Protestaktion

252 Unterschriften gegen Erweiterung der Mobilfunkanlage

Dirk-J. Scharff, Berchumer Bürger und Politiker übergaben gestern Nachmittag  252 Unterschriften im Rahmen der Aktion „Zieht den Stecker"

Dirk-J. Scharff, Berchumer Bürger und Politiker übergaben gestern Nachmittag 252 Unterschriften im Rahmen der Aktion „Zieht den Stecker"

Foto: WP

Berchum.   Die Volksseele in Berchum ist erhitzt. Grund dafür ist die geplante Erweiterung der Antennenanlage in der Dorfkirche. Gestern Nachmittag übergaben Dirk-J-Scharff, weitere Berchumer Bürger und auch Kommunalpolitiker 252 Unterschriften an die evangelische Kirchengemeinde.

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Ziel der gemeinsamen Aktion „Zieht den Stecker raus“ ist, die Erweiterung der Mobilfunkanlage zu verhindern. Erst durch die Berichterstattung in dieser Zeitung und damit verbunden der gebündelten Aktivitäten der „Interessengemeinschaft DSL“ (IGDSL) um Dirk-J. Scharff wurden die Erweiterungspläne bekannt.

In einer einseitigen Darstellung im aktuellen Gemeindebrief beschreibt Presbyter Jürgen Tilsner die Ereignisse der zurückliegenden Wochen und bezieht damit für das Presbyterium Stellung. Darin heißt es: „.... sind dazu lediglich drei zusätzliche Antennen nötig, um die Versorgung von Berchum mit Mobilfunk auch in der Zukunft sicher zu stellen. Die Anlage wird so aufgebaut, dass die Funktion des Kirchturmes nicht eingeschränkt wird.“ Und weiter: „Anfang 2012 hat sich das Presbyterium entschlossen, dem Antrag der DFMG auf Verlängerung des Mietvertrages zuzustimmen. Wir sehen es als unseren Beitrag für Berchum an, das Alte zu bewahren und der Zukunft den Weg zu ebnen.“

Dieser Darstellungsweise widerspricht Dirk-F. Scharff (IGDSL) in aller Deutlichkeit. „99 Prozent der Bürger haben erst jetzt erfahren, dass die Kirche den Kirchturm seit 15 Jahren für Mobilfunkanlagen vermietet hat. Nicht mal die direkten Nachbarn und der Kindergarten sind hiervon unterrichtet gewesen. “

Und zur Argumentation von Jürgen Tilsner, dass in den Schulen ja auch Laptops oder PC genutzt würden, erwidert Scharff: „Das ist völliger Unsinn, ein Smartphone, ein Tablet oder ein Tablet PC benötigt für mathematische Apps im Schulunterricht keinerlei Mobilfunkanbindung. Dieses ist entweder ein weiterer Versuch der Kirche, hier die Gemeinde zu verwirren oder der Verfasser hat überhaupt keine Ahnung, wovon er schreibt.“

Kirchenkreis teilt die Bedenken

Scharff verweist auch auf die Internetseite für evangelische Pfarrer in Deutschland (www.pfarrerverband.de). Dort schreibt Werner Thiede zum Thema „Die Schöpfung bewahren vor zuviel Mobilfunk“: „In einer einschlägigen Stellungnahme der Bundesregierung wurde darauf hingewiesen, dass die langfristige Gefährdung von Kindern durch Mobilfunk noch offen sei. In Deutschland war immerhin schon Anfang 2010 bekannt geworden, dass über ein Drittel der Hausärzte von einem Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und gesundheitlichen Beschwerden ausgehen.“

Gestern Nachmittag hieß es in einer Presseerklärung: Die Kirchengemeinde Berchum und der Kirchenkreis Iserlohn nehmen die Unterschriftenaktion ernst. „Wir werden die Bedenken im Presbyterium sorgfältig prüfen“, äußerte sich Pfarrerin Christine Schönwälder zur Aktion. Die Kirchengemeinde wird zusammen mit dem Kirchenkreis an einer Lösung arbeiten.

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