A 45-Sperrung

A 45-Sperrung: CDU schlägt Rollende Landstraße ab Hagen vor

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Rahmedetalbrücke der Sauerlandlinie wird nie wieder freigegeben

Die Rahmedetalbrücke der Sauerlandlinie wird nie wieder freigegeben

Das Bauwerk ist derart stark beschädigt, dass sich eine Sanierung nicht lohnt, teilte die Autobahn GmbH gestern mit. Damit bleibt die Autobahn 45 bei Lüdenscheid mehrere Jahre bis zur Fertigstellung eines Neubaus komplett gesperrt.

Beschreibung anzeigen

Hagen.  Könnten Lkw bald von Hagen aus an der gesperrten Rahmedetalbrücke und den Staus auf den Umleitungsstrecken vorbei gefahren werden?

„Mit der Rollenden Landstraße ab Hagen könnten wir möglicherweise die Zeit bis zur Fertigstellung der Rahmedetalbrücke für den Lkw-Verkehr notdürftig überbrücken.“ Das schlägt der Vorsitzende der Hagener CDU-Ratsfraktion, Jörg Klepper, vor: „Wir können uns vorstellen, dass zumindest ein wesentlicher Teil der Lastkraftwagen über dieses Instrument von den Umleitungsstrecken durch die Stadt abgleitet werden könnte.“

Bei der Rollenden Landstraße fahren Lkw aus eigener Kraft mit Zugmaschine und Trailer über spezielle Laderampen direkt auf Niederflur-Eisenbahnwagen. „Das Verladen der Laster geht sehr schnell, weil Zugmaschine und Auflieger nicht getrennt werden müssen und auch kein Kran erforderlich ist. Per Zug werden die Lkw dann weiträumig an der gesperrten Rahmedetalbrücke und den Staus auf den Umleitungsstrecken vorbei gefahren. Die Rollende Landstraße wäre damit das ideale Instrument für den Umleitungsverkehr.“

A45-Sperrung: Alter Containerumschlagbahnhof in Hagen als Verladungsort ?

Als Ort für die Verladung kann sich CDU-Bezirksbürgermeister Heinz-Dieter Kohaupt den ehemaligen Containerumschlagbahnhof am Rande der Boelerheide vorstellen: „Dort gibt es die entsprechenden Gleise und eine Zufahrt über die Schwerter Straße. Lediglich die Laderampen müssten kurzfristig hergestellt werden“, so Kohaupt. „Dabei werden wir natürlich darauf achten, die berechtigten Interessen der Anwohner vor Ort zu berücksichtigen.“

+++ Lesen Sie auch: A45-Sperrung – Brückensperrung kostet Spediteure jahrelang jeden Tag Geld +++

„Wir sind uns dessen bewusst, dass das zunächst nur eine vorübergehende Notmaßnahme sein kann“, so Fraktionschef Klepper. „Aber schließlich wird die Sperrung der A 45 nicht nur Wochen oder Monate dauern, sondern absehbar mehrere Jahre. Umso wichtiger wird sein, echte Entlastungen für die Region zwischen Hagen und Lüdenscheid – vielleicht sogar bis Siegen – zu schaffen. Gelänge es, zwischen Hagen und Siegen eine fahrplanmäßige Verbindung der Rollenden Landstraße aufzubauen, wäre das eine erhebliche Entlastung des Stadtgebiets sowie des gesamten Volmetals. Darüber hinaus würde es den Lkw-Verkehr absehbar deutlich beschleunigen.“

+++ Lesen Sie auch: A45-Sperrung – Kanzler Scholz verspricht schnelle Planung +++

Begeistert von der Idee ist der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagskandidat Dennis Rehbein: „Uns liegen natürlich nur wenige eisenbahntechnische und eisenbahnrechtliche Fakten vor. Die müssen wir uns jetzt über die Stadtverwaltung, das Land und die Bahn beschaffen und zusammentragen lassen. Dann werden wir sehen, ob diese Idee umsetzbar ist oder nicht. Auf jeden Fall ist erst einmal jeder konkrete Vorschlag gut, der den Güterverkehr der Region flüssig hält und die Lkw aus der Stadt bringt.“

Hagener CDU-Landtagsabgeordneter will Idee an Landesregierung herantragen

Das sieht der amtierende Hagener CDU-Landtagsabgeordnete Helmut Diegel genauso. Er wird in der kommenden Woche die Idee unverzüglich an die Landesregierung herantragen: „Ich kann diesem Vorschlag viel abgewinnen, wenn ich auch nicht sagen kann, ob er realisierbar sein wird. Da liegen vielfältige Probleme vor uns. (...) Hier müssten Land und Deutsche Bahn sehr entschlossen an einem Strang ziehen. (...) Insofern werde ich alles tun, damit dieser Vorschlag mit aller Ernsthaftigkeit und Leidenschaft geprüft und nach Möglichkeit umgesetzt wird.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hagen

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben