Architekt und Maler

Ausstellung zum 90. Geburtstag von Bernhard van der Minde

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Der Architekt und Maler Bernhard van der Minde ist am 16. Juli 90 Jahre alt geworden.  Im Hagenring  läuft ihm zu Ehren eine Ausstellung. 

Der Architekt und Maler Bernhard van der Minde ist am 16. Juli 90 Jahre alt geworden.  Im Hagenring  läuft ihm zu Ehren eine Ausstellung. 

Foto: Yvonne Hinz

Hagen.  Der Künstler Bernhard van der Minde stellt in der Galerie Hagenring aus. Wo der Architekt und Maler Einfluss aufs Hagern Stadtbild genommen hat.

Zum 70. Geburtstag hatte der Hagenring ihm eine Ausstellung gewidmet, zum 80. ebenfalls und – natürlich – zu seinem 90. Geburtstag auch. Am 16. Juli feierte der Hagener Architekt und Maler Bernhard van der Minde seinen runden Geburtstag im Kreis von Familie und Freunden. „Und der Termin für die Ausstellung zum 100. Geburtstag ist schon gebucht“, lächelt Uwe Will, Ausstellungsleiter des Künstlerbundes Hagenring, verschmitzt.

Planer und Maler

Bernhard van der Minde war zeitlebens Planer und Maler, „ich hab’ von klein auf gemalt, hatte immer den Drang, mich künstlerisch zu betätigen“. Während seiner aktiven Zeit als Architekt musste die Kunst ein wenig hinten anstehen, um dann aber 1998, als er in Rente ging, wieder einen vorderen Platz in seinem Leben einzunehmen.

Doppeldeutige Motive

Im Hagenring präsentiert der 90-Jährige Bilder, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind, „und auch ganz frische Arbeiten“, unterstreicht Bernhard van der Minde. Wie die Serie „Niederschläge“, die in abstrahierter Form Menschen mit einem Schirm zeigt. Die Personen schützen sich vor Niederschlag, also Regen, wie auch vor emotionalen Niederschlägen. „Fast alle meine Bilder haben eine Doppeldeutigkeit­, ich erstelle ja keine Plakate mit einer eindeutigen Aussage.“

Er fertige auch keine Skizzen an, sondern habe ein Gerüst im Kopf, „ich zeichne klare Linien, hab’ eine genaue Planung, da der kommt der Architekt in mir durch“. Dann bringe er als Maler organische Strukturen auf die Leinwand und überspiele damit die Strenge des Motivs.

Immense Lichtwirkung

Die Stilrichtung Pointillismus hat Bernhard van der Minde erst vor wenigen Jahren für sich entdeckt, „durch das Punkt an Punkt setzen entsteht eine sehr intensive Farbgebung. Das Motiv lebt regelrecht, und die Lichtwirkung ist immens“.

Auch in der Geburtstagsausstellung zu sehen: die Serie Homo virtualis. „Auf einer Großveranstaltung hab’ ich Kameraleute mit riesigen Apparaturen beobachtet. Mich bewegte, wie Medien auf technisch raffinierte Weise die Ereignisse der Welt vermitteln“, so der Künstler. Seine hochformatigen Acryl-auf-Leinwand-Werke wecken tatsächlich Assoziationen zu Fernsehleuten bei der Arbeit.

Wie der 1932 in Soest geborene Mann nach Hagen kam? 1953 nahm er an der damaligen Ingenieurschule für Bauwesen ein Studium auf, 1960 gründete er zusammen mit Manfred Krug das Architekturbüro Krug/ van der Minde. Als Künstler absolvierte er Abendkurse an der Werkkunstschule Wuppertal und belegte Kurse an der Hagener Volkshochschule und an der Uni Bochum.

Auch auf das Hagener Stadtbild mitgeprägt

Auch auf das Hagener Stadtbild hat Bernhard van der Minde Einfluss genommen. So wirkte er unter anderem an der Erweiterung des Karl-Ernst-Osthaus-Museums Anfang der 1970er Jahre mit, er gestaltete die Gesamtschule Fritz-Steinhoff in Helfe mit, außerdem war er an der Planung und dem Bau der Hagener Fußgängerzone beteiligt.

In seinem Atelier im Untergeschoss seines Wohnhauses in Helfe malt der 90-Jährige noch immer beinahe­ täglich. „Der Raum hat Fenster, also auch Tageslicht. Und gerade jetzt im Sommer ist es dort unten herrlich kühl“, sagt der Künstler, der in den kommenden Jahren noch einiges vor hat.

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