Corona-Auflagen

Ärger um aufgelöste Hochzeitsfeier in Hagen-Haspe

Arzu Dogen und Ali Riza Dogan betreiben die Dogan-Arena in Hagen-Haspe.

Arzu Dogen und Ali Riza Dogan betreiben die Dogan-Arena in Hagen-Haspe.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Haspe.  Die Hallen-Betreiber der Dogan-Arena fühlen sich ungerecht behandelt. Die Stadt Hagen weist Vorwürfe jedoch strikt zurück.

Ali Riza Dogan und seine Frau Arzu Dogan fühlen sich ungerecht behandelt. Vergangenes Wochenende stand plötzlich das Ordnungsamt vor der Dogan-Arena an der Hochofenstraße auf der Matte und löste zwei Veranstaltungen auf. „In unserem großen Saal mit 1800 Quadratmetern fand eine Kulturveranstaltung statt, ein Verein hat dort eine Versammlung abgehalten.“ Im kleinen Raum nebenan, 800 Quadratmeter groß, sollte, wie die Dogans betonen „nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt“, eine Hochzeit mit 25 Personen stattfinden. Noch bevor es losging, war es wieder vorbei.

Stadt weist Vorwürfe zurück

„Wir halten uns hier an die Regeln, haben ein vom Gaststättenverband empfohlenes Hygienekonzept umgesetzt, Desinfektionsmittelspender, Fiebermessgerät, Laufwege, getrennte Ein- und Ausgänge, Masken an den Tischen. Wir standen vorher mit dem Ordnungsamt in Kontakt und sind schockiert, dass wir nun eine Strafe zahlen sollen. Unser Ruf ist dahin“, erklären die Eheleute wütend. Sie verweisen auf einen E-Mail-Schriftverkehr mit dem Ordnungsamt.

Die Stadt bestätigt zwar auf Nachfrage einen Kontakt zu den Hallen-Betreibern, weist im gleichen Zug aber die Vorwürfe strikt zurück: „Die Veranstaltung war nicht durch das Ordnungsamt genehmigt, wäre aber genehmigungspflichtig gewesen“, sagt Stadt-Sprecherin Clara Treude auf Nachfrage. Wegen des laufenden Verfahrens aufgrund eines Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung könne sich die Stadt zu dem Thema aktuell nicht weiter äußern.

Die Polizei hatte am Wochenende nach der Feier auf Anfrage erklärt, in Haspe gemeinsam mit dem Ordnungsamt eine Hochzeitsfeier mit mehr als 70 Personen aufgelöst zu haben.

Unverständnis bei den Betreibern

Den Veranstaltern drohe nun ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen Corona-Auflagen, denn erlaubt seien nur 25 Personen, hieß es.

Bei Arzu Dogan und ihrem Mann, die seit Corona quasi keine Einnahmen erwirtschaftet haben, löst das nur Unverständnis und Wut aus. „Hier waren nicht mehr als 70 Personen. In einem Raum sollte wie gesagt eine Kultur-Veranstaltung stattfinden, im anderen die Hochzeit. Das Ordnungsamt kam, bevor es losging“, erinnert sich Arzu Dogan an den Samstag vor einer Woche. „Zu Hause darf man mit so vielen Leuten wilde Partys feiern, wie man will. Aber wenn wir hier eine kleine Hochzeit veranstalten wollen, uns an alle Regeln halten und schriftlich mit den Behörden darüber in Kontakt standen, dann ist das ein riesiges Problem“, ärgert sich das Ehepaar, das nun einen Anwalt einschalten will. „Wir sehen es nicht ein, ein Bußgeld zu zahlen. Das Ordnungsamt wusste von der Veranstaltung“, insistiert das Ehepaar, nichts Verbotenes getan zu haben.

Von 500 auf 25 Gäste

Vor allem für Braut und Bräutigam sei die Situation schlimm gewesen. „Eigentlich wollten wir zuerst mit 500 Personen feiern, sind dann wegen Corona schon runter auf 50, schließlich dann auf 25 Gäste. Für uns war das kein Freudentag, sondern ein Trauertag“, sagt Familie Basar, die aus Iserlohn kommt. Bereits vor dem Start sei alles abgeblasen worden.

„Wir haben dann verzweifelt versucht, es irgendwie hinzubekommen, nur mit fünf Leuten vor Ort zu bleiben. Aber es wurde alles verboten“, sagt der Sohn traurig. Sein Bruder wollte den schönsten Tag des Lebens feiern, jetzt soll die Familie eine Strafe wegen eines Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung zahlen. „Alle Tische hatten vier Meter Abstand. Alle Namen waren dokumentiert in einer Liste. Der Verlauf ist sehr, sehr ärgerlich“, betonen beide. Zumal viel Geld in der Planung steckte.

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