Frisuren

Am Pony kommt man dieses Jahr nicht vorbei

Friseurmeisterin Gülten Gül vom Salon „Pavarotti“ präsentiert live die neuen Frisuren-Trends für die Damen. Sie ist im Fachbeirat der Friseur-Innung für das Damenfach zuständig.

Friseurmeisterin Gülten Gül vom Salon „Pavarotti“ präsentiert live die neuen Frisuren-Trends für die Damen. Sie ist im Fachbeirat der Friseur-Innung für das Damenfach zuständig.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Kückelhausen.  Die Friseur-Innung Hagen hat die Trends für Frühjahr und Sommer präsentiert: Klare Kanten, leuchtende Farben und graphische Looks – 2016 wird es bunt in der Frisurenlandschaft

Klare Kanten, leuchtende Farben und graphische Looks – 2016 wird es bunt in der Frisurenlandschaft. Von zarten Pastelltönen über knalliges Lila bis zum Kanarienvogel-Gelb: Die gestrige Präsentation der Frisurenmode der Friseur-Innung Hagen zeigte deutlich, dass Kreativität und Mut gefordert sind, wenn es um die neuen Trendlooks geht. Live und vor den staunenden Augen der Gäste steckten, föhnten, schnitten und stylten junge Friseur-Talente, sowie Meister des Fachs die Haare einiger mutiger Frisuren-Models.

„Uns erwarten im Frühjahr und im Sommer diesen Jahres asymmetrische, extrovertierte Looks – und auch am Pony kommt man nicht vorbei“, sagte Angelika Lepak-Dewenter, die Friseurmeisterin und Fachbeiratsleiterin der Friseur-Innung Hagen ist und als Moderatorin durch die Show führte.

Bob neu definiert

Eine der vorgeführten Frisuren spiegelte diesen Trend ganz deutlich wider – Friseurin Gülten Gül, die im Fachbeirat der Innung für das Damenfach zuständig ist, zeigte an Model Gabriele Gruchot eine „Mini-Bob-Variante“: Ein kurz und asymmetrisch angelegter Pony , ein helles Blond und Farbpartien in Gelb definierten die Trendfrisur aus den 20er-Jahren neu.

„Ich bin schon seit 20 Jahren Kundin bei Gülten Gül und als sie mit der Frisur angefangen hat, dachte ich erst, dass das gar nicht geht“, sagte die 43-jährige Gabriele Gruchot. „Als ich dann aber gesehen habe, was man mit diesem Bob für Möglichkeiten hat, war ich sofort begeistert“, erinnert sich die eigentlich dunkel gefärbte Hagenerin.

Und auch Friseurmeisterin Gül zeigte sich überzeugt: „Ich würde den Hagenern raten, mutig zu sein, keine Angst vor dem Friseur zu haben und die Trends nicht Zuhause selbst auszuprobieren.“

Mehr Haar für die Männer

Neben den Damen-Frisuren wurden von dem 22-jährigen Timo Haneke auch die neuen Looks für die Herren präsentiert. Volle obere Konturen, unten schmal gehalten und mit weichen Partien auf dem Oberkopf – Haneke und seine Models zeigten, dass die Männer dieses Jahr vor allem eines sein werden: Nämlich cool.

„Ich finde es toll, dass die Haare nun wieder länger getragen werden. Mich hat in den letzten Jahren gestört, dass ein Großteil der Männer gleich ausgesehen hat“, erklärte der bei der Weltmeisterschaft im klassischen Herrenfach drittplatzierte Hagener. „Dass nun wieder mehr Haar getragen wird, bedeutet für uns Friseure ja auch wieder kunstvoller zu arbeiten und nicht nur die Maschine anzusetzen“, ergänzte er.

Anregungen holen

Während die Stylisten fleißig an ihren Modellen arbeiteten, konnten sich die modeinteressierten Gäste und das Fachpublikum in dem Präsentationsbereich frei bewegen und sich so Tipps, Erklärungen und Anregungen zu den verschiedenen Aussehen holen.

„Wir waren jetzt schon öfter dabei und sind wie immer sehr zufrieden. Ich finde es toll, dass man herumlaufen kann und dass man nach der Show mit mehr Elan und Motivation an das Alltägliche herangeht“, sagte Sarah Schneidereit, Inhaberin des Salons „Friseur K.E.“, die zusammen mit ihrem Team der Einladung der Innung gefolgt war.

Typgerechte Umsetzung

Allen Hagenern, die angesichts der farbenfrohen Looks und extravaganten Schnitte dem Friseurbesuch mit Magengrummeln entgegensehen könnten, rät Schneidereit: „Es müssen ja nicht immer Pink und Gelb sein. Es gibt viele Möglichkeiten, Trends typgerecht umzusetzen, ohne in den Farbtopf zu fallen.“

Wer neuen Trends dennoch skeptisch gegenübersteht, den dürfte beruhigen, dass bei der Ausarbeitung der Frisuren echte Profis am Werk sind: „Beim Styling und bei der Umsetzung der Trends richten wir uns nach den Vorgaben des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks“, erklärte Gülten Gül.

Besucherin Birgitt Ester fragte sich dennoch, ob die Hagener mutig genug für die neuen Farben, Formen und Looks sind: „Es ist sehr interessant zu sehen, was es gibt und was einem so stehen könnte, aber ich glaube, dass die Hagener nicht so probierfreudig sind.“

Ob und auf welche Weise sich die neuen Frisurentrends in Hagen durchsetzen werden, wird sich zeigen – die Präsentation jedenfalls war ein voller und bunter Erfolg.

„Meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich würde mir nun wünschen, dass sich mehr Menschen für die Innung engagieren“, resümierte Bärbel Nolzen, Obermeisterin der Friseur-Innung Hagen.

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