Kultur

Ballettabend mit drei Choreografien in Hagen

Eine Szene aus der Choreografie von Alfonso Palencia. 

Eine Szene aus der Choreografie von Alfonso Palencia. 

Foto: Klaus Lefebvre

Hagen-Mitte.   Die erste Ballett­premiere der Spielzeit verspricht Dynamik. Am Samstag, 13. Oktober, wird „Move on“ auf die Theaterbühne gebracht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die erste Ballett­premiere der Spielzeit 2018/19 verspricht Dynamik, Passion und Tiefe.

Der dreigeteilte Abend, der von zwei Gastchoreografen sowie von Ballettdirektor Alfonso ­Palencia am Samstag auf die Bühne gebracht wird, verzichtet auf klassisches Ballett mit Spitzentanz und setzt auf zeitgenössischen Tanz.

„Move on“ ist die zweistündige (inklusive Pause) Aufführung betitelt, was darauf hindeutet, dass es um Bewegung und Weiterentwicklung geht. „Und doch sind die drei Stile, die zu sehen sind, ganz unterschiedlich“, verspricht Alfonso Palencia.

Erstes Stück heißt „Uneven“

Den Auftakt macht die Choreografie „Uneven“ des spanischen Choreografen und Tänzers Cayetano Soto. „Ich bin seit langem mit Soto befreudet, wir haben gemeinsam im Ballett Theater München getanzt“, erklärt Hagens Ballettdirektor, warum er gerade Cayetano Soto als Gast für den Ballettabend gewinnen wollte.

In „Uneven“ – die Choreografie trägt autobiografische Züge – werden Lebenssituationen, die durch Zerrissenheit und extreme Belastungen geprägt sind, vertanzt. Das Leben scheint aus der Balance geraten zu sein, die Frage „Wo bin ich“ bestimmt das abstrakte, von fünf Männern und drei Frauen vertanzte Stück.

Einsamkeit und Partyleben

Die zweite Choreografie „Epemeron“ spiegelt einerseits die Ergebnisse von Gewalt und Einsamkeit wider, anderseits wird ausschweifendes Partyleben auf die Bühne gebracht.

Dem israelischen Tänzer und Choregrafen, der mittlerweile mehr als 80 Stücke kreiert hat, ist es wichtig, kraftvolle Dynamik und krasse Kontraste zu zeigen.

Die Choreografie beginnt mit wildem Trommelspiel, zum Finale wird ein Gedicht („I walk alone“) rezitiert.

Selbstzweifel und sexuelle Orientierung

Die Choreografie „Movinos“ von Alfonso Palencia beendet den Ballettabend. „In dem Stück geht es um Selbstverantwortung, Selbstzweifel und sexuelle Orientierung“, erklärt der Ballettdirektor. Die Bewegungsfreiheit sei in unserer modernen Zeit zwar größer, die Verunsicherung und die Konfusion um die eigene Identität seien aber auch gewachsen, resümiert Alfonso. Seine Botschaft ans ­Publikum: „Probiert vieles aus und findet so zu euch selbst.“

Das Bühnenbild, vor dem die 14-köpfige Compagnie tanzt, ist ­bewusst puristisch gehalten. Klare Linien und Lichtinstallationen bestimmen die Szenerie. Auch die Kostüme sind schlicht und zurückgenommen.

Compagnie muss Wandlungsfähigkeit beweisen

Die Compagnie muss Wandlungsfähigkeit beweisen und sich auf die unterschiedlichen Stile einstellen. „Aber die Herausforderung bringt die Tänzer auch selbst weiter“, ist sich der Ballett-Chef ­sicher. So werde im ersten Stück in Ballettschläppchen getanzt, in der zweiten Choreografie barfuß und im letzten Stück auf Socken.

Der dreigeteilte Abend „Move on“ wird bis Mitte Februar dem Theaterpublikum insgesamt elf Mal präsentiert.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik