Protest

„Fridays for future“ in Hagen: „Wir werden immer lauter“

Klima-Streik von Hagener Schülern in Berlin: Mit dabei ist auch die Schülerin Janne Rosenbaum (vorne rechts), die Hagen als Delegierte vertritt.. 

Klima-Streik von Hagener Schülern in Berlin: Mit dabei ist auch die Schülerin Janne Rosenbaum (vorne rechts), die Hagen als Delegierte vertritt.. 

Foto: Laura Kiwitz

Hagen.   In Hagen hat sich eine Ortsgruppe der Bewegung „Fridays for future“ gebildet. Die erste Demo soll am 15. März stattfinden.

Als Laura Kiwitz am Telefon von ihrer Mission spricht, da kann man durch den Hörer spüren, wie überzeugt die 18-jährige Schülerin des Hildegardis-Gymnasiums ist und welch gerade Haltung sie hat. „Wir müssen jetzt aufstehen“, sagt sie.

Und damit brennt in der 18-Jährigen das Feuer, das aktuell in Millionen von Schülern auf dem ganzen Planeten brennt und das selbst jene, die die scheinbar nur schwänzenden Schüler anfangs müde belächelt haben, längst nicht mehr ausgetreten bekommen. Jetzt hält der „Friday for future“ auch in Hagen Einzug.

Einhaltung der Klimaziele von Paris

„Wir haben eine Ortsgruppe gegründet“, sagt Laura Kiwitz. 100 Menschen ist diese Gruppe bereits groß. Sie treten für das gleiche große Ziel an, für das am 20. August 2018 erstmals die damals 15-jährige Schwedin Greta Thunberg den Schulunterricht verweigerte und damit über Nacht weltberühmt wurde: die Einhaltung der Klimaziele von Paris. Das Übereinkommen aus dem Dezember 2015 sieht die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf unter zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten vor.

Die wohl wichtigste Position Thunbergs ist, dass die Politik zu wenig für Klimaschutz tue und damit unverantwortlich handele. Vor allem gegenüber jungen Menschen. Thunberg will so lange weiterstreiken, bis ihr Heimatland Schweden die Treibhausgasemissionen um 15 Prozent pro Jahr reduziert.

Forderung nach Herabsetzung des Wahlrechts

Ein großes Ziel, mit dem vor wenigen Wochen bereits die 16-jährige Janne Rosenbaum zu einer Friday-for-future-Demo nach Berlin gereist war. Rosenbaum gehört laut Kiwitz ebenfalls der neuen Hagener Ortsgruppe an. „Die Bewegung wird immer stärker“, sagt Laura Kiwitz, „die Stimmen der Schüler werden immer lauter.“ Zu den Forderungen gehört außerdem, dass Wahlrecht auf 16 Jahre herabzusetzen, damit die jungen Menschen noch mehr Einflussmöglichkeiten auf Entscheidungsprozesse bekommen.

Längst kommentieren auch die großen Polit-Schreiber großer deutscher Tageszeitungen in die Richtung, dass die Politik den Fehler gemacht habe, den Schülern nicht richtig zuzuhören. Es kommt ein für die politische Klasse völlig neuer und ungewohnter Gegenwind in Deutschland, Europa und der ganzen Wellt auf: jugendliche Lust auf Mitbestimmung gepaart mit wirklich guten und wertvollen Inhalten.

Vom Bahnhof zum Ebert-Platz

Laura Kiwitz und ihre Hagener Mitstreiter wollen Teil dieser Reise sein. „Die wichtigsten Themen unserer Zeit haben alle mit dem Klima zu tun. Wir wollen noch lauter werden und uns endlich noch ernst genommener fühlen.“

Deshalb wird es am Freitag, 15. März, nun auch in Hagen die erste Klima-Demo von Schülern geben. Hagen reiht sich freitags damit in den ganz großen globalen Kanon der Klima-Kämpfer ein. „Wir haben die Demo bereits angemeldet und schätzen, dass wir so 100 Leute sein werden“, sagt Kiwitz.

Zwischenstopp vor dem Theater

Der Demo-Zug setzt sich um 10.30 Uhr am Hagener Hauptbahnhof in Bewegung und geht dann Richtung Ebert-Platz in der City. Unter anderem wird es vor dem Theater einen Zwischenstopp und eine Kundgebung geben.

„In einem Punkt sind wir uns sicher: die Rettung unseres Klimas muss in der Politik zur Priorität werden. Wir fordern die Energiewende, die Verkehrswende und weitere maßgebliche Veränderungen, um unser Ziel, die Klima- und Generationengerechtigkeit, zu erreichen“, sagt Laura Kiwitz.

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