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Aus Mini-Versandhandel wird großer Webshop

Adrian Hellenthal

Adrian Hellenthal

Foto: WP

Haßley.   Avalon Naturtextil schreibt Erfolgsgeschichte. Aus dem kleinen Versandhandel in Hagen-Haßley ist ein großer Online-Shop samt Outlet-Store geworden.

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Am Anfang stand ein Flugblatt, das die junge Mutter Heike Berger aus einer Garage auf Haßley heraus verteilte. Aus dieser doppelseitigen Schwarz-Weiß-Fotografie wurde kurze Zeit später ein einfacher Katalog, in dem Naturtextilien unter dem Namen „Avalon“ angeboten wurden.

Das Ganze ist 20 Jahre her. Später entwickelte sich der Webshop, der mittlerweile die Basis des Unternehmens ist. Und vor ein paar Wochen eröffnete „Avalon“ flankierend einen Outlet-Store auf Haßley, in dem die Kunden direkt vor Ort stöbern und kaufen können.

Alternative Szene

Avalon – eine Erfolgsgeschichte? Kann man sagen . . . „Heike Berger – sie verstarb 2012 – gehörte in den 80er- und 90er- Jahren zur Wehringhauser Szene“, erzählt Avalon-Geschäftsführer Adrian Hellenthal, der die selbstbewusste, sinnliche Frau gut kannte. „Sie hat jahrelang in einer Wehringhauser Kneipe gejobbt, gehörte der alternativen Szene an, war durch und durch grün angehaucht.“

Als Heike Berger 1995 Mutter wurde, fragte sie sich, wo sie ökologisch unbedenkliche Babyausstattung fand, wo sie fair gehandelte Produkte kaufen konnte, wo es Waren gab, die zu ihren moralischen Werten passten und die ihren sozio-ökologischen Ansprüchen gerecht wurden. Sie wurde jedoch nur mühsam fündig – und gründete aus der Verzweiflung heraus ihren eigenen kleinen Versandhandel „Avalon“, der sich auf Naturtextil- und Waldorf-Produkte konzentrierte.

Heike Berger hatte eine Marktnische aufgespürt – und füllte diese aus. Das Geschäft mit Strickwindeln, Baumwoll-Babygarderobe und Holzspielzeug aus der anthroposophischen Richtung lief gut – Heike Berger baute aus, stellte Mitarbeiter – u.a. Klaus Ronge, der für den Bereich Einkauf zuständig war, – ein.

„Das war 2003 – ich war der einzige Mann“, erinnert sich Ronge. Der EDV-Experte öffnete Berger die Augen für die Entwicklungen des Marktes, brachte ihr den Online-Verkauf näher.

Der klassische Versandhandel per Katalog verlor mehr und mehr an Bedeutung – der Webshop lief ihm schnell den Rang ab. „Avalon“ ging eine Kooperation mit dem Naturwarenhersteller „Prolana“ ein; der Neffe des „Prolana“-Gründers Norbert Baldauf ist Adrian Hellenthal, seit zwei Jahren „Avalon“-Chef. Heike Bergers Sohn ist Mitgesellschafter.

Laden im grünen Stadtteil

Die Idee, das bisherige Lager in ein Outlet umzuwandeln, stammt von Hellenthal (ein zweites Outlet wurde bei „Prolana“ im Allgäu eingerichtet).

„Die Phase des ausschließlichen Online-Kaufs ist vorbei. Viele Kunden bestellen zwar im Netz, möchten aber auf das Anfassen und Anprobieren nicht verzichten. Die haptische Wahrnehmung spielt beim Einkaufen eine große Rolle“, unterstreicht der 30-Jährige.

Elf Mitarbeiter sind in dem roten Backsteinhaus beschäftigt – im Büro, im Laden sowie an der Hotline. „Mit unserem Naturtextil-Angebot passen wir natürlich sehr gut in den grünen Stadtteil“, resümiert Hellenthal, „viele Anwohner und Spaziergänger schauen bei uns vorbei.“

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