Hagen. Leon Weick (26) hat sein Leben in Hamburg für seine Liebe in Hagen aufgegeben. Kurz vor dem Finale ist bei der Show für ihn Schluss.

Manchmal zahlt es sich aus, nicht aufzugeben. Weiterzumachen. Es noch einmal zu versuchen. Leon Weick, alias „Ezo“, hat es noch einmal versucht. Nachdem er bereits vor drei Jahren bei The Voice of Germany kurz vor dem Halbfinale ausgeschieden ist, hatte er dieses Jahr die Möglichkeit, dabei zu sein und auf der großen Bühne Hagen zu vertreten. Auch wenn es nicht ganz für das Finale gereicht hat, war es die Erfahrung für ihn wert.

„Wir haben das nicht so richtig ernst genommen“

Der Weg dahin war nicht leicht. Er hat sich als Talent quasi in einem kleinen Paralleluniversum über die Ableger-Show, The Voice Rap, ins Halbfinale der Hauptshow gekämpft. „Wir haben das nicht so richtig ernst genommen die ganze Zeit“, sagte Jury-Mitglied Bill Kaulitz in der Sendung nach dem Auftritt des jungen Hageners. „Aber du bist ganz schön gut.“

Für den 26-Jährigen gab es jedenfalls nach seinem Auftritt mit „Astronaut“ (Sido feat Andreas Bourani) nur Lob. „Was immer richtig gut ist, ist einfach noch ein bisschen extra was mitzubringen. Du hast einen schönen Ton in deiner Stimme. Du machst das unfassbar“, lobte die bekannte Deutschrapperin Shirin David den Hagener.

Leben in Hamburg für Hagen aufgegeben

Für den war es keine Selbstverständlichkeit, in der beliebten Sendung in der Liveshow auf der großen Bühne zu stehen und vor dem Publikum im Studio in Berlin aufzutreten: „Das Gefühl ist unglaublich krass. Ich stehe in tiefer Demut“, so Leon Weick, der als Gewinner der Show „The Voice Rap“ übrigens auch einen eigenen Song in den Cupra Music Labs aufnehmen durfte.

„Ich hätte einfach niemals gedacht, dass ich so weit komme“, so der Wahl-Hagener, der vor etwa vier Jahren sein Leben in Hamburg aufgegeben hat und der Liebe wegen in die Volmestadt gezogen ist.

Rap und Musik sind für mich auch Poesie
Leon Weick, im ersten Interview mit der WP

Sein Coach und Mentor, Rap-Legende Kool Savas, war jedenfalls sichtlich stolz auf sein Talent: „Leon ist mir schon in den Blinds (Anm.: Blind Auditions) aufgefallen, Gesang und Rap, er hat beides drauf. Er ist nicht nur ein Rapper, sondern auch ein Songwriter. Er wird auch für andere Künstler schreiben können. Leon aus Hagen-City - let‘s go.“

Auch wenn er nicht im Finale steht - im Zuschauervoting konnte er sich nicht durchsetzen, nur fünf der 13 Halbfinalisten kamen eine Runde weiter - war die Teilnahme für ihn eine Chance. Eine Chance, seine Art der Musik zu zeigen. Und zu zeigen, dass Rap auch „Poesie“ sein kann.

Die Jury von The Voice of Germany: Ronan Keating; Shirin David; Bill Kaulitz; Tom Kaulitz (oben von links); Giovanni Zarrella und Kool Savas.
Die Jury von The Voice of Germany: Ronan Keating; Shirin David; Bill Kaulitz; Tom Kaulitz (oben von links); Giovanni Zarrella und Kool Savas. © Pro7/Sat1 | André Kowalski