Neuer Spielebereich

150 Quadratmeter: Händler aus Hohenlimburg setzt auf Gaming

Auf 150 Quadratmeter bietet Euronics neuerdings eine Vielzahl von Gaming-Zubehör. 

Auf 150 Quadratmeter bietet Euronics neuerdings eine Vielzahl von Gaming-Zubehör. 

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Von 15 auf 150 Quadratmeter: Berlet erweitert seinen Spiele-Bereich deutlich und will damit die Zocker-Szene ansprechen.

Ein kleiner Zocker-Tempel in Elsey: Der Elektronikmarkt Berlet hat seinen Bereich für Computer- und Konsolenspiele deutlich erweitert. Auf rund 150 Quadratmetern breitet sich nun ein Spiele-Bereich aus, wie es ihn selten in einem deutschen Elektronikhandel gibt: Acht Gaming-PCs, VR-Brille, Playstation, X-Box One, Nintendo und mehr – alles zum Ausprobieren direkt im Geschäft. Dazu eine Station mit Touch-Display, an der man sich die Teile seines Wunsch-Computers im Baukasten-Prinzip zusammenbasteln kann. Ähnlich, wie man es mit Küchen beim Möbelhändler machen kann.

„Es braucht dieses besondere Erlebnis in der Filiale vor Ort, damit die Kunden nicht auf Dauer im Internet kaufen“, sagt Daniel Manczyk, Bereichsleiter Computerabteilung bei Berlet. „Wir wollen das Spielen erlebbar machen, ähnlich wie es früher im Spielzeugladen war.“

Szene schwer zu erreichen

Mit dem großen Gaming-Bereich wagt der Elektronikhändler aus Hohenlimburg aber auch einen großen Schritt hin zu einer Zielgruppe, die lange vom Einzelhandel vernachlässigt wurde. „Da haben wir viele Jahre gepennt“, sagt Manczyk.

Schwierig sei es deshalb auch, nun die Szene zu erreichen. Für Mancyk ist es „wie Steine klopfen.“ Der Weg führt über Soziale Medien, insbesondere Facebook und Instagram. Und da kommt „Rocket Channel“ ins Spiel. Über diesen Kanal stellt ein Hagener, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, auf Youtube eigene Filme ins Internet, in denen er beim Spielen zu sehen ist. „Ich habe Berlet angeboten, eine Kooperation einzugehen, weil ich deren Gamingbereich entdeckt habe“, sagt der Youtuber. Und er traf auf Interesse. „Wir haben uns seine ersten Videos angeschaut und das sah schon ganz vielversprechend aus“, so Michael Prinz, Marketingleiter von Berlet. Als erstes gemeinsames Projekt entstand ein Image-Film für den Gamingbereich, der kürzlich auf der Facebookseite von Berlet seine Premiere feierte. „Wir planen, langfristig mit dem Youtuber in Kontakt zu bleiben“, zeigt sich Prinz zufrieden.

Derweil soll das Konzept des Gaming-Bereichs auch über die Grenzen Hohenlimburgs erweitert werden. So baut Berlet zurzeit in Neheim einen neuen Markt, der mit einem ähnlichen Bereich ausgestattet sein wird, wenn auch etwas kleiner als in Hohenlimburg. „Langfristig sollen alle Filialen so ausgestattet werden“, will Prinz auch in Zukunft weiter auf das Thema Gaming setzen. Die Aussichten sind vielversprechend: Laut Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung erwirtschaftete die Spieleindustrie allein im Jahr 2018 deutschlandweit einen Umsatz von rund 4,4 Milliarden Euro. Tendenz steigend.

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