Hohenlimburg.

Besucher mit Blick hinter verschlossene Türen

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Foto: WP

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Hohenlimburg. Amerikaner, Chinesen, Niederländer und natürlich ganz viele heimatverbundene Hohenlimburger haben den Weg zum Schloss hinauf beschritten, denn am Internationalen Museumstag war das herrschaftliche Gebäude kostenfrei zu betreten. So nutzten viele Besucher den Nachmittag, um den Blick vom Schlossberg hinab auf Hohenlimburg zu genießen, das Deutsche Kaltwalzmuseum zu besuchen oder ganz besondere Einblicke in das Gemäuer bei einer der Führungen zu erhalten.

„Wir haben gar nicht gewusst, dass heute dieser Museumstag ist“, erzählte ein niederländisches Ehepaar, das auf einer Tour ins Sauerland auch einen Stopp in Hohenlimburg eingelegt hat.

„Die Aussicht von hier oben ist ganz wunderbar, und auch das Schloss ist herrlich. Der Ausflug hierher hat sich wirklich gelohnt.“ Mit dem Auto, zu Fuß mit Wanderrucksack oder Walkingstöcken sowie mit dem Rad kamen die Besucher zum Schloss.

Über das große Interesse freute sich auch Jürgen Kramer, Mitarbeiter im Kaltwalzmuseum: „Viele waren heute zum ersten Mal da, wie vorhin drei chinesische Maschinen-bau- und BWL-Studenten. Die Besucher sind immer sehr interessiert und dann erstaunt, wo der Kaltwalz-Stahl überall seine Verwendung findet.“ Stark frequentiert waren auch die Schloss-Sonderführungen zum Thema „Blick hinter verschlossene Türen“: Museumsführer Rainer Scholz erlaubte den Besuchern bei einem Rundgang durch das historische Gemäuer Einblicke in sonst nicht zugängliche Zimmer. So auch in die momentan leerstehenden Wohnräume im Torhaus der Vorburg. Die große, verwinkelte Wohnfläche mit märchenhaftem Altbau-Charme (dunkle Holzbalken und wunderschön gekacheltes Repräsentationszimmer) fand sofort viele Liebhaber: „Hier würde ich sofort einziehen“, war aus der Gruppe zu hören.

Auch andere Nutzungsvorschläge wurden eifrig diskutiert: Atelierräume für Künstler und Kreative oder eine inspirierende Schreibstube für einen „Schloss-Schreiber“ war eine Idee. Eine andere: Ein Miet-Appartement oder Mini-Burghotel für Hochzeitspaare und zahlungswillige Übernachtungsgäste, ähnlich einiger gut ausgebuchter Angebote etwa auf Schlössern und Burgen im Rheinland – solch ein Angebot würde wohl sogar manch ein Hohenlimburger einmal ausprobieren, als Schlossdame oder Schlossherr auf Zeit.

Keine Angst vor Geistern

Aber darüber hat nur der Eigentümer zu entscheiden. „Und Angst vor Geistern und Gespenstern dürfen Sie dann auch nicht haben“, sagte Besucherführer Scholz mit einem charmanten Lächeln. „Denn nachts sind in diesem alten Gemäuer sehr viele Geräusche zu hören, die nicht immer eindeutig zuzuordnen sind.“

Scholz sprach dabei aus Erfahrung, bei seinen Nachtwächterführungen hat er schon einiges erlebt. Viel Interesse fanden auch die Räume im Pallas, die derzeit einer gründlichen Renovierung unterzogen werden sowie die Kammern unter dem Dach, in dem einst wohl die Bediensteten im Winter frierend und Sommer schwitzend hausten. „Solche Einblicke finde ich sehr spannend, denn diese Gelegenheit bietet sich nicht oft“, erzählte Besucherin Sonja Brandt während der Führung.

Schon öfters habe sie das Schloss besucht, seit sie vor 16 Jahren nach Hohenlimburg gezogen sei. „Es ist so schön hier, da komme ich immer gern wieder. Denn das Schloss ist doch ein wichtiger Bezugspunkt der Hohenlimburger Identität. Gerade deshalb finde ich, dass das Schloss ein öffentlich zugänglicher Ort bleiben muss“, forderte sie im Hinblick auf die Debatte um die Erhebung eines Eintrittsgeldes auch für die Außenanlagen des Schlosses.

Vielleicht nutzten auch deshalb viele Hohenlimburger den Internationalen Museumstag, um „ihr“ Schloss kostenfrei zu besuchen.

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