Entwicklungshilfe

Begleitung in die Selbstständigkeit

Felix Fastenrath

Foto: privat

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Hagen.   Ein Hagener Student unterstützt die Ausbildung von Frauen im afrikanischen Malawi. Sie sollen den Weg in eine selbstständige Existenz finden.

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Wie kann ich Frauen in der Dritten Welt eine Ausbildung ermöglichen, damit sie unabhängig von Organisationen Geld verdienen? Eine Antwort auf diese Frage hat vielleicht der Anfang 2016 gegründete Verein „Taste of Malawi“, zu Deutsch: eine Kostprobe von Malawi. Der 20-jährige Felix Fastenrath aus Hagen gehört zu den Aktiven.

Flyer-Druck und Newsletter

Er arbeitet mit in der Gruppe junger Menschen rund um die Gründerin Jana Piske. Sie wollen Frauen in Malawi mit Hilfe einer Ausbildung zu Schneiderinnen machen. Damit sollen die Frauen selbstständig und unabhängig von Projekten werden. Felix Fastenrath kümmert sich – wie alle anderen auch ehrenamtlich – um die Website, Flyer-Druck, Online-Shop und den bald erscheinenden Newsletter.

„Für mich ist es toll, den Frauen in die Selbstständigkeit helfen zu können. Also Hilfe zur Selbsthilfe“, lächelt Fastenrath während er einen Flyer des Vereins in den Händen hält. „Die Frauen in Malawi lernen in Workshops von zwei Schneiderlehrerinnen, die durch das Projekt finanziert werden, wie man Kleidung, Taschen, Babytragen und vieles mehr herstellt, um so eine Existenz zu gründen. Danach nehmen sie an einer Art BWL-Kurs von uns teil, um unternehmerisches Know-how zu erlernen“, erklärt der Hagener.

Verkauf der Waren im Online-Shop

Der Verein investiert in die zweimonatige Ausbildung der Frauen umgerechnet 90 Euro im Monat, so dass sie zu ihren Einnahmen aus ihren fertiggestellten Dingen, eine Grundlage für die Selbstständigkeit haben. Dabei kostet allein die Anschaffung einer Nähmaschine zwischen 50 bis 200 Euro, je nach Qualität.

„Die Teile, die die Frauen mit unserer Hilfe produzieren, werden in unserem Online-Shop oder auf Märkten überall in Deutschland verkauft. Davon fließt der gesamte Erlös der verkauften Kleidung zurück in das Projekt. In der Stunde verdient die Schneiderin 30 Cent, was sehr wenig erscheint, aber für malawische Verhältnisse ist das gut“, sagt Felix Fastenrath. Nach der Zeit der Ausbildung sollen die meist jungen oder verwitweten Frauen ein Geschäft führen können und sich vom Verein abnabeln, um eigenes Geld zu verdienen.

Auf eigenen Beinen stehen

„Das unterscheidet uns von anderen Projekten. Wir wollen, dass die Frauen nicht dauerhaft an eine Organisation gebunden sind, sondern von uns eine Chance bekommen auf eigenen Beinen zu stehen“, erläutert Fastenrath. Falls eine Frau pleite gehe, könne sie zu „Taste of Malawi“ zurückzukehren und erneut Unterstützung erfahren, so der Hagener.

Wenn Felix sich nicht gerade um die Website des Vereins kümmert, studiert er Industriedesign in Wuppertal. Durch die Familie und Hobbys wie Pfadfinder ist er immer noch tief in Hagen verwurzelt und pendelt zwischen den beiden Städten. „Es ist schön zu sehen, wie sehr sich die Frauen freuen, wenn sie auf unserer Seite erscheinen, damit fühlen sie sich und ihre Arbeit wertgeschätzt. Irgendwann möchte ich auch mal nach Malawi reisen und mir selbst ein Bild vor Ort machen.“

Das Ziel sei es, Emanzipation in Afrika zu fördern und das Land Malawi. Ein hochgestecktes Ziel für einen Verein, der im Kern aus sechs ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, doch durch Spenden, soll dies möglich gemacht werden.

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