Polizei

Assistenten sollen nachts Hohenlimburger Wache besetzen

Eine mögliche Schließung der Polizeiwache in den Nachtstunden soll durch den Einsatz von Polizeiassistenten verhindert werden. Das wünscht sich die Hohenlimburger Politik.

Foto: Volker Bremshey

Eine mögliche Schließung der Polizeiwache in den Nachtstunden soll durch den Einsatz von Polizeiassistenten verhindert werden. Das wünscht sich die Hohenlimburger Politik. Foto: Volker Bremshey

Hohenlimburg.  Die Hohenlimburger Politik erhofft sich zukünftig eine Besetzung der Wache durch Polizei- oder Verwaltungsassistenten in den Nachtstunden.

Die Polizeiwache in Hohenlimburg soll auch zukünftig in den Nachtstunden als Anlaufstelle für die Bürger geöffnet bleiben. Dieses Ziel verfolgen die Parteien und Wählergemeinschaften in der Hohenlimburger Bezirksvertretung weiterhin mit großem Engagement. Und zwar jetzt mit einer neuen Initiative. In einem Brief schlagen sie dem Hagener Polizeipräsidenten Wolfgang Sprogies vor, die Wachenbesetzung in den Nachtstunden durch einen Verwaltungs-/Polizeiassistenten sicherzustellen. Doch in der Behörde ist man skeptisch.

Polizeipräsident Sprogies will weiter an seinen Plänen festhalten, ab September 2018 die Wache an der Freiheitstraße nur in der Zeiten zwischen 6 Uhr und 22 Uhr zu besetzen. In den Nachtstunden soll sie geschlossen bleiben und von der Streifenwagenbesatzung nur sporadisch angesteuert werden. Sprogies verspricht sich mit der Umsetzung dieser Pläne mehr Polizeipräsenz auf der Straße. Denn dort sollen jene Beamte, die bislang in den Nachtstunden in den Wachen Hohenlimburg und Haspe sitzen, eingesetzt werden.

Doch dieser Plan hat bei Bürgern und Politik Widerspruch ausgelöst. Und deshalb hat der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im NRW-Landtag, Dr. Christos Katzidis, die Idee ins Spiel gebracht, die Wachen in den Nachtstunden mit Polizeiassistenten zu besetzen. Also jenen Verwaltungskräften, die die Polizeibeamten landesweit von Schreibaufgaben und weiterer Bürokratie entlasten sollen.

Politiker sehen Kompromiss

„Wir halten diese Idee für einen guten Kompromissvorschlag, der es dem Hagener Polizeipräsidenten einerseits ermöglicht, mit dem vorhandenen Personen seine Pläne zu verwirklichen, in Hagen einen Streifenwagen mehr auf die Straße zu bringen und andererseits den Sicherheitsbedürfnissen der Hohenlimburger Bürger hinsichtlich der nächtlichen Wachenbesetzung Rechnung zu tragen“, so die Hohenlimburger Politiker.

Der eingesetzte Verwaltungsassistent könne während seiner Dienstzeit jene Verwaltungs- und Schreibarbeiten verrichten, die er normalerweise auch im Tagdienst im Polizeipräsidium Hoheleye erledig. Der Vorteil sei, so die Hohenlimburger, dass im Bedarfsfall dieser Polizeiassistent als Ansprechpartner jenen Menschen zur Verfügung stehen könnte, die in den Nachtstunden die Wache Hohenlimburg anrufen oder aufsuchen.

Gibt es in Nordrhein-Westfalen bereits solche Standorte, in denen in den Nachtstunden Verwaltungsassistenten diese Aufgaben übernehmen? Aktuell werden nach Kenntnissen von Ewald Weinberger, persönlicher Referent des Polizeipräsidenten, noch in keinem nordrhein-westfälischen Polizeipräsidium Assistenten eingesetzt. „Das Land hat angekündigt, 500 Verwaltungs- oder Polizeiassistenten einzustellen. Diese sollen auf 47 Polizeipräsidien verteilt werden. Dabei werden wahrscheinlich zunächst die großen Behörden wie Düsseldorf, Köln oder Dortmund bedacht.“

Deshalb sei gegenwärtig noch nicht bekannt, wie viele dieser neuen Kollegen nach Hagen kommen werden. „Die Einstellungskriterien und die Verwendungsmöglichkeit sind noch nicht bekannt“, so Ewald Weinberger. Ob diese neuen Mitarbeiter dann in Teilbereichen polizeiliche Aufgaben übernehmen dürften und könnten, sei deshalb aktuell noch unklar. „Dafür muss jeder eine qualifizierte Ausbildung haben.“

Kontakt durch Glasscheibe

Ein zweiter Faktor sei, dass in den Nachtstunden Einzelpersonen, die sich in der Wache aufhalten, aus Sicherheitsgründen die Tür nicht öffnen dürften. Weinberger: „Es bleibt dann bei einem Kontakt durch die Glasscheibe.“

Darüber hinaus sei es für die Bürger generell sinnvoller, sich nachts unter der Notrufnummer 110 bei der Polizei zu melden, weil die Beamten der Leitstellen sehr häufig einen besseren Überblick über die Lage hätten.

>> HINTERGRUND: Wache muss umgebaut werden

  • Voraussichtlich im Sommer 2018 soll mit dem Umbau der Wache begonnen werden. Ein Architekturbüro ist mit den Planungen beauftragt worden.
  • Aktuell ist noch nicht abzuschätzen, wie lange die Umbaumaßnahmen dauern werden.
    Erst wenn diese abgeschlossen sind, wird eine Schließung der Wache in den Nachtstunden möglich sein.

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