Fernuniversität Hagen

Schön und groß: Architektur-Preis für AVZ der Fernuni Hagen

Das erste Gebäude der Fernuniversität Hagen ist auch gleich das größte, bis heute: Das Allgemeine Verfügungszentrum, kurz AVZ.

Das erste Gebäude der Fernuniversität Hagen ist auch gleich das größte, bis heute: Das Allgemeine Verfügungszentrum, kurz AVZ.

Foto: BBB

Hagen.   Das Allgemeine Verfügungszentrum der Fernuni Hagen besticht auf dem Campus nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch die innovative Bauart.

„Ich muss zugeben, das kam auch für mich etwas überraschend“, sagt Regina Zdebel, Kanzlerin der Fernuniversität Hagen, zur Begrüßung der geladenen Gäste. Das Allgemeine Verfügungszentrum, kurz AVZ, der Fernuni wird ausgezeichnet. „Big Beautiful Buildings“ (BBB), so heißt das ­Projekt, das in diesem Sommer Gebäude aus den 1950er bis 1970er Jahren für ihre innovative und zukunftsorientierte Bauart würdigt. Das AVZ ist eines davon.

„Big, also groß, das passt“, sagt Zdebel über das größte Gebäude des Campus. „Ob es aber auch ­,beautiful’, schön ist, da scheiden sich die Geister“, führt sie schmunzelnd fort. In der Tat kann es dem Architektur-Laien schwer fallen, dem AVZ Schönheit abzugewinnen. Doch um die äußere, offensichtliche Schönheit, geht es bei dieser Auszeichnung auch nicht – sonst wäre das Projekt wohl auch nie entstanden.

Fernuniversität Symbol des Aufbruchs

„Wir haben uns gefragt, wie geht man mit den hässlichen Entlein um? Wie bewertet man sie?“, sagt Prof. Christa Reicher, ehemalige Dekanin der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund, über die Intention des Projekts. „Wir schauen bei der Bewertung auf die bauliche, aber auch gesellschaftliche Innovation der Gebäude “, sagt Reicher. „Die Hochschulbauten der 1970er Jahre standen für Aufbruch, auch um eine Debatte über Bildungslandschaften zu führen. Das AVZ ist auch deshalb in vieler Hinsicht ein großer Bau“, so Reicher.

Für Gabriele Willems, Geschäftsführerin des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW), steht das AVZ somit auch symbolisch für „einen gewissen Pioniergeist der Architekten der damaligen Zeit“. Der Geist, der die Nachkriegszeit geprägt hat. Getreu dem Motto „Die Vergangenheit hinter sich lassen und eine bessere Zukunft aufbauen“ wurde die Nachkriegszeit durch Gebäude wie das AVZ geprägt. Eine Zeit, wo es nicht nur wirtschaftlich bergauf ging, auch in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft waren die 1950er bis 1970er Jahre unvergleichlich innovativ.

Allgemeines Verfügungszentrum Herz der Uni

Das Gebäude von Bruno Lambart, der neben dem AVZ auch die Ruhr-Universität Bochum und andere Hochschulbauten entworfen hat, stellte den ersten Bauabschnitt einer größeren Gesamtkonzeption für die Fernuniversität dar. Eine Fernuni war zu diesem Zeitpunkt – der Spatenstich erfolgte 1977 – eine in der Bundesrepublik bislang noch nicht verwirklichte Bauaufgabe.

„Das Gebäude wirkt leicht, zeitlos modern, weltoffen“, lobt Willems. Auch der Baustoff war innovativ. „Beim Beton kommt es darauf an, was man daraus macht“, sagt Willems. „Und das AVZ hat ein Herz aus Beton.“ Nachdem der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, das Gebäude 1980 offiziell eingeweiht hat, vergrößerte sich in der Folge der Campus stetig weiter. Heute ist das AVZ auch unter dem schlicht bürokratischen Namen „Gebäude 8“ bekannt und ist Heimat von mehreren größeren Seminarräumen.

Insgesamt gibt es elf Einrichtungen auf dem Campus. „Die Keimzelle des lebenslangen Lernens ist jedoch stets das AVZ geblieben“, betont die Kanzlerin der Fernuniversität Regina Zdebel.

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