Verkehr

2000 neue Pflanzen für die Erdwälle am Boeler Ring

Die Erdwälle müssen regelmäßig gepflegt werden.

Foto: Michael Kleinrensing

Die Erdwälle müssen regelmäßig gepflegt werden. Foto: Michael Kleinrensing

Boele.   Um die Stabilität der Bauwerke zu erhöhen, müssen die dem Lärmschutz dienenden Erdwälle am Boeler Ring regelmäßig aufwändig gepflegt werden.

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) hat den Erdwall am Boeler Ring mit 2000 Pflanzen verstärken lassen. Dadurch wird das Bauwerk aber nicht attraktiver, im Gegenteil: Die jetzt gepflanzten Heckenkirschen, Schneebeeren und Efeugewächse sollen die Rosen ersetzen, die mit ihren Blüten viel Farbe und Abwechslung in die dicht bewachsenen Wallhänge brachten. „In Wirklichkeit sind die Rosen für uns ein Problem“, berichtet Thomas Becker, Fachleiter beim WBH.

Die Rosen mögen zwar hübsch anzuschauen sein, sind aber lichtdurchlässig und ermöglichen zahlreichen unerwünschten Unkräutern, auf den Erdwällen emporzuschießen. Das wiederum begünstigt die Erosion des Bodens auf den bis zu 60 Grad steilen Hängen, die zusätzlich mit einer für Autofahrer kaum sichtbaren Baustahlmatte gesichert sind.

8000 Euro pro Arbeitseinsatz

Die Folge: Achtmal pro Jahr schickt eine vom WBH beauftragte Gartenbaufirma ein halbes Dutzend Arbeiter in den Hang, um das Unkraut zu jäten und weitere Pflegemaßnahmen durchzuführen. Ein Einsatz, der jedesmal mit 8000 Euro zu Buche schlägt.

Langfristig will der WBH diese Ausgaben reduzieren. Wenn die bodendeckenden Pflanzen, durch deren Blätter quasi kein Sonnenlicht zum Erdreich vordringt, die Rosen erst einmal vollständig ersetzt haben, gestaltet sich die Wartung der Hänge weit weniger aufwändig. „Wir wollen uns die Pflege der Bauwerke erleichtern“, betont Becker: „Wenn der Boden dicht ist, siedelt sich kein Unkraut mehr an.“

Sprenkleranlage unzureichend

Ganz ohne Kultivierungsmaßnahmen wird es allerdings auch in Zukunft nicht gehen. Denn die in die Wälle integrierte Sprinkleranlage, deren Düsen – ebenfalls kaum sichtbar – aus der Krone der Bauwerke herausragen, hat sich für die Bewässerung der gesamten Anlage als unzureichend erwiesen. „Ein Teil des Wassers vernebelt oder wird durch Winddrift abgetrieben“, berichtet Martin Kleine, Bezirksleiter beim WBH.

16 000 Liter Lennewasser

Vor allem nach Hitzeperioden müssen die Pflanzen deshalb zusätzlich mit Wasser versorgt werden, vor allem die steileren, zur Straße hin gelegenen Innenseiten der Wälle trocknen sonst schnell aus. 16 000 Liter Lennewasser wird an heißen Tagen auf den Hangbewuchs verteilt.

Seinen Zweck aber erfüllen die für den Lärmschutz angelegten Wälle bis heute: Sie halten die Geräusche der täglich knapp 17 500 über den Boeler Ring fahrenden Autos und Lastwagen von der angrenzenden Wohnbebauung fern. Schließlich dient der vor acht Jahren eröffnete Straßenabschnitt der Entlastung des Boeler Ortskerns: „Der Boeler Ring ist ein gutes Beispiel für Nachhaltigkeit“, sagt Bezirksbürgermeister Heinz-Dieter Kohaupt: „Ein Indiz für die Fortschrittlichkeit und Lebensqualität des Stadtteils Boele und der Stadt Hagen.

>>Hintergrund: 665 Meter Länge

  • Die dem Lärmschutz dienenden Erdwälle zwischen den beiden Kreisverkehren am Boeler Ring sind 665 Meter lang, ca. fünf Meter hoch und bis zu 60 Grad steil.
  • Um Fäulnisprozessen vorzubeugen, befindet sich im Inneren der Erdbauwerke kaum humoser Boden.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik