Kunstszene in Hagen

3 aus 33: Redaktion besucht Ateliers von „Planet Hagen“

Im Wasserlosen Tal unterhält das Künstlerpaar Fritzsche und Wolff die Gäste mit einem Programm aus Kunst, Musik und Gedankenaustausch

Foto: Jonas Neveling

Im Wasserlosen Tal unterhält das Künstlerpaar Fritzsche und Wolff die Gäste mit einem Programm aus Kunst, Musik und Gedankenaustausch Foto: Jonas Neveling

Hagen.   Eine Entdeckungstour in kreative Sphären begeistert am Samstag zahlreiche Interessierte in 33 Ateliers. Die WP hat drei davon besucht.

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33 Orte, über 100 Künstler, Shuttlebusse und ein groß angelegtes Rahmenprogramm. Derart üppig präsentierte sich die Neuauflage des Kreativkonzepts „Planet Hagen“. Zum zweiten Mal haben Künstlerinnen und Künstler am Samstag ihre Ateliers und Werkstätten für kunstinteressierte Besucher geöffnet.

Die Künstler und ihre Ausstellungsorte verteilten sich im gesamten Stadtgebiet, unter ihnen Maler, Bildhauer und Fotografen. Die beiden Shuttlebus-Linien erleichterten die Reise durch die Stadtteile. Insgesamt zeichnete die Menge und Vielfalt an Kreativen ein sehr lebendiges Bild von der kunstschaffenden Szene in dieser Stadt. Die WESTFALENPOST hat drei Veranstaltungsorte besucht.

Menschen unter Wasser

Bilder und Skulpturen stellte die Hagener Künstlerin Margit Wölk in ihrem Atelier „wolke.art“ am Remberg aus. Dabei zeigte sie einen Überblick über ihre aktuellen künstlerischen Projekte. Im Fokus ihrer kreativen Arbeit stehen Darstellungen von Menschen in Unterwasserwelten. Das Wasser als Element und die verzerrte Darstellung von menschlichen Körpern unterhalb der Wasseroberfläche inspirieren Wölk zu Bildern von Wettkampfschwimmern oder modellierten Figuren von Tauchern. Am 28. Juni wird sie ihre Variationen des Wassermotivs unter dem Titel „Flow“ in der Hagener Rathausgalerie ausstellen.

Als Vorlage für ihre Kunst dienen Fotos, die sie selbst anfertigt. Für die Veranstaltung am vergangenen Samstag hat sie das Projekt „FacEmotions“ erdacht. Dabei hielt sie verschiedene Gefühlsausdrücke in den Gesichtern von Besuchern fotografisch fest.

Das Kunsthaus 52

Im Wasserlosen Tal unterhielt das Künstlerpaar Fritzsche und Wolff die Gäste ihres „Kunsthaus 52“ mit einem Programm aus Kunst, Musik und kunstphilosophischem Gedankenaustausch. Mit Liedern von Leonard Cohen und Reflexionen über Kunstkritik untermalten die beiden Künstler die Ausstellung einer beeindruckenden Auswahl an Kunstwerken in dem Atelierraum ihres Hauses.

Karl-Friedrich Fritzsche präsentierte realistische, figurative Zeichnungen und Holzskulpturen, die Akte und Teilakte von menschlichen Körpern darstellen. Die ausgestellten Werke seiner Frau Barbara Wolff hingegen waren durch expressive Malerei bestimmt. Thematisch setzten sie sich zu einem großen Teil mit ihrem großen Idol, dem Sänger Leonard Cohen, auseinander. Einzelne Textzeilen des berühmten Musikers mit der melancholischen Aura hatte sie in Tuschezeichnungen umgesetzt, die sich letztlich zu gesamten Songs zusammensetzen ließen. Im Rahmen eines kleinen Konzertes im Atelier sang die Malerin einige dieser Lieder und begleitete sich dabei auf der akustischen Gitarre. Bei dem Klassiker „Hallelujah“ stimmten die ergriffenen Gäste den Refrain mit der Künstlerin zusammen an.

Das Kunst- und Atelierhaus Auf der dritten Etage des Kunst- und Atelierhauses stellt Bärbel Albrecht Ölgemälde aus. Foto: Jonas Neveling

Einen besonders facettenreichen Einblick in die regionale Kunstszene bot das Kunst- und Atelierhaus Hagen in der Hochstraße. Schräg gegenüber dem Osthausmuseum haben dort verschiedenste Kreative jeden Alters Raum für ein eigenes Atelier gefunden. Tür an Tür präsentierten sich Malerei- und Skulpturkünstler auf vier Etagen, zahlreiche Mitmachaktionen und Verpflegung rundeten den Aufenthalt der zahlreichen Gäste in dem Komplex ab.

So lud Peter Dorn dazu ein, ein abstraktes Bild des Malers Kandinsky nachzumalen. Ein Angebot, für das sich auch der Oberbürgermeister begeistern konnte. Auf der dritten Etage des Hauses stellte Bärbel Albrecht Ölgemälde aus. Zart eingefärbte Bilder von südländischen Küstenstädten und Aktmalereien zeichnen den Stil der Künstlerin aus. Beate Depprich, ebenfalls Künstlerin im Kunst- und Atelierhaus, fasste das Konzept treffend zusammen: „Hinter der Fassade von Hagen ist echt was los.“ Die Veranstaltung hat Seiten von Hagen gezeigt, die sonst oft untergehen. Die Stadt hat sich selbst bewiesen, wie viel Potenzial sie in der Kunstszene vorzuweisen hat. Ihr Reichtum liegt in dem kulturellen Angebot des „Planeten Hagen“.

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