Trauer

Bestatter bringt Deutschlands erste Beileids-App heraus

Bestattermeister Sascha Bovensmann hat Deutschlands erste Beileids-App entwickelt.

Bestattermeister Sascha Bovensmann hat Deutschlands erste Beileids-App entwickelt.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen /Schwerte.  Der Bestatter Jens Bovensmann hat eine App entwickelt, die Ratschläge zum richtigen Kondolieren erteilt. Er möchte damit einen Beitrag zum Aufbau einer Trauerkultur leisten, sagt er. Geld verdiene er damit nicht. Im Gegenteil: Pro Download will er eine Spende leisten.

„Der Wechsel allein ist das Beständige.“ Das ist er – einer der Sprüche. Er kann Trost spenden, Mitgefühl ausdrücken. Arthur Schopenhauer, der Philosoph, hat ihn einst niedergeschrieben. Und irgendwie passt der Spruch zu demjenigen, der ihn in seiner App zur Verfügung stellt. Sascha Bovensmann, Bestattungsmeister und Geschäftsführer von Schönwälder-Bestattungen, hat eine deutschlandweit einmalige Plattform geschaffen. Er hat eine Beileids-App entworfen.

Eine App, die man aus dem Internet auf sein Tablet oder sein Smartphone herunterladen kann. Eine App, die jenen helfen soll, die nicht so recht wissen, wie man angemessen sein Beileid bekunden soll. Mit Sprüchen (wie dem von Schopenhauer) oder mit Beileidsbriefen. „Jede Generation muss die Bestattungskultur neu lernen. Dazu soll diese App ein Beitrag sein“, sagt Bovensmann, 41 Jahre alt. Und weiter: „Vor 100 Jahren waren die Menschen alle drei Jahre mit einem Trauerfall aus dem engsten Familienkreise konfrontiert.

Heute ist das rein statistisch nur noch alle 17 Jahre der Fall. Da geht einiges verloren.“ Also sucht der Bestatter nach einem Weg, die junge Generation zu erreichen. Und findet ihn auf eine naheliegende Weise. Per App. „Selbst im Freundeskreis gibt es eine gewisse Unsicherheit“, sagt Bovensmann, „da werde ich oft gefragt, wie man richtig kondoliert.“ Antworten gibt er gerne persönlich. Und jetzt über die Anwendung, die er gemeinsam mit einem Texter, einem Grafiker und einem Software-Unternehmen aus Menden entwickelt hat.

Ungewöhnlicher Weg

„Natürlich war ich unsicher. So eine App ist ja ein ungewöhnlicher Weg“, sagt Bovensmann, „aber Anfang November habe ich sie auf dem deutschen Bestatter-Kongress vorgestellt. Die Kollegen fanden die Idee Klasse.“ Dabei will er kein Patentrezept für die korrekte Beileidsbekundung liefern. „Sein Mitgefühl auszudrücken, ist eine sehr persönliche Sache“, sagt Bovensmann, „trotzdem gibt es Momente, in dem einem die Worte fehlen. Mit der App wollen wir Anregungen und Hilfestellungen geben.“

Und wenn sie ein Erfolg wird, dann hilft das auch anderen. Denn für jeden kostenlosen Download (app.schoenwaelder-bestattungen.de) spendet Sascha Bovensmann 20 Cent an den Verein Sterntaler e.V., der sich für krebskranke Kinder einsetzt. „Ich verdiene mit dieser App kein Geld, aber ich will andere unterstützen“, sagt Bovensmann. „Und ich habe den Anspruch, auf diese Weise einen Beitrag zur Trauerkultur zu leisten. Das hat etwas mit meinem Berufsethos zu tun.“

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