380-kV-Höchstspannungsleitung

Amprion setzt in Hohenlimburg auf Gittermasten

Foto: Archiv

Hohenlimburg.  Netzbetreiber Amprion setzt in Hohenlimburg beim Ausbau der 380-kV-Höchstspannungstrasse auf Gittermasten. Das sagten Unternehmenssprecher.

Netzbetreiber Amprion setzt beim geplanten Ausbau der 380-kV-Höchstspannungsleitungen durch Hohenlimburg weiterhin auf die nach Meinung des Unternehmens bewährten Gittermasten. Das machten Unternehmenssprecher Claas Hammes (Projektkommunikation) und Ulrich Mußmann (Umweltschutz / Genehmigungsverfahren) jetzt beim Redaktionsbesuch deutlich.

Sie sprechen sich damit gegen die vom Bundesverband Kompaktleitung in der zurückliegenden Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg (2. Mai) vorgestellte Kompaktmasten-Alternative aus. Martin Hellwig, Geschäftsführer des Verbandes aus Berlin, hatte den Kommunalpolitikern die nach seiner Meinung positiven Eigenschaften der Kompaktmasten und die dadurch bedingten Auswirkungen vorgestellt: u.a. schlanker Mastfuß, geringere Trassenbreite, reduzierte elektrische und magnetische Felder (diese Zeitung berichtete).

Pilotprojekt mit 22 Vollwandmasten

Amprion bestätigt, dass das Unternehmen gegenwärtig Kompaktmasten im Rahmen eines Pilotprojektes zwischen Wesel und Doetinchen (Niederrhein) bei einer 380-kV-Leitung mit 22 Stahlvollwandmasten auf einer Länge von 7 Kilometern erprobe. „Aktuell liegen dazu jedoch noch keine Erkenntnisse im Systembetrieb vor.“

Aufgrund der Verantwortung als Netzbetreiber müsse man zunächst aus dem laufenden Betrieb Erfahrungen sammeln und diese auswerten, so die Amprion-Mitarbeiter. „Erst dann können wir die Technik in weiteren Projekten zum Einsatz bringen. Das wird frühestens in fünf bis zehn Jahren der Fall sein.“

Zu spät für Hohenlimburg. Denn zum Jahreswechsel möchte Amprion die Planfeststellungsunterlagen bei der Bezirksregierung in Arnsberg zur Genehmigung einreichen: durch die Vorzugstrasse Henkhausen-Elsey und mit Gittermasten. Daran werden die 380-kV-Höchstspannungsleitungen von Amprion und die 110-kV-Westnetz-Leitungen mit insgesamt 32 Leiterseilen hängen.

Die Amprion-Mitarbeiter führen aus, dass die aktuell in Wesel erprobten Vollwandmasten ausschließlich mit 380-kV-Stromkreisen bestückt seien und keine 110-kV-Leitungen tragen. Die unproblematische Nutzungsmöglichkeit für zwei verschiedene Leistungssysteme sei ein wichtiges Kriterium für die Stahlgittermasten.

Drei Info-Märkte für die Bürger

Weil die insgesamt 113 Kilometer lange 380-kV-Leitung von Dortmund-Kruckel nach Dauersberg (Rheinland-Pfalz) auch Garenfeld und Letmathe betrifft, plant Netzbetreiber Amprion im kommenden Monat drei Info-Märkte. Dazu sind die Bürger auch städteübergreifend eingeladen, wobei an jedem Standort spezifische Schwerpunkt gesetzt werden.

Die Termine sind:

  • Mittwoch, 20. Juni, Garenfeld, Mehrzweckhalle, Westhofener Straße 23

  • Donnerstag, 21. Juni, Saalbau Letmathe, Von-der-Kuhlen-Str. 35

  • Donnerstag, 28. Juni, Ratssaal Hohenlimburg, Freiheitstraße 3

Die drei Bürgerinfomärkte finden jeweils in der Zeit von 16.30 bis 19.30 Uhr statt. Dazu werden zu unterschiedlichen Themen bis zu 8 Info-Tische aufgebaut, an denen die Amprion-Mitarbeiter den Bürgern Rede und Antwort stehen. Claas Hammes führt aus, dass die gemachten Anregungen und Einwände durchaus noch in die Amprion-Planungen einfließen können; auf die grundsätzlich geplante Trassenführung aber keine Auswirkungen mehr haben.

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