Demonstration

300 Bürger protestieren in Hagen für Erhalt der Emster Quelle

300 Menschen protestierten vor ihrer Emster Quelle für den Erhalt der beliebten Dorfkneipe.

300 Menschen protestierten vor ihrer Emster Quelle für den Erhalt der beliebten Dorfkneipe.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen-Emst.  Es war ein emotionales Zeichen in Hagen-Emst: 300 Bürger marschierten zu ihrer Dorfkneipe, der Emster Quelle, um dort für deren Erhalt zu demonstrieren. Der Wohnungsverein will die Emster Ladenzeile 2015 abreißen. In einem neuen Gebäudekomplex an gleicher Stelle soll es keine Gaststätte mehr geben.

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Ein Stadtteil steht fest zusammen. 300 Emster haben am Samstag ein emotionales Zeichen für den Erhalt ihrer Emster Quelle am Großen Feld gesetzt. Besonders beeindruckend: Junge und alte Emster betonten bei der Protestaktion immer wieder, wie stark die Kneipe die Generationen im Viertel zusammenhält. Der Hagener Wohnungsverein will den Komplex mit Kneipe, Kiosk, Frisör und Ex- Schlecker-Filiale 2015 abreißen und an gleicher Stelle einen neuen Gebäudehof errichten. Aus dem Vorstand des Wohnungsvereins war niemand gekommen.

Emster Quelle muss wieder sprudeln

Als die Protestler nach ihrem Sternmarsch vor der Emster Quelle angekommen waren, ereignete sich eine besondere Szene. Der alte Emster Karl-Heinz Vetten schob seinen Rollator an die Seite, hob sein Plakat mit der Aufschrift „Die Emster Quelle muss weiter sprudeln“ in die Luft und kämpfte sich durch ein Spalier von 300 Menschen. Frenetischer Applaus und Schulterklopfer begleiteten den Senior auf seinem Weg. „Ich kämpfe bis zum Umfallen für die Ladenzeile“ wird Vetten der Presse später sagen.

Sie waren alle gekommen. Vom Brieftaubenverein bis zu den Handballern von Grün-Weiß Emst, vom Gartenbauverein bis zur Kindertagesstätte, Kirchengemeinden marschierten Seite an Seite. Und sie alle lauschten den emotionalen Worten von Jörg Meier, der um 11 Uhr vor der beliebten Dorfkneipe vors Mikrofon trat. „Die Emster Quelle ist seit 1960 in Betrieb. Predrag Stanic ist erst der dritte Wirt. Der Wohnungsverein hat in der Zeit fünf Geschäftsführer gehabt. Müssen wir uns jetzt auch um den Wohnungsverein Sorgen machen?“ Meier hob hervor, dass es die Quelle trotz Biermengenrückgangs und Rauchverbots immer noch gebe.

Rotationsverfahren

Meier: „Die kostendeckende Miete für einen Neubau können sich die heutigen Mieter kaum leisten, es sei denn, der Wohnungsverein würde die Mieten subventionieren. Und was passiert mit den 68 Garagen hinter dem Gebäude, die heute von den Mietern genutzt werden und die bauordnungsrechtlich nicht für diese Nutzung gesichert sind?“ Sein Vorschlag: Ein Rotationsverfahren. Der Schlecker-Laden würde umgebaut und die Mieter innerhalb der Immobilie in die renovierten Bereiche umziehen, damit Flächen für die nächste Renovierung frei gemacht werden. So könnte die ganze Immobilie umgebaut werden. Meier übergab 2750 Unterschriften an Bezirksbürgermeister Jürgen Glaeser. „Bislang gibt es keine Baupläne. Eine Veränderung der Parkflächen ist mit der Bezirksvertretung nicht zu machen. Wir können über Bebauungsplan oder Flächennutzungsplan etwas machen. Aber wir müssen die Pläne abwarten“.

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