Schulabschluss

Abi-Ball des Fichte-Gymnasiums in Hagen kostet 30. 000 Euro

Lukas Heinemann (links) und Damian Backhaus sind Studensprecher am Fichte.

Foto: Heuel

Lukas Heinemann (links) und Damian Backhaus sind Studensprecher am Fichte. Foto: Heuel

Hagen.   Für den Abi-Ball in der Stadthalle suchen die Abiturienten des Fichte-Gymnasiums Hagen noch Sponsoren. Die Kosten belaufen sich auf 30 000 Euro.

Der Abi-Ball kostet die Abiturienten des Fichte-Gymnasiums in diesem Jahr mehr als 30 000 Euro. Um die horrenden Kosten für die Veranstaltung am 30. Juni in der Stadthalle zu decken, suchen die Abiturienten der traditionsreichen Hagener Schule noch Sponsoren und Geldgeber. „Die Organisation des Abi-Balls hat sich zu einer großen Aufgabe ausgewachsen“, berichtet Stufensprecher Lukas Heinemann (18): „Von uns wird ein Spagat erwartet. Einerseits soll der Abiball Qualität und Niveau haben, andererseits müssen wir die Kosten irgendwie im Rahmen halten.“

Der Abi-Ball ist der krönende Abschluss von acht Jahren Schulzeit am Gymnasium. Da ein Lebensabschnitt endet, sind die Schüler bzw. deren Eltern bereit, viel Geld für ein opulentes Fest auszugeben. Doch während früher ein durchaus feierlicher Abend ohne viel Schnickschnack die Regel war, gehören inzwischen teure Kleider und Anzüge, repräsentative Veranstaltungsorte und Livebands zum Standardprogramm.

Gehobener Anspruch

Auch am Fichte-Gymnasium wollen und können sich die diesjährigen 120 Abiturienten diesem gehobenen Anspruch nicht entziehen: „Der Abi-Ball ist ja doch eine einmalige Sache. Der Aufwand hat also seine guten Gründe, eine überwältigende Mehrheit der Schüler wünscht sich diesen feierlichen Rahmen“, sagt Heinemann.

Der Abijahrgang hat deshalb eigens ein Finanzkomitee gegründet, um die Kosten für die Party stemmen zu können. Geleitet wird dieser Beirat vom stellvertretenden Stufensprecher Damian Backhaus (18), der einen fünfseitigen Finanzplan aufgestellt hat: „Es ist schon eine Herausforderung, den Abi-Ball zu managen.“

Schuleigene Aula zu klein

Weil die schuleigene Aula zu klein ist, haben die Abiturienten den kleinen und den großen grünen Saal der Stadthalle angemietet. Dort sollen bis zu 900 Gäste – angemeldet waren zuletzt 650 – unterhalten und bewirtet werden.

Zum etwa vierstündigen, offiziellen Teil der Feier gehören Reden, musikalische Beiträge, Theaterstücke und Ehrungen – die jungen Leute wollen sich selbst und ihre Eltern und Verwandten noch einmal an die Höhepunkte der Schullaufbahn erinnern.

Eintrittskarte kostet 25 Euro

Die Eintrittskarte für den Abend kostet 25 Euro, doch damit sind die Kosten bei weitem nicht gedeckt. Schließlich müssen neben der Saalmiete viele weitere Rechnungen beglichen werden, etwa für Rednerpult und Glitterregen, für Technik und Bedienungspersonal, für Gema und Veranstalterversicherung.

Das Finanzkomitee hat deshalb weitere Einnahmemöglichkeiten ersonnen, beispielsweise den Verkauf von Waffeln, Abizeitung und Abipullovern. Auch sogenannte Vorfinanzierungspartys spülen Geld in die Abi-Ballkasse. Und eine Zahntechnikfirma hat 1000 Euro zugeschossen und darf dafür Werbung machen.

Mehrere Steuerungsgruppen

Nicht nur finanziell ist der Abi-Ball ein Megaprojekt. Mehrere Steuerungsgruppen der Stufe kümmern sich u.a. um Organisation und Sicherheit, Dekoration und Programmablauf. Wenn der Ball um 17.30 Uhr mit einem Sektempfang beginnt, soll von der Arbeit und den Sorgen im Vorfeld aber niemand etwas mitbekommen.

Auch die Mitglieder des Finanzkomitees wollen dann entspannt feiern – wenn die Bezahlung der Party nur endlich gesichert ist. . .

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