AWO hat Eigeninteresse

Erweiterung AWO-Drogenklinik Deerth/Maßregelvollzug. Die Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag hatte schon eine leicht befremdliche Qualität. Die einleitenden Worte von Herrn Grothe machten deutlich, dass Stadt und AWO sich in einer defensiven Position sehen und vor allem eine offene Diskussion vermeiden wollen. Dass die Stadt dadurch als Fürsprecher der AWO-Interessen wahrgenommen wurde, mag der Eindruck nur einiger Anwesender gewesen sein.

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Erweiterung AWO-Drogenklinik Deerth/Maßregelvollzug. Die Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag hatte schon eine leicht befremdliche Qualität. Die einleitenden Worte von Herrn Grothe machten deutlich, dass Stadt und AWO sich in einer defensiven Position sehen und vor allem eine offene Diskussion vermeiden wollen. Dass die Stadt dadurch als Fürsprecher der AWO-Interessen wahrgenommen wurde, mag der Eindruck nur einiger Anwesender gewesen sein.

Frau Buchholz spricht von „Wutbürgern“, die nur ihre „Eigeninteressen im Blick“ haben und sich mit ihren „vorgefassten Meinungen“, durch „Argumente und Fakten“ nicht überzeugen lassen? Ich bin sprachlos! – Ich sehe hier zunächst einmal nur das „Eigeninteresse“ der AWO. Die Interessen aller anderen werden ignoriert. Die AWO hat in der Zwischenzeit, wie Frau Buchholz sagt, schon 500 000 Euro in die Planung investiert. Sie scheint nun zu befürchten, dass die ganze Planung auch ohne Erfolg bleiben könnte und macht schon jetzt die „Wutbürger“ dafür verantwortlich. Sie nennt es „unfair“, weil die Anwesenden ihr Projekt nicht mit Applaus aufgenommen , sondern ihre berechtigte Kritik zum Ausdruck gebracht haben. Die AWO gab sich auch auf der Bürgerveranstaltung recht siegesgewiss. Dass es keine Alternativen gibt, will oder kann Sie aber nicht mit Fakten belegen. Die Diskussion darüber wird einfach abgeschnitten.


Ich würde mich auch ärgern, wenn ich jahrelang geplant und auch schon investiert habe und mich dann einer Kritik gegenübersehe, die mein Projekt gefährden könnte. Allerdings kann ich dafür nicht die Kritiker verantwortlich machen und Bürger als „Wutbürger“ titulieren , die ich schon viel früher hätte involvieren müssen. Die „Wutbürger“ sind Bürger, die nicht das Projekt und die gute Arbeit der AWO in Frage stellen. Die Kritik ist eine konstruktive Kritik, die eben genau nicht für Eigeninteressen steht, sondern versucht, einen Konsens aller Interessen zu finden.


Ganz allgemein sind die Einrichtungen für den Maßregelvollzug nach §64 StGB chronisch überbelegt und der Markt wächst. Ich möchte mir die Diskussion um eine Erweiterung der Erweiterung im Deerth, in vielleicht 5 Jahren, gar nicht vorstellen.

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