Kriminalität

Betrug in Hagen: Porsche und 31.000 Euro in bar futsch

Der Parkplatz an der Weststraße war Schauplatz eines ausgebufften Betruges.

Der Parkplatz an der Weststraße war Schauplatz eines ausgebufften Betruges.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Vorhalle.  Ein Kaufmann aus Frankfurt ist in Hagen Opfer eines dreisten Betrugs geworden. Zudem wäre Suat B. um ein Haar überfahren worden.

Der Porsche war schwarz und schnittig, er gefiel Suat B. ausnehmend gut. Er hatte dem Verkäufer bereits einen Umschlag mit 31.000 Euro übergeben und wollte gleich mit seinem neuen Auto vom Decathlon-Parkplatz in Vorhalle zurück nach Frankfurt fahren.

Doch dann nahmen die Dinge einen unerwarteten, schockierenden Verlauf. Der Vorbesitzer sprang auf den Fahrersitz, gab Vollgas, der Porsche schnellte wie ein aufgeschreckter Hirsch davon, so dass Suat B. glauben musste, jetzt werde er über den Haufen gefahren. Doch dann verschaffte sich der andere Mann freie Fahrt aus der engen Parkbox, indem er ein nebenan stehendes Auto rammte und beiseite schob. „Ja, und dann ist er mit offener Tür über die Gegenfahrbahn geflüchtet, und dann war er weg“, berichtet B..

Weg war das Traumauto. Und weg waren die 31.000 Euro.

Suat B. ist einem abgebrühten Betrüger auf den Leim gegangen. Der schwarze Porsche Macan (99.000 Kilometer Fahrleistung, Erstzulassung 2014) stand für 33.000 Euro bei Ebay Kleinanzeigen in Hagen zum Verkauf. Als B., Kaufmann in Frankfurt/Main, die Anzeige mit den Ausstattungsdetails des Wagens studierte, fing er schnell Feuer: „Das war das Auto, das ich suchte. Zu einem realistischen Preis.“

Kaufvertrag gleich mitgebracht

Am 11. September setzte er sich in den Zug, der Verkäufer holte ihn am Hagener Hauptbahnhof ab. Sie fuhren nach Vorhalle, auf dem Decathlon-Parkplatz wurden sie handelseinig, B. konnte den Preis, weil die Bremsanlage einen Fehler anzeigte, auf 31.000 Euro herunterhandeln. Er ließ sich Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein zeigen, auch einen vorgedruckten Kaufvertrag hatte der Verkäufer mitgebracht. „Ich weiß nicht, was mich geritten hat, auf diesen Mann reinzufallen“, sagt B..

Vergebliche Verfolgungsjagd

Denn die Papiere wirkten zwar echt und passten zu dem Hagener Kennzeichen des Autos, und auch der Mann machte einen seriösen Eindruck, doch B. ließ sich weder den Personalausweis zeigen noch machte er sich irgendwelche Notizen. Er sah sich schon am Steuer des Porsches sitzen, als er dem Mann in einem Umschlag das Geld übergab, er ließ jede Vorsicht außer Acht. Und so traf es ihn völlig unvorbereitet, als sein „Vertragspartner“ sein wahres Gesicht zeigte und in den Wagen sprang: „Ich hatte einen Blackout. Und er hätte mich beinahe überfahren.“

Zwar gewann B. seine Fassung schnell wieder, er bat einen anderen Autofahrer, der das Geschehen beobachtet hatte, ihn mitzunehmen und den Porsche zu verfolgen, doch irgendwo auf der A1 in Richtung Köln gaben sie die sinnlose Jagd auf und kehrten auf den Parkplatz zurück. Die Hagener Kripo hat den Fall übernommen: „Die Ermittlungen laufen, aber nähere Angaben können zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden“, so Polizeikommissarin Kaja Halama.

Der Verlust des Geldes schmerzt

Suat B. ist längst wieder in Frankfurt, aber das Erlebte lässt ihn nicht los. Und der Verlust des Geldes schmerzt, gerade erst hat er mit seiner Frau ein Haus gebaut, den Porsche sollte sie fahren: „Wir haben so viele Pläne. . .“

Ein schwarzer Macan mit Chromleisten und auffälliger Auspuffblende ist ein kaum zu übersehendes Auto. Auch wenn das Nummernschild gefälscht war, hofft B., müsste die Polizei den Wagen früher oder später ausfindig machen.

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