Hagen. Menschen mit Behinderung können eine kluge Antwort auf den anhaltenden Fachkräftemangel sein. Die Arbeitsagentur bietet hier kompetente Beratung.

Anlässlich der aktuell laufenden Aktionswoche zum „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen“ gibt die Agentur für Arbeit Hagen einen Einblick hinter die Kulissen eines Spezialbereichs, der wenig bekannt ist: das Team „Reha/SB“ mit seinen Expertinnen und Experten für Inklusion.

So sieht nach Darstellung der Behörde ein ganz normaler Arbeitstag dort aus. Eine Kundin nimmt bei Rehaberater Andreas Krüger Platz, um sich über die berufliche Zukunft beraten zu lassen. Eine Erkrankung macht ihr die weitere Berufsausübung in einem handwerklichen Betrieb unmöglich. Jetzt gilt es, nach vorne zu sehen und einen neuen, geeigneten Beruf zu finden.

Persönliche Beratung

Im Nebenzimmer informiert sich ein lernbehinderter Jugendlicher mit seinen Eltern über den bestmöglichen Weg ins Arbeitsleben. Auf dem Flur gegenüber nehmen die Arbeitsvermittlerinnen des Teams persönliche und telefonische Gesprächstermine sowie auch Videoberatungen mit behinderten Arbeitsuchenden wahr. Hier trifft man auf die unterschiedlichsten Leute: Ein Bewerber, der nach einer Langzeiterkrankung einen geeigneten Arbeitsplatz sucht, eine schwerbehinderte junge Frau, die sich einfach nur eine neue Herausforderung wünscht.

Am Ende des Flurs informiert Arbeitgeber-Beraterin Susanna Ebbing gerade telefonisch ein Unternehmen zum Thema Stellenbesetzung mit behinderten BewerberInnen und Azubis. Sie vereinbart direkt einen Betriebsbesuch, um das Arbeitsumfeld kennenzulernen und über einen Lohnkostenzuschuss zu entscheiden. Der mögliche Bedarf an technischen Arbeitshilfen kann so direkt vor Ort erkannt werden.

Im Büro gegenüber stehen derweil die Telefone nicht still. Die Kolleginnen dort sind Ansprechpartnerinnen für Teilhabeanträge, Arbeitshilfen sowie Hilfsmittel. Gerade kommt ein Antrag auf einen Beförderungsdienst zum Arbeitsplatz herein. Der Antragsteller kann aus behinderungsbedingten Gründen keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. „In Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis haben rund 70 Prozent der arbeitslos gemeldeten Menschen mit Behinderungen eine abgeschlossene Berufsausbildung. Das ist ein wesentlich größerer Qualifizierten-Anteil als bei allen Arbeitslosen, wo er nur bei 42 Prozent liegt. In Zeiten des Fachkräftemangels weisen wir auf dieses große Potenzial hin“, betont Teamleiterin Meike Barkley. „Wir beraten und unterstützen gerne. Alleine kann eine individuelle berufliche Inklusion nicht gelingen. Gemeinsam erreichen wir mehr.“

Fachleute sind gezielt geschult

Das Reha-Team der Agentur für Arbeit Hagen besteht daher aus extra geschulten Fachleuten, die darauf spezialisiert sind, behinderte Menschen bei der beruflichen Ausbildung, Wiedereingliederung und Integration zu unterstützen. Dabei arbeiten sie eng mit den Betroffenen zusammen, um ihre individuellen Bedürfnisse und Ziele zu verstehen und einen maßgeschneiderten beruflichen Plan zu entwickeln. Hierfür nutzen sie das gesamte Netzwerk mit den anderen Institutionen wie Trägern, Fachdiensten, Werkstätten, medizinischen und caritativen Einrichtungen.

Letztendlich ist das Reha-Team darauf ausgerichtet, die individuellen Bedürfnisse der Menschen mit Behinderungen zu verstehen und ihnen dabei zu helfen, ihre beruflichen Ziele zu erreichen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie setzen sich für die Integration von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in das Arbeitsleben ein und unterstützen sie dabei, neue Chancen zu entdecken und ein erfüllendes Arbeitsleben zu führen.