Kultur

Altes Hospital in Hagen verwandelt sich in Kunsthaus

Volles Hospital: Kulturdezernentin Margarita Kaufmann (links) spricht zu Eröffnung des Festivals „Oper-Art-ion“ imn der Kapelle des ehemaligenn Marien-Hospitals. Internationale Künstler stellen in der Klinik, die 2016 geschlossen wurde, aus.

Volles Hospital: Kulturdezernentin Margarita Kaufmann (links) spricht zu Eröffnung des Festivals „Oper-Art-ion“ imn der Kapelle des ehemaligenn Marien-Hospitals. Internationale Künstler stellen in der Klinik, die 2016 geschlossen wurde, aus.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Das Festival „Oper-Art-ion“ findet in der ehemaligen Innenstadt-Klinik statt. Die Malereien und Fotografien sind noch bis Sonntag zu sehen.

Sobald man die ehemalige Krankenhauskapelle des Marienhospitals in der Innenstadt betritt, blickt man auf das signifikante, scherenschnittartige Profil des US-Präsidenten Donald Trump. Während des neuntätigen Festivals „Ope-Art-ion“ stellen 45 internationale Künstler ihre Skulpturen, Malereien oder Fotografien in dieser besonderen Location aus. Von der Vernissage am Samstagabend an findet dort nun neun Tage lang das Festival statt. Seit das Marienhospital 2016 geschlossen worden war, steht das Haus leer.

Die Seitenansicht Trumps stellte der Künstler und Organisator Dietmar Schneider vollständig aus Damenbinden her: Schneider möchte auf vor Trumps Amtszeit getätigte verbale sexistische Ausfälle des US-Präsidenten anspielen wie „Grab them by the pussy“ – zu deutsch etwa „Fass ihr in den Schritt“.

Auf drei weitläufigen Etagen können Besucher Kunst, die zum Teil zu Diskussionen anregt, hautnah erleben: Einige Kunstschaffende stehen in ihren Ausstellungsräumen für Gespräche zur Verfügung. Jedes Zimmer legt seinen eigenen Schwerpunkt: Mal regen verschiedene Interpretationen zum Thema „Mut“ zum Nachdenken an; mal wird der Besucher vom passiven Betrachter zum aktiven Gestalter, indem er ein Bild durch Verschieben seiner Teile verändern kann.

Erinnerung an Krankenhaustage

Das Gebäude, in dem vom 10. bis 18. März auf 5000 Quadratmetern Kunst aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Musik, Tanz und Choreographie zu sehen ist, erinnert durch sein kaum verändertes Inneres mit „Röntgen“-Schildern in den Gängen und „Ultraschall“-Schriften an den Türen noch an seine vergangenen Krankenhaustage. Bevor es in die „Sankt-Marien-Wohnresidenz“ mit knapp 80 Wohnungen umgebaut wird, nutzen die Künstler nochmal den Charme, um für den Besucher ein zum Teil ein bizarres Bild zu schaffen: Im ehemaligen Operationssaal mit seinen charakteristischen kühlen Fliesen hängen Atemmasken von der OP-Leuchte, aus denen Musik klingt. Die gewollte Irritation wird durch ein pinkes Plüschsofa verstärkt, das den Platz des Operationstisches eingenommen hat.

Dietmar Schneider, der Initiator von „Ope-Art-ion“, will das Festival alle zwei Jahre austragen: „Die Menschen müssen nicht nach Bonn oder Köln fahren, um Kunst zu sehen“, sagt das Mitglied der Hagener Künstlergemeinschaft Kooperative K. Der Hagener organisiert das Festival gemeinsam mit der Fotografin Beba Ilic. Sie hebt die internationalen Künstler hervor: „Die Gäste kommen zum Beispiel aus Berlin, Gaza, Damaskus oder Barcelona“.

Eine der Künstlerinnen ist Denise Coriandoli. Sie stellt nicht nur Bilder und Fotografien aus, sondern betreibt Performance, erzählt also auf der Bühne durch Musik, Tanz und Bewegung eine Geschichte. Am Samstagabend behandelt sie darin das Thema „Unsicherheit“, wovon sie lange selbst betroffen war. „Ich will mit diesen Stücken zum Nachdenken anregen. Das soll Fragen aufwerfen“, sagte die Geschichts- und Kunststudentin.

Bei den Hunderten Besuchern, die es sich am Samstag mit Cocktails und Currywurst gut gehen lassen, scheint das Konzept anzukommen: „Sehr originell“, finden Ursula und Dieter Lange. „Wir haben vor kurzem ein Bild von der Künstlerin Daniela Hartmann gekauft und sie heute wiedergetroffen.“

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