Hagen. Warum MINT-Fächer für Hagener Kinder plötzlich interessant werden und wie die kernsanierte Halle demnächst noch aufgepeppt wird.

„Talente von morgen“ steht auf der Eingangstür des Technikzentrums Hagen. Der Spruch trifft den Nagel auf den Kopf. Hier, in einer kernsanierten Halle auf dem Elbersgelände, wurde eine Stätte geschaffen, wo Kinder und Jugendliche außerhalb der Klassenräume und auf halb-spielerische Art auf die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik stoßen. Jetzt wurde die einstige Hausmeisterhalle, in der früher Fahrzeuge abgestellt und Material gelagert wurde, eingeweiht.

Christian Isenbeck, Geschäftsführer der Elbershallen (Hagenpeg) betonte: „Wir haben hier viel Geld investiert, aber es hat sich gelohnt. Die einst marode Halle, mit dessen Umbau wir im vergangenen Herbst begonnen haben, ist nicht wiederzuerkennen.“

Außerschulischer Lernort

Hell, weitläufig und mit einer Empore ausgestattet präsentiert sich der 200 Quadratmeter große, außerschulische Lernort, an dem sich junge Menschen an Modulen ausprobieren können und so Erfahrungen in Unternehmensbereichen wie Produktion, Marketing, Forschung und Entwicklung sammeln können.

Kirsten Kling, Geschäftsführerin der Agentur Mark, ist auch gleichzeitig Patin des neuen Technikzentrums Hagen.
Kirsten Kling, Geschäftsführerin der Agentur Mark, ist auch gleichzeitig Patin des neuen Technikzentrums Hagen. © Michael Kleinrensing

Das Technikzentrum Hagen ist in Trägerschaft des Vereins Technikförderung Südwestfalen; Kirsten Kling, Geschäftsführerin der Agentur Mark, ist Patin des Projektes. „Hier erleben die Kinder und Jugendlichen Technik so, wie sie heute auch tatsächlich in der Industrie angewandt wird“, lobt Kling die neue Einrichtung, in der es auch ums Selbst-Handanlegen geht.

Bislang gibt es drei Lernmodule, also Stationen, die gemeinsam mit heimischen Unternehmen entwickelt wurden.

Idee stammt aus dem Jahr 2018

Die Idee zum Technikzentrum Hagen (ein Technikzentrum Lüdenscheid­ existiert bereits) entstand 2018 im Rahmen der Zukunftsschmiede, die von der Stadt Hagen, der Hagen-Agentur und dem Unternehmerverein Hagen durchgeführt wurde.

Finanziert wird das TZ Hagen durch Vereinsmitglieder (regionale Unternehmen und Bildungspartner) sowie Sponsoren, außerdem wird es gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), durch das Land NRW und die Europäische Union.

Beim ersten Modul des Hagener Unternehmens Andernach & Bleck geht es um Umformtechnik, erstellt werden kleine Schmuckstücke, die die jungen Teilnehmer natürlich mit nach Hause nehmen dürfen.

An der zweiten, von den Firmen Ebro Armaturen und Carl Bechem eingerichteten Station steht eine CNC-Fräsmaschine, an der Schlüsselanhänger gefertigt werden, im Mittelpunkt. Beim dritten, von der Firma KGO aus dem EN-Kreis entwickelten Modul geht es um das Wachsschmelzverfahren. Das Endprodukt ist eine Kerze.

Weitere Module sollen hinzu kommen

„Wir hoffen, dass wir noch weitere Unternehmen für weitere Module gewinnen können. Das Angebot des Technikzentrums soll natürlich noch wachsen“, sagt Projektleiterin Tharsika Sivalingam. Bei ihr können Lehrer Termine für Schulklassen (ab Klasse 7) vereinbaren, und bei ihr können Ferienkurse (für Kinder ab 10 Jahren) sowie weitere Kreativangebote gebucht werden. „In der Noch-Corona-Zeit begrenzen wir die Teilnehmerzahl auf 16“, betont die Projektleiterin.

Im Herbst soll die Empore übrigens noch aufgehübscht und zu einer „Chill-out-Area“ mit kleiner Küche umgestaltet werden.