Bei Petra Held gehört der gute Ton zum Geschäft

Foto: WP Hohenlimburg

Hohenlimburg.  Bei Petra Held gehört der gute Ton zum Geschäft. Daher verwundert es auch nicht weiter, dass für die Hohenlimburger Klavierstimmerin ihre Ohren das wichtigste Werkzeug sind. "Es braucht ein jahrelanges Training, damit man ein geübtes Gehör bekommt", sagt Petra Held.

Relativ früh hat die gebürtige Hagenerin ihre Leidenschaft für die Musik und insbesondere für das Klavier entdeckt. Mit gerade einmal sieben Jahren tauchte sie ein in die Welt der 52 weißen und 36 schwarzen Tasten. Eine Welt, die sie bis heute nicht mehr losgelassen hat. Die Liebe zur Musik teilt sie mit ihrem fünf Jahre älteren Mann Peter, der Musiklehrer an der Max-Reger-Musikschule Hagen ist.

Seit ihrer frühen Jugend war Petra Held sowohl musikalisch als auch handwerklich interessiert. Anfang der 80er Jahre hat sie daher mit einer Lehre zur Klavierbaumeisterin begonnen. Und das nicht irgendwo. Ausgebildet wurde sie in der ältesten Pianofortemanufaktur der Welt - beim Schwelmer Unternehmen Ibach. Dreieinhalb Jahre später hatte sie ihren Gesellenbrief in der Tasche. Als Klavierbauerin wollte sie dann aber doch nicht arbeiten. Klaviere stimmen, das war es, was sie begeisterte. Sie machte sich selbstständig.

"Klavierstimmerin ist eigentlich der ideale Frauenberuf", findet Held heute. Darüber habe sie sich bei der Berufswahl aber keine Gedanken gemacht. "Man kann sich die Arbeit so einteilen, wie man will." Ein Umstand, der der dreifachen Mutter sehr entgegen kam. Gleichzeitig ist ihr Gewerk ein gutes Beispiel dafür, dass das Handwerk äußerst vielseitig sein kann und eben nicht nur aus den Berufsgruppen rund um das Baugewerbe besteht. Statt Hammer, Kelle oder Malerpinsel bedient die Klavierstimmerin eher filigran anmutende Werkzeuge wie die Stimmgabel oder den Stimmhammer. Alles passt in eine kleine Tasche.

Petra Helds Aufgabe ist es, dem Klavier immer wieder die richtige Tonhöhe zu geben. "Ein Klavier muss mindestens einmal pro Jahr gestimmt werden. Gegebenenfalls öfters", sagt Held. Natürlich sei dies davon abhängig, wie häufig auf dem Instrument gespielt werde. Pflege und Wartung gehören auch dazu. Dann überdauert es in manchen Fällen gleich mehrere Generationen. "Das bisher älteste Klavier, dass von mir gestimmt wurde, stammt von 1870", erinnert sich Petra Held. Das findet sie beeindruckend. Schließlich habe es sogar zwei Weltkriege überstanden.

Die Geschichten der Instrumente und ihrer Besitzer sind es auch, die ihr an ihrem Beruf besonders gefallen. Ihre Kundschaft besteht hauptsächlich aus Privatleuten. "Man hält sich immer ungefähr eine Stunde in den verschiedensten Wohnzimmern auf und erfährt einiges über die Menschen", erzählt Held. Manches Vorurteil würde so ziemlich schnell abgelegt.

Bei allen interessanten Begegnungen steht aber immer noch eins im Vordergrund ihrer Arbeit: der gute Ton. Bei Mensch und Klavier.

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