Tierquälerei

Besitzer ignoriert Entzündung bei Schäferhund Chester

Chester, ein weißer Schäferhund, ist Opfer von Tierquälerei. Sein Besitzer hat ihn nach einer Entzündung nicht behandeln lassen.

Foto: privat

Chester, ein weißer Schäferhund, ist Opfer von Tierquälerei. Sein Besitzer hat ihn nach einer Entzündung nicht behandeln lassen. Foto: privat

Hagen.   Sein Besitzer hat über Monate eine Entzündung am Ohr ignoriert. In der Tierklinik Duisburg kämpfen Ärzte um das Leben von Schäferhund Chester.

Er, Chester, dieser stolze, dieser große, dieser schöne Hund mit dem weißen Fell. Ein Hund, der eigentlich noch so viel Leben vor sich hat...

„Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, war er nur noch ein Haufen Elend“, sagt Birgit Ganskow. Viel Tierleid hat die Vorsitzende des Tierschutzvereins Hagen schon sehen müssen. Kranke Tiere, gequälte Tiere. Aber die erste Begegnung mit dem weißen Schäferhund hat auch die engagierte Tierschützerin geschockt. „Das ist einer der schlimmsten Fälle von Tierquälerei, die uns bei einem Haustier untergekommen ist. So etwas ist kaum zu beschreiben. Ich war sprachlos.“

Wunde am Ohr ist mehrere Zentimeter tief

Eine Zentimeter tiefe Wunde befand sich an Chesters linkem Ohr. Eiter und Blut liefen immer wieder heraus. Der Kopf wirkte an der Seite, als habe er ein tiefes Loch. Ein schlimmer Anblick, den Birgit Ganskow, die Mitarbeiter des Tierheims der Stadt Hagen und Amtstierarzt Wolfram Bell so schnell nicht vergessen werden. „Chester hat fürchterlich gelitten“, sagt Birgit Ganskow, „vermutlich hatte er starke Schmerzen bei jedem Schritt. Die Entzündung reichte bis auf die Schädeldecke.“

Für die Tierschützer stand fest: Nur eine schnelle Operation kann Chesters Leben retten. Der Schäferhund wurde in die Tierklinik Duisburg gebracht und dort mehrere Stunden lang operiert. Das äußere Ohr wurde komplett entfernt, Teile des Innenohrs ebenfalls. Die tiefe Wunde wurde vernäht. Ein aufwendiger Eingriff, dessen Kosten der Tierschutzverein Hagen trägt.

Tierschutzverein entscheidet sich für Operation

„Obwohl vorher nicht feststand, ob Chester die Operation überleben würde, haben wir uns dazu entschlossen, den Eingriff durchführen zu lassen“, sagt Birgit Ganskow, „dieser Hund hat ja nicht einmal die Hälfte eines normalen Lebens hinter sich.“

Chester lebt. Gestern konnte er die Klinik verlassen. Tierheimleiterin Stefanie Ackermann hat ihn zurück nach Hagen geholt. Er hat den schweren Eingriff relativ gut überstanden. Es bestehen Chancen auf Heilung.

Vernachlässigung leider keine Ausnahme

Dass es zu so einer drastischen Entzündung überhaupt kommen konnte, kann Birgit Ganskow nicht nachvollziehen. „Der Besitzer stand mit Chester vor dem Tierheim. Er hat ihn abgegeben, weil angeblich Mitbewohner im Haus Angst vor einem so großen Hund hatten“, sagt Birgit Ganskow. Den Mann hat mittlerweile eine Anzeige wegen Tierquälerei ereilt.

Chesters Fall mag extrem sein. Eine Ausnahme ist er für den Tierschutzverein leider nicht. „Wer sich ein Tier anschafft, sollte sich vorher Gedanken machen, ob er sich das auch leisten kann“, sagt Birgit Ganskow, „es gibt Halter, die diese Überlegung völlig außer acht lassen. Wird das Tier krank, wird das einfach ignoriert, weil ein Arztbesuch zu teuer ist.“

Rechtzeitig Behandlung hätte dem Hund Leid erspart

Ähnlich, so vermutet Ganskow, sei das im Fall von Chester gewesen. „Vermutlich hat es sich zunächst um eine Entzündung des Ohrs gehandelt“, sagt Birgit Ganskow, „eine rechtzeitige Behandlung hätte Chester viel Leid erspart.“

In jedem Fall empfiehlt der Tierschutzverein Hundebesitzern, eine Operationsversicherung für rund 20 Euro monatlich abzuschließen. „Wer dieses Geld nicht übrig hat, sollte sich kein Tier anschaffen.“

Tierschutzverein appelliert an Nachbarn

Trotzdem, so findet Birgit Ganskow, hätte es im Fall von Chester so weit nicht kommen dürfen. „Der Besitzer war mit dem Tier ja auch draußen unterwegs. Nachbarn hätte der schlimme Zustand des Hundes auffallen müssen.“ In so einem Fall rät die Tierschützerin den Tierschutzverein, Tel. 406661 oder die Stadt Tel. 207-2395. anzurufen.

>>HINTERGRUND: HOHE KOSTEN

  • Der Tierschutzverein Hagen muss immer wieder teils hohe Kosten für tierärztliche Behandlungen oder sogar Operationen übernehmen.
  • Wer den Tierschutzverein Hagen bei seiner Arbeit unterstützen möchte – die IBAN lautet: DE64 4505 0001 0100 029582.
  • Weitere Informationen über die Arbeit des Vereins unter: www.tierschutzverein-hagen.de

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