Kultur

Bereit für den Intendanten-Posten

Steht immer noch bereit: Schauspieler Claude-Oliver Rudolph  will Intendant am Hagener Theater werden.

Steht immer noch bereit: Schauspieler Claude-Oliver Rudolph will Intendant am Hagener Theater werden.

Foto: Alex Talash

Hagen.   Schauspieler Claude-Oliver Rudolph steht nach eigener Aussage für den Intendanten-Posten am Hagener Theater zur Verfügung.

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Das Theater um das Theater dauert an. Während die Kritik aus der Politik an den Verantwortlichen im Hause wächst, hat Kulturdezernentin Margarita Kaufmann zumindest eine positive Botschaft: Es gehen wieder Bewerbungen um die Intendanz ein. Eine davon stammt von einem Mann, der sich bereits Mitte Mai selbst ins Gespräch gebracht hatte (unsere Zeitung berichtete): Claude-Oliver Rudolph.

In einem – wie er sagt – offenen Brief hat sich der Produzent und Schauspieler („Das Boot“ und „James Bond – Die Welt ist nicht genug“) an Sven Söhnchen, den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, und an Oberbürgermeister Erik O. Schulz gewandt. „Unser Herz steht Gewehr bei Fuß“, schreibt Rudolph in einer kurz gehaltenen E-Mail mit Kohlenpott-Charme und untermauert damit, dass er weiterhin für die Intendanz am Hagener Stadttheater zur Verfügung steht.

Das bestätigt Rudolph („Ich habe in allen großen Häusern der Welt auf der Bühne gestanden“) in einem Anruf, den die Stadtredaktion Hagen Ende der Woche ereilte: „Ich habe mit Interesse das Interview des Fördervereins-Vorsitzenden Peter Born gelesen und dachte, jetzt ist es Zeit, noch einmal zu sprechen“, sagt Rudolph. Und weiter: „Ich habe die Diskussion um das Haus und um die Intendantensuche verfolgt.“

Dabei macht der unter anderem mit der „Goldenen Kamera“ ausgezeichnete Schauspieler, der einst Film- und Regie am Musischen Zentrum in München studierte, keinen Hehl aus seiner Enttäuschung darüber, dass er in Runde eins der Intendanten-Suche nicht einmal zu einem offiziellen Gespräch nach Hagen eingeladen worden war: „Das kann ich nicht verstehen. Ich bin der einzige, der sogar noch Geld mitbringt.“

Othello soll’s zum Auftakt sein

Und so hat er für den Auftakt seiner Intendanz schon konkrete Vorstellungen: Othello, die Shakespeare-Tragödie, will Claude-Oliver Rudolph in Hagen auf die Bühne bringen. Eine Inszenierung, die bereits im Rahmen der Ruhrfestspiele gezeigt worden sei. „Die Hälfte der Finanzierung zahlt das Land“, so Rudolph.

Wie bereits im Frühjahr angekündigt, will Rudolph nicht alleine ans Theater Hagen wechseln. Dem 59-Jährigen schwebt eine Doppelspitze vor. Nach Hagen will er zusammen mit Dr. Bettina Wilts (ehemals Intendantin des Schlosstheaters Celle) kommen, die gerade als künstlerische Betriebsdirektorin bei Dieter Wedel in Bad Herfeld arbeite. „Sie ist bereit, mir mit zusammen die Aufgabe in Hagen zu übernehmen“, so Rudolph. Wilts solle sich um die Finanzen des Hauses kümmern, er selbst („Ich bin hervorragend vernetzt“) werde die künstlerische Leitung übernehmen.

Einspareffekte würden sich auch dadurch ergeben, dass Wilts keinerlei Zusatzlohn für Inszenierungen verlange und er selbst auf ein Honorar als Schauspieler verzichte.

Rudolph selbst, der sich nach eigener Aussage in Hamburg gemeinsam mit Medienunternehmer Frank Otto (Erbe des Otto-Versandes) und Fernseh-Koch Tim Mälzer für ein Hans-Albers-Theater als Gegenpol zu kommerziellen Musical-Bühnen einsetzt, hatte zuletzt durch sein Engagement beim umstrittenen Sender RT Deutsch bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Die Station gilt als Haussender des russischen Präsidenten Putin, der durch tendenziöse Berichterstattung für Stimmung sorgt. Rudolph, Ressortleiter Kultur und Moderator der Talkshow „Clash“, lässt das kalt: „Keiner der Kritiker hat die Sendung jemals gesehen. Ich habe ein künstlerisches Konzept vorgelegt, an dem nichts, aber auch gar nichts geändert worden ist. Das ist so durchgewunken worden.“

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