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Bevölkerungs-Plus in Hagen geht an Hohenlimburg vorbei

Schön gelegen, aber die Bevölkerungszahlen machen Sorgen: Hohenlimburg steht vor erheblichen Herausforderungen.

Foto: Hans Blossey

Schön gelegen, aber die Bevölkerungszahlen machen Sorgen: Hohenlimburg steht vor erheblichen Herausforderungen. Foto: Hans Blossey

Hohenlimburg.  Während Hagen wächst, stagniert aktuell die Einwohnerzahl in Hohenlimburg. Und kein Bezirk hat binnen zehn Jahren so viele Menschen verloren.

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In dieser Woche gibt es den Spatenstich für das neue, 6000 Quadratmeter große Wohngebiet an der Tiefendorfer Straße in Berchum. Das wird Hohenlimburg gut tun, könnte es doch so neue Bewohner geben. Denn der gesamte Stadtbezirk profitiert überhaupt nicht von den insgesamt stark steigenden Einwohnerzahlen in Hagen – im Gegenzug ist er auch nicht so betroffen von den Herausforderungen, etwa durch die EU-Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien.

In Hohenlimburg stagniert die Entwicklung – und im Zehn-Jahres-Vergleich hat keiner der fünf Hagener Stadtbezirke so massiv Einwohner verloren wie Hohenlimburg. Das geht aus den neusten statistischen Zahlen hervor, die die Stadt Hagen jetzt veröffentlicht hat. Sie sind die derzeit aktuellsten und spiegeln zumindest den Stand vom Oktober 2016 wider, sind also ein knappes halbes Jahr alt.

1 Einwohner weniger zählte Hohenlimburg im Oktober 2016 (insgesamt 29503) als noch genau ein Jahr zuvor im Herbst 2015. Die Zahl stagniert also. Die anderen vier Stadtbezirke konnten dagegen alle im Vergleich zum Vorjahresmonat zum Teil deutlich zulegen. Hohenlimburg koppelt sich damit zunehmend von der städtischen Gesamtentwicklung ab. Schon im Jahr zuvor hatten nur Hohenlimburg und damals auch Eilpe/Dahl Einwohner verloren. Alle anderen legten zu.

Der Einwohner-Vergleich Oktober 2015 zu Oktober 2016 im Einzelnen:

  • Hagen: + 1805
  • Mitte: + 975
  • Nord: + 141
  • Hohenlimburg: -1
  • Eilpe/Dahl: + 155
  • Haspe: + 535

2195 Einwohner weniger hat Hohenlimburg im Zehn-Jahresvergleich 2006 bis 2016. Zwar haben außer Haspe alle anderen Stadtbezirke in dem Zeitraum auch Einwohner verloren, aber nirgends so stark wie ihn Hohenlimburg. Selbst der fast zweieinhalb mal so großen Bezirk Mitte hat binnen zehn Jahren rund 1000 Einwohner weniger verloren als Hohenlimburg. Und das etwa gleich große, einst auch selbstständige und Hohenlimburg verbundene Haspe hat sogar ein sattes Plus vorzuweisen.

Der Einwohner-Vergleich Oktober 2006 zu Oktober 2016 im Einzelnen:

  • Hagen: - 4173
  • Mitte: -1183
  • Nord: -637
  • Hohenlimburg: - 2195
  • Eilpe/Dahl: -740
  • Haspe: + 582

47 Prozent der Hohenlimburger sind 50 Jahre und älter. Damit ist der Bezirk etwas älter als die Gesamtstadt (44,1 Prozent sind 50 Jahre und älter). Hohenlimburg spielt damit in einer Liga mit den Bezirken Nord und Eilpe/Dahl. Mitte und Haspe mit den hohen Zuwanderungsquoten sind etwas jünger. Diese letzten verfügbaren Zahlen stammen allerdings aus dem Jahr 2014, zeigen also nicht den aktuellsten Stand. Der Trend ist jedoch klar: Je älter die Bevölkerung und je geringer der Zuzug desto größer der Anteil der Menschen, der die Familienplanung bereits abgeschlossen hat.

Der Altersvergleich (0 bis 49 Jahre/50 Jahre und älter) im Einzelnen:

  • Hagen: 55,9 %/44,1%
  • Mitte: 58%/42%
  • Nord: 53,7%/46,3%
  • Hohenlimburg: 53%/47%
  • Eilpe/Dahl: 53%/47%
  • Haspe: 58%/42%

>> DATEN UND FAKTEN:

Hohenlimburg ist mit 29.503 Einwohnern der zweitkleinste Hagener Bezirk nach Mitte (78.869), Nord (38.096) und Haspe (31.110). Nur Eilpe/Dahl (16.588) hat weniger Einwohner als Hohenlimburg – so der Stand Oktober 2016.

Mit einem Ausländeranteil von 10,1 Prozent (Stand 2014) liegt Hohenlimburg auf einem Niveau mit Nord (10 Prozent) und Eilpe/Dahl (9,5 %). Mitte (18,8 %) und Haspe (16,3%) haben höhere Werte (Hagen gesamt: 14,5 %).

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