein, dass das Schulministerium nur beschränkte Möglichkeiten habe, auf die Bewerbungen der Absolventen Einfluss zu nehmen. Gleichwohl sei das Ministerium mit der Bezirksregierung bemüht, die drei Gladbecker Grundschulen, „so wie versprochen, mit Lehrern zu versorgen“. Im Gladbecker Bildungsamt setzt man jetzt auf den Herbst, dann schließen die nächsten Lehramts-Studenten in Münster ihr Studium der Islamischen Religionswissenschaft ab.

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