Glauben

Angehender Priester aus Hagen von Latein-Messe fasziniert

Janosch Donner gehört zur Petrusbruderschaft und feiert im Juli 2019 in St. Bonifatius Hohenlimburg seine erste Messe - auf Latein.

Janosch Donner gehört zur Petrusbruderschaft und feiert im Juli 2019 in St. Bonifatius Hohenlimburg seine erste Messe - auf Latein.

Foto: Privat

Hohenlimburg.   Janosch Donner aus Hagen-Hohenlimburg feiert nach seiner Priesterweihe seine erste Messe – auf Latein. Warum ihn der alte Ritus fasziniert.

Es war diese eine Entscheidung von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007, die Janosch Donner nachhaltig geprägt hat. Heute steht der 27-jährige Hohenlimburger kurz vor seiner Priesterweihe bei der Petrusbruderschaft. Gemeinsam mit Mitbrüdern wird er am 7. Juli in seiner Heimatgemeinde St. Bonifatius seine erste Messe halten – nach altem katholischem Ritus in Latein, untermalt von lateinischen Chorälen der Schola.

Wie kommt es, dass ein 27-Jähriger gerade von dieser alten katholischen Messfeier fasziniert ist? Wie muss man sich ein Leben in der Petrusbruderschaft vorstellen? Und was hat Papst Benedikt XVI. damit zu tun?

Fasziniert vom alten Messritus

Janosch Donner erinnert sich noch gut daran, wie er damals von einer Nachricht aus dem Vatikan gelesen hatte. „Es ging darum, dass Papst Benedikt XVI. den alten Messritus auf Latein wieder öffnet“, sagt Janosch Donner. „Und ich habe mich danach intensiver mit diesem alten Ritus befasst.“

Der „alte Ritus“ – damit ist die katholische Messfeier auf Latein gemeint, wie sie bis in die 1960er-Jahre in Deutschland und weltweit gefeiert wurde. Während es heute in katholischen Kirchen selbstverständlich ist, die Messe auf Deutsch zu hören, faszinierte Janosch Donner gerade diese alte, lateinische Form der Feier. „Die lateinische Sprache hat einen sehr sakralen Charakter“, sagt Donner. „Wenn der Priester im Gottesdienst lateinisch spricht, merkt man, das ist kein Alltag.“

Ein „heiliges“ Geschehen, abgehoben von der Realität außerhalb der Kirchenwände – dieser Blick auf den Gottesdienst hat den jungen Hohenlimburger geprägt. Hinzu kam sein großes Interesse an Fremdsprachen, das er schon seit der Kindheit hatte.

Zunächst studiert er Lehramt

Nach dem Abitur am Gymnasium Hohenlimburg studierte Donner für ein Semester Französisch und Latein auf Lehramt. Er wusste schnell, dass er dieses Studium nicht beenden wird. „Unbewusst habe ich zu dieser Zeit schon gewusst, dass ich Priester werden möchte.“

Die Neugier am alten Ritus brachte ihn dann auch zur Petrusbruderschaft. Über das Internet fand er Kontakt zum Ausbildungsstandort der Gemeinschaft in Wigratzbad im Allgäu. Dort werden aktuell etwa 80 junge Menschen aus rund 15 verschiedenen Ländern zum Priester ausgebildet – alle zwischen 20 und 35 Jahre alt. „Ich habe dabei viele gläubige junge Menschen aus aller Welt kennengelernt“.

Internationale Gruppierung

Neben dem Standort im Allgäu betreibt die Petrusbruderschaft eine weitere Ausbildungsstätte in Denton, USA. „Alle Mitglieder verbindet die lateinische Sprache in der heiligen Messe“, sagt er. Verbunden mit dem alten Ritus, dessen Ablauf genau geregelt ist, ein universeller Code. „Man fühlt sich sofort zuhause, egal, wo in der Welt man die heilige Messe feiert“. Ein vermeintlich fester Anker in einer Welt unendlicher Möglichkeiten – es ist dieser Aspekte, der sowohl die alten Riten als auch das Priesteramt für den 27-Jährigen so attraktiv machen. „Ich antworte dem Ruf Gottes, um mich ganz und für immer seinem Dienst zu weihen – und werde damit auch eine feste Größe für die Gläubigen“, so Donner.

Seelsorgerstelle in Stuttgart

Nach seiner heiligen Messe in St. Bonifatius, bei der er erstmals als Priester auftreten wird, tritt er bald darauf seine erste Stelle als Seelsorger an – in Stuttgart, für etwa zwei bis drei Jahre. Danach zurück nach Hohenlimburg? Unwahrscheinlich. Die Rolle des Globetrotters gefällt ihm besser. „Ich habe keine Berührungsängste, andere Länder zu besuchen“, sagt er. „Aber in den Ferien komme ich immer gerne nach Hohenlimburg zurück – Heimat ist Heimat.“

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