Lärmbelästigung

Anwohner will Dorffest in Hagen-Halden zu Fall bringen

Auf der Sportanlage "Im alten Holz" soll das Dorffest stattfinden.

Auf der Sportanlage "Im alten Holz" soll das Dorffest stattfinden.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Das Dorffest ist das wichtigste Fest im Hagener Ortsteil Halden. Nun will es ein Sportplatz-Anwohner wegen Lärmbelästigung verbieten lassen.

Das Dorffest in Halden steht auf der Kippe. Ein Nachbar des Sportplatzes im Alten Holz, auf dem das von tausenden Menschen besuchte Fest alle zwei Jahre stattfindet, hat angekündigt, er werde die Lärmbelästigung nicht hinnehmen und dagegen vorgehen: „Das hat er uns telefonisch mitgeteilt“, bestätigte Michael Kaub, Sprecher der Stadtverwaltung. Jetzt bangen Vereine und Kirchen in Halden darum, dass das für das Gemeinschaftsgefühl im Dorf so wichtige Fest am 13. und 14. September abgesagt werden muss.

Dabei laufen die Vorbereitungen für das Dorffest seit Wochen auf Hochtouren. Es wird alles Gemeinschaftsfest vom TuS H

alden-Herbeck, vom TC Halden 2000, der Freiwilligen Feuerwehr, der katholischen und evangelischen Kirche sowie dem Schützenverein organisiert. „Das Dorffest hat für die Haldener eine hohe ideelle Bedeutung,“ verdeutlicht Pfarrerin Karen Koers von der evangelischen Friedenskirche den Stellenwert der Veranstaltung. Geplant sind neben den üblichen Getränke und Imbissständen ein ökumenischer Gottesdienst, ein Kinderfest und ein Riesenfeuerwerk.

Nicht rechtlich abgesichert

Doch daraus wird möglicherweise nichts. Denn das Dorffest gehört nicht zu jenen rechtlich abgesicherten Veranstaltungen, deren Durchführung in einem Vertrag zwischen Anwohnern des Haarstrangwegs und dem TuS Halden-Herbeck als Pächter des Geländes 1996 vereinbart wurde. Das Dorffest ist jüngeren Datums, es wurde 2010 erstmals gefeiert. Andererseits hat es schon öfter Beschwerden wegen Lärmbelästigung gegeben, außerdem wies die Stadt den TuS im Juli 2014 darauf hin, dass der Verein gegen mehrere Punkte des Anwohner-Vertrages konsequent verstoße und forderte, jegliche Emissionen auf die Anlieger-Grundstücke zu unterlassen, die Werte aus der Sportanlagen-Lärmschutzverordnung nicht zu überschreiten, keine Lautsprecheranlagen zu verwenden und das Vereinshaus nicht an Dritte zu vermieten.

Die Stadt kündigte an, das Verhalten der Vereinsmitglieder nicht länger zu akzeptieren und drohte, das Mietverhältnis zu kündigen, sofern der Verein sich nicht an die vertraglichen Verpflichtungen halte.

Clubheim wird nicht privat vermietet

„Manches hatte sicherlich überhand genommen, aber wir haben auf die Hinweise auch reagiert“, berichtet TuS-Vorsitzender Reiner Hemmer. Eine Hecke wurde gepflanzt, eine direkte Tür vom Vereinsheim zum Biergarten eingebaut, damit niemand mehr außen über das Gelände gehen muss.

Ein Pfosten versperrt die Zufahrt und ein Schild weist darauf hin, dass Rücksicht auf die Nachbarn genommen werden solle. Das Dorffest findet zudem nicht mehr auf dem Sportplatz statt und das Clubheim wird nicht mehr privat vermietet.

Die Stadtverwaltung würde das Dorffest daher auch in diesem Jahr wieder genehmigen, teilte Stadtsprecher Kaub mit. Dann könnte der verärgerte Anwohner, der gegenüber unserer Zeitung nicht zu einer Stellungnahme bereit war, vor das Landgericht ziehen und die Veranstaltung so zu Fall bringen.

Das Tischtuch mit den Verantwortlichen des Vereins scheint zerschnitten. „Wir reden leider nicht mehr miteinander“, beschreibt Vorsitzender Hemmer sein Verhältnis zu dem Anwohner.

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