Beißattacke

Frau in Hagen attackiert: Pitbull wohl illegal eingeschleust

Ein Mitarbeiter des Tierheimes Hagen legt den erschossenen Pitbull-Rüden in den Pkw. Ein Nachbar des 24-jährigen Opfers hilft.

Foto: Alex Talash

Ein Mitarbeiter des Tierheimes Hagen legt den erschossenen Pitbull-Rüden in den Pkw. Ein Nachbar des 24-jährigen Opfers hilft. Foto: Alex Talash

Elsey.   Die Kripo Hagen geht davon aus, dass der Pitbull-Terrier, der am Samstag eine 24-jährige Frau schwer verletzte, illegal eingeschleust wurde.

Die Polizei sucht noch immer nach dem Besitzer des American-Pitbull-Terriers, der am frühen Samstagnachmittag am Elsternweg in Elsey eine 24-jährige Frau in deren Mietwohnung angefallen und schwer verletzt hat. Der Hund ist nicht in Hagen und auch nicht in Nordrhein-Westfalen registriert. So, wie es für diese Rasse vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird.

Das ergaben die Ermittlungen der Polizei am Montag. Aus diesem Grund konnte die Polizei beim Ordnungsamt der Stadt Hagen nichts zum bislang noch nicht aufgetauchten Hundehalter erfahren.

Inzwischen gehen die Experten der Kripo Hagen davon aus, dass der dreijährige Rüde illegal nach Deutschland eingeschleust worden ist.

Amtshilfe aus Dortmund

Die junge Frau, die, so die Mit-Mieter des Mehrfamilienhauses, den Hund seit einigen Tagen betreut hatte, sagte bislang zum Vorfall nichts. „Wir haben deshalb die Kollegen aus Dortmund um Amtshilfe gebeten. Diese sind am heutigen Nachmittag ins Krankenhaus gefahren, um das Opfer zu befragen“, sagte Sascha Hirschberg (Pressestelle der Polizei Hagen) gestern. Die Patientin befindet sich, so die Polizei, in der Dortmunder Spezialklinik nämlich auf dem Weg der Besserung. Sie wurde bereits gestern auf eine normale Station verlegt.

Dort erhoffte die Kripo neue Erkenntnisse zu bekommen. Denn ansonsten wird es schwierig. Die Anschrift des Hundehalters durch Recherchen in heimischen Tierarztpraxen ausfinden zu machen, weil der Hund möglicherweise dort schon einmal behandelt worden ist, sind überaus zeitintensiv. Fraglich ist auch, ob diese Recherchen letztlich zum Erfolg führen. Führen können.

Aus tierärztlicher Sicht ist es nämlich nicht notwendig, bei einer normalen Untersuchung eines Hundes, den Chip zu kontrollieren. „Dazu besteht keine Verpflichtung“, sagte gestern Tierärztin Natascha de Vries auf Anfrage dieser Zeitung. Die Chipnummern werden allerdings bei der Impfung eines Hundes mit der im Impfbuch stehenden verglichen. Bei einem Neukunden werde bei einer Impfung des Tieres die Chipnummer in ein dann eventuell neu angelegtes Impfbuch übertragen.

Beim Vermieter der Mehrfamilienhäuser am Elsternweg, die Velero Wohnen GmbH in Berlin, gibt es keine einheitliche Regelung zur Hundehaltung. „Das regeln wir individuell“, sagte gestern eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage dieser Zeitung. „Es gibt kein generelles Hundeverbot. Wir achten aber darauf, ob kleine Kinder auf der Etage eines Hundehalters leben. In solchen Fällen kann es zum Verbot kommen.“

Zum individuellen Fall vom Elsternweg 8 konnte sie keine Auskunft geben.

Beide Polizisten wieder im Dienst

Die beiden Polizisten, die am Samstag als erste Einsatzkräfte am Elsternweg eintrafen, nehmen ganz regulär ihren Dienst wieder auf. Dazu Ulrich Hanki (Pressestelle der Polizei):„Nach solchen Einsätzen werden die Kollegen befragt, ob sie sich dienstfähig fühlen. Wenn das nicht der Fall ist, werden sie vom Dienst befreit und betreut.“

Am Samstag habe, so der Mitarbeiter die Pressestelle, nur ein Polizist geschossen. Und zwar acht Mal. Ulrich Hanki: „Der Kollege gibt in einem solchen Fall dann an, wieviel Munition er verbraucht hat und erhält dann neue.“

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